Hedgefonds haben ihre Positionen in Technologie- und KI-Aktien im Oktober in kurzer Zeit deutlich zurückgefahren. Berichten zufolge reichten fünf aufeinanderfolgende Handelstage mit Nettoverkäufen aus, um ihre kumulierten Netto-Käufe globaler KI-Aktien seit Anfang 2025 auszugleichen. Die Angaben beruhen auf Daten aus dem Prime-Brokerage-Geschäft von Goldman Sachs.
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Das ist ein markanter Umschwung bei den Handelsströmen – aber kein Beleg dafür, dass Hedgefonds nun sämtliche KI-Aktien verkauft haben. Die Zahlen zeigen weder alle gehaltenen Aktien noch die Aktivitäten sämtlicher Marktteilnehmer.
Bestehende Positionen standen im Mittelpunkt
Insgesamt verkauften Hedgefonds innerhalb von zwei Wochen Technologieaktien im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Das liegt nahe an den etwa 23 Milliarden US-Dollar, die bei einem Ausverkauf im Juli verkauft worden sein sollen.
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Am stärksten fiel der Abbau bei bereits bestehenden Positionen aus: An dem Tag mit den intensivsten Verkäufen wurden vorhandene Aktienpositionen laut den berichteten Zahlen etwa 3,5-mal so schnell reduziert, wie neue Short-Positionen eröffnet wurden. Das spricht dafür, dass der Rückzug aus zuvor gehaltenen Aktien eine größere Rolle spielte als neue Wetten auf fallende Kurse.
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Ganz ausgereizt war das Engagement in Technologie damit offenbar nicht unbedingt. Ein Bericht beziffert den Technologieanteil in Goldmans Prime-Brokerage-Buch nach dem Rückgang auf 23,5 Prozent – ein Wert nahe dem 90. Perzentil der vergangenen fünf Jahre.
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Auch beliebte Hedgefonds-Aktien gerieten unter Druck
Goldmans Korb besonders beliebter Hedgefonds-Aktien fiel am 22. Oktober um 4,2 Prozent. Das war laut Forbes der stärkste Tagesverlust seit 2011. Für den Oktober stand bei dem Korb insgesamt ein Minus von 10,4 Prozent zu Buche.
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Die Verluste trafen unterschiedliche Anlagestrategien gleichzeitig: Fundamental orientierte Long-Short-Fonds, systematische Fonds und Multi-Strategie-Fonds verloren an diesem Tag jeweils mehr als ein Prozent. Laut dem Bericht war es das erste Mal seit Beginn der Pandemie, dass alle drei Gruppen zugleich so stark nachgaben.
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Der Druck erfasste auch Trendfolge-Fonds. Reuters berichtete unter Berufung auf eine Goldman-Notiz, dass diese ihre schlechteste Woche seit 2024 erlebt hätten. Zur Marktunruhe trugen demnach auch Zweifel daran bei, wann sich die hohen Ausgaben für KI letztlich auszahlen werden.
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Die Berichte zeichnen damit das Bild eines breiten Rückzugs aus riskanten Positionen – nicht bloß einer Welle neuer Short-Wetten. Zugleich nennen sie mehr als einen möglichen Faktor: den Abbau von Risiko und die Frage, welche Rendite die hohen KI-Investitionen bringen werden.
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Was die Zahlen nicht aussagen
Eine Umkehr der Netto-Käufe bedeutet nicht, dass alle zuvor aufgebauten Bestände verkauft wurden. Und das Verhältnis von 3,5 zu 1 belegt nicht, dass jeder Verkauf eine erzwungene Liquidation war. Es zeigt lediglich, dass der Abbau bestehender Positionen in den berichteten Handelsdaten deutlich stärker ins Gewicht fiel als das Eröffnen neuer Short-Positionen.
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Die Daten sprechen für einen kräftigen Rückgang des Engagements von Hedgefonds in KI- und Technologiewerten. Für sich genommen beweisen sie aber weder, dass die Nachfrage nach KI-Produkten eingebrochen ist, noch dass der Verkaufsdruck vorbei ist oder die Aktienkurse ihren Tiefpunkt erreicht haben. Reuters nennt die Unsicherheit über den Ertrag hoher KI-Ausgaben ausdrücklich als Teil des Marktumfelds. Der Rückzug lässt sich daher nicht allein mit Positionierungen erklären.
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Die hier verfügbaren Berichte stützen sich bei den zentralen Zahlen überwiegend auf Angaben von Goldman Sachs. Sie enthalten nicht genügend Details, um die Daten von Goldman unabhängig mit denen von Morgan Stanley zu vergleichen oder weitergehende Behauptungen zu Hebelwirkung und einer Stabilisierung des Marktes zu überprüfen.