Marvel’s Wolverine zeigt einen Markt mit zwei Gesichtern: Weltweit wurden mehr digitale als physische Exemplare verkauft, doch Discs machten einen beträchtlichen Anteil aus. In Europa lagen sie sogar knapp vorn. Das ist relevant für Sonys angekündigten Plan, ab Januar 2028 keine Discs mehr für neue PlayStation-Spiele zu produzieren. Die Zahlen verraten allerdings nicht, was heutige Disc-Käufer tun würden, wenn es keine physische Version mehr gäbe.
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Rund 2,16 Millionen Verkäufe – etwa 756.000 auf Disc
Ampere Analysis schätzt, dass sich Wolverine nach dem Start am 15. September im Laufe des Monats rund 2,16 Millionen Mal verkaufte. Damit war es im September das meistverkaufte PS5-Spiel nach EA Sports FC 27.
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Der geschätzte Disc-Anteil lag weltweit bei 35 Prozent. Auf 2,16 Millionen Exemplare umgerechnet sind das ungefähr 756.000 physische Verkäufe; die übrigen 65 Prozent entfielen auf digitale Versionen. In Europa betrug der Disc-Anteil laut den veröffentlichten Zahlen 51 Prozent – dort lagen die Box-Versionen also knapp vor den digitalen Verkäufen.
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Der europäische Durchschnitt verdeckt deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Den Schätzungen zufolge wurden im Vereinigten Königreich etwa zwei Drittel der Exemplare digital verkauft, während es in Frankreich bei mehr als zwei Dritteln physische Verkäufe waren.
17 Eine globale Zahl allein bildet solche regional unterschiedlichen Kaufgewohnheiten nur teilweise ab.
Warum Alineas frühere Schätzung nicht direkt vergleichbar ist
Alinea Analytics schätzte, dass Wolverine in den ersten drei Tagen 1,9 Millionen Exemplare und 130 Millionen US-Dollar Umsatz erzielte. Analyst Rhys Elliott zufolge stammten 22,9 Prozent dieses Umsatzes aus physischen Verkäufen – nicht 22,9 Prozent der verkauften Exemplare. Die Schätzung berücksichtigte außerdem keine unverkauften Lagerbestände im Handel, die in den Auslieferungszahlen eines Publishers enthalten sein können.
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Ampères gemeldeter Wert von 35 Prozent bezieht sich dagegen auf den Anteil physischer Exemplare an den Verkäufen im gesamten September. Die beiden Schätzungen betreffen also unterschiedliche Zeiträume und messen Unterschiedliches: Umsatzanteile auf der einen, Stückzahlen auf der anderen Seite. Daraus lässt sich keine direkte Veränderung der Nachfrage nach Discs ableiten.
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Was die Zahlen über Sonys Disc-Pläne aussagen – und was nicht
Sony will laut seiner Ankündigung ab Januar 2028 die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele einstellen.
35 Metro wertete Wolverines starke Verkäufe im europäischen Handel als mögliches Argument gegen einen Verzicht auf Discs.
24 Die Schätzungen zeigen tatsächlich einen beträchtlichen Markt für die physische Version – besonders in Europa. Für sich genommen beweisen sie aber nicht, dass Sony seine Pläne ändern sollte.
Die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Was machen Käufer, wenn es keine Disc-Version mehr gibt? Die Zahlen erfassen, welches Format Menschen gekauft haben, solange beide erhältlich waren. Sie zeigen nicht, ob bisherige Disc-Käufer künftig digital kaufen, ganz auf den Kauf verzichten oder anders reagieren. Umgekehrt bedeutet die digitale Mehrheit weltweit nicht, dass die Nachfrage nach physischen Spielen vernachlässigbar wäre.
Zum Zeitpunkt der Berichte hatte Sony keine offiziellen Verkaufszahlen für Wolverine veröffentlicht. Es handelt sich daher um Analystenschätzungen und nicht um vom Unternehmen bestätigte Gesamtzahlen.
11 Die belastbare Schlussfolgerung ist entsprechend begrenzt, aber aussagekräftig: Discs waren im September ein relevanter Teil des Marktes für Wolverine – und in Europa deutlich wichtiger, als der weltweite Durchschnitt vermuten lässt. Die Schätzungen zeigen einen Markt, den Sony mit einem Aus für neue Disc-Versionen zurücklassen würde. Wie viele Käufer den Wechsel zu digital mitmachen, sagen sie nicht.