Bobby Lee, Gründer des Hardware-Wallet-Unternehmens Ballet Global, hält die beim mutmaßlichen Binance-Hack gestohlenen Bitcoin wahrscheinlich für verloren. „Das ist weg“, sagte er laut Bloomberg. Stablecoins konnten teilweise gesperrt werden. Das verhindert weitere Transfers – bedeutet aber nicht, dass die Vermögenswerte bereits an Binance zurückgegeben oder Kundinnen und Kunden entschädigt wurden.
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Warum Bitcoin schwerer zu sperren ist
Bei manchen Stablecoins können die Herausgeber bestimmte Token blockieren. Für Bitcoin gibt es keinen Token-Herausgeber mit einer vergleichbaren Sperrfunktion. Deshalb schätzt Lee die Chancen auf eine Wiederbeschaffung der gestohlenen BTC als sehr gering ein.
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26 Das ist eine Einschätzung der praktischen Hürden, kein Beweis dafür, dass Ermittler oder Gerichte niemals Vermögenswerte beschlagnahmen könnten.
Wichtig ist die Unterscheidung: Eine Sperre ist ein Eingriff, die Rückführung ein eigener Schritt. Um eingefrorene Beträge zurückzuerhalten, kann es eine Abstimmung zwischen Strafverfolgungsbehörden, Kryptobörsen und Token-Herausgebern brauchen. Bis dahin ist eine Sperre nicht gleichbedeutend mit einer abgeschlossenen Rückzahlung.
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Warum sich die Zahlen unterscheiden
Binance erklärte, rund 3 Milliarden US-Dollar seien auf der Blockchain eingefroren worden. Elliptic verifizierte 2,84 Milliarden US-Dollar an gesperrten Vermögenswerten, fast ausschließlich USDT und USDC. TRM Labs bezifferte die eingefrorenen Werte in einer eigenen Momentaufnahme auf etwa 2,7 Milliarden US-Dollar; darin enthalten waren Sperren durch Herausgeber sowie ein Eingriff des Arbitrum Security Council.
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Diese Summen sollten nicht zusammengerechnet werden: Sie sind unterschiedliche, teils zu verschiedenen Zeitpunkten erstellte Bestandsaufnahmen derselben eingefrorenen Vermögenswerte – keine getrennten Rückzahlungen. Laut TRM Labs befanden sich außerdem noch 18.270 BTC und mehr als 420.000 ETH im Besitz des Angreifers. Ein Bericht bezifferte diese Bestände auf rund 2,4 Milliarden US-Dollar.
51 „Außerhalb der Reichweite eines Herausgebers“ heißt dabei nicht automatisch, dass eine Rückholung auf juristischem Weg ausgeschlossen ist. Gemeint ist die begrenzte Möglichkeit des Herausgebers, Token selbst zu blockieren.
TRM Labs nennt Tether, Circle, Ripple und World Liberty Financial als Stablecoin-Anbieter, die Vermögenswerte sperrten. Dem Bericht zufolge fror außerdem Arbitrum’s Security Council 8.426 ETH und 74,6 Millionen ARB in seinem Netzwerk ein.
55 Für eine separate Sperre durch First Digital liefern die hier verfügbaren Berichte keine ausreichenden Belege.
Was über den Angriff bekannt ist
Binances vorläufige Untersuchung deutete darauf hin, dass möglicherweise der Laptop eines DevOps-Ingenieurs kompromittiert worden war. Darüber könnte ein Angreifer Zugriff auf einen Service-Container erhalten und nicht autorisierte Auszahlungen veranlasst haben. In den Berichten ist auch von weiteren möglichen Angriffspunkten die Rede; Hinweise auf gestohlene private Schlüssel gebe es demnach nicht. Das waren vorläufige Erkenntnisse, keine abschließende Erklärung des Angriffs.
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TRM Labs schrieb den Angriff nordkoreanischen Akteuren zu; auch Chainalysis soll zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt sein.
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58 Die verfügbaren Berichte legen die Belege für diese Zuschreibung und konkrete Geldwäschewege jedoch nicht im Detail dar. Solche Einzelheiten lassen sich daher hier nicht als bestätigt darstellen.
Binances Zusage ist unabhängig von einer Rückholung
Binance versprach, sämtliche Verluste zu decken. Als Mittel dafür nannte die Berichterstattung den SAFU-Fonds – einen Schutzfonds für Nutzerinnen und Nutzer – sowie Unternehmensgelder.
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25 Diese Zusage ist von der Frage getrennt, ob Ermittler oder Token-Herausgeber die gestohlenen Vermögenswerte zurückholen können. Binance erklärte außerdem, Auszahlungen sollten voraussichtlich innerhalb von 48 Stunden wieder möglich sein. Das war eine damalige Erwartung und kein Beleg dafür, dass die gestohlenen Werte zurückgegeben worden waren.
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Bloomberg berichtete, dass es nach dem mutmaßlichen Angriff zu Verkäufen am Kryptomarkt kam.
33 Der belastbare Kern der Lage ist damit enger gefasst als manche Schlagzeile: Ein Teil der Stablecoins wurde blockiert, die gestohlenen Bitcoin gelten als besonders schwer zurückzuholen – und eine Sperre ist noch keine Rückgabe.