Venezuela stellt für seinen Öl- und Gassektor Investitionen von fast 76 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren in Aussicht. Das sagte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez am 17. Oktober 2026. Die Zahl bezieht sich auf kürzlich geschlossene Vereinbarungen und umfasst auch ein Abkommen mit den USA, das Pläne für 250 Bohranlagen vorsieht. Sie ist jedoch kein Beleg dafür, dass die gesamte Summe bereits finanziert oder verbindlich zugesagt wurde.
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Was Rodríguez angekündigt hat
Rodríguez stellte die Prognose zum Abschluss einer Energiekonferenz in Maracaibo vor. Mehr als 150 venezolanische und internationale Unternehmen kamen dort zusammen. Nach den vorliegenden Berichten waren 61 Vereinbarungen unterzeichnet, weitere 44 befanden sich noch in Verhandlung.
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Das US-Abkommen bezieht sich auf 17 Ölfelder und sieht den Einsatz von 250 Bohranlagen vor. Rodríguez sagte, die Investitionen sollten Venezuela unmittelbar zugutekommen und auch seinen Partnern Vorteile bringen.
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Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Venezuela nach dem Sturz von Nicolás Maduro im Januar seinen Energiesektor wieder für ausländisches Kapital öffnet. Dabei erhält das Land Unterstützung von der Regierung Donald Trumps.
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Die entscheidende offene Frage: Ist das Geld gesichert?
Die fast 76 Milliarden Dollar sind als erwartete Investitionen zu verstehen, nicht als bestätigte Gesamtsumme bereits finanzierter Projekte. In den verfügbaren Berichten werden weder die Investoren im Einzelnen genannt noch die Geldquellen aufgeschlüsselt. Auch bleibt offen, welcher Anteil aus öffentlichen und welcher aus privaten Mitteln stammen soll.
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Zudem ist nicht ersichtlich, wie sich die Prognose auf einzelne Vorhaben verteilt oder wann die Mittel fließen könnten. Unterzeichnete Abkommen und laufende Verhandlungen sind nicht gleichbedeutend mit einer vollständig finanzierten Investitionssumme.
Große Pläne, langer Weg zur Erholung
Die Investitionsoffensive soll Venezuelas Energieproduktion wiederbeleben. Doch die Höhe der Prognose sagt für sich genommen nicht aus, wie schnell die Förderung steigen kann. Am 6. Oktober sagte die Chefökonomin von ConocoPhillips laut Reuters, es könne mindestens ein Jahrzehnt und Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe dauern, bis sich die Ölindustrie erholt und wieder früher erreichte Fördermengen annähert.
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Daneben gibt es einen eigenständigen Investitionsplan von Chevron: Das Unternehmen erklärte, seine venezolanischen Gemeinschaftsunternehmen wollten über fünf Jahre mehr als 7 Milliarden Dollar investieren und die Förderung auf rund 600.000 Barrel pro Tag steigern. Aus den verfügbaren Berichten geht nicht hervor, ob dieser Plan in den fast 76 Milliarden Dollar enthalten ist oder zusätzlich dazu kommt.
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Der belastbare Schluss: Rodríguez hat eine ehrgeizige Investitionsperspektive vorgestellt. Ob das Geld tatsächlich kommt, wer es bereitstellt und in welchem Zeitrahmen, ist weiterhin offen.
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