Ship 40 war am 24. Juli nach einem kontrollierten, raketenbetriebenen Sinkflug aufrecht auf dem Wasser aufgesetzt. Anschließend kippte das Fahrzeug vorsichtig um und blieb schwimmfähig – während es weiterhin Telemetrie- und Videodaten übertrug . SpaceX setzte zudem Drohnen ein, um den Zustand des Fahrzeugs und insbesondere den Hitzeschild aus der Nähe zu untersuchen .
Nach Angaben zur Bergungsaktion waren Anfang August unter anderem die norwegischen Schlepper Normand Ranger und Skimmer Tide beteiligt. Damit unternimmt SpaceX erstmals den Versuch, eine Starship-Oberstufe aus dem Meer zu bergen .
Bei früheren Starship-Flügen wurden die Oberstufen beim Wiedereintritt oder beim Aufprall zerstört beziehungsweise zerbrachen. Ship 40 überstand dagegen den Wiedereintritt mit mehr als 18.000 Keramikkacheln am Hitzeschild, die Temperaturen von bis zu 2.600 Grad Fahrenheit – etwa 1.430 Grad Celsius – aushalten mussten .
Entscheidend war auch das präzise Flip-and-Burn-Manöver: Das Schiff wechselte aus seiner nahezu horizontalen Wiedereintrittslage in eine vertikale Sinkbewegung und bremste so stark ab, dass es beim Aufsetzen auf dem Wasser strukturell intakt blieb . Der Flug liefert damit wichtige Hinweise darauf, dass Hitzeschild, Steuerung und Endanflug grundsätzlich eine spätere Wiederverwendung des Schiffs ermöglichen könnten.
Nur wenige Stunden nach dem erfolgreichen Flug stellte Elon Musk den nächsten großen Schritt in Aussicht: „Sofern wir bei der Auswertung der Missionsdaten keine Probleme entdecken, wird SpaceX beim nächsten Flug versuchen, das Schiff mit dem Turm aufzufangen“ .
Nach sechs Tagen der Datenanalyse bestätigte Musk am 30. Juli, dass die Wasserlandung präzise genug gewesen sei, um das Schiff bereits vom Startturm auffangen zu lassen. Damit ist Flight 14 für den Versuch eines ersten Turmfangs einer orbitalen Oberstufe vorgesehen .
Das geplante Manöver würde Ship 41 nach dem Wiedereintritt zurück zur Starbase in Texas führen. Dort sollen die als „Mechazilla“ bekannten mechanischen Turmarme das rund 50 Meter lange Fahrzeug in der Luft greifen. Die Technik wurde bereits mehrfach für den Super-Heavy-Booster eingesetzt – für eine Starship-Oberstufe wäre es jedoch ein Novum .
Gelingt der Versuch, wäre es die erste Bergung einer orbital ausgelegten Oberstufe durch einen mechanischen Fang am Startturm und damit ein Manöver ohne historisches Vorbild in der Raumfahrt .
Die Rückkehr von Ship 40 könnte den Ingenieuren physische Untersuchungsdaten liefern, die Simulationen allein nicht ersetzen können: etwa zu den Auswirkungen der Wiedereintrittshitze, zur strukturellen Belastung und zum Verhalten der Systeme nach einem vollständigen Flugprofil.
Zusammen mit der hohen Zielgenauigkeit beim Sinkflug macht die intakte Wasserlandung eine schnelle Wiederverwendung der Starship-Oberstufe realistischer. Genau diese Wiederverwendbarkeit ist für die Wirtschaftlichkeit des Systems entscheidend – unter anderem für den Starlink-Ausbau, künftige Mondmissionen und mögliche Transporte zum Mars.
Für Flight 14 werden derzeit Booster 21 und Ship 41 erwartet. Als Startort ist Pad B der Starbase vorgesehen; als Ziel gilt das dritte Quartal 2026 .