The Information berichtete am 28. Oktober, DeepSeek und Moonshot AI hätten sich beim Training ihrer neuesten Modelle stark auf Ausgaben von OpenAIs GPT-6 Astra gestützt. Reuters gab den Bericht unter Berufung auf Personen mit direkter Kenntnis der Angelegenheit wieder. Die betroffenen Unternehmen äußerten sich zunächst nicht; unabhängig bestätigt sind die Vorwürfe nicht.
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Genannt werden DeepSeeks V4.1-Flash 1017 und Moonshots Kimi K3.1 Pro. Im Mittelpunkt steht nicht der Vorwurf, die Firmen hätten Zugriff auf OpenAIs Modellgewichte gehabt. Es geht darum, ob Antworten eines Modells genutzt wurden, um ein anderes zu trainieren – und ob diese Nutzung autorisiert war.
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Was KI-Destillation bedeutet
Bei der Destillation dient ein leistungsfähigeres Modell als eine Art „Lehrer“: Ein kleineres oder kostengünstigeres Modell wird mit den Antworten des größeren trainiert und lernt so bestimmte Verhaltensweisen. Zugriff auf die Modellgewichte des Lehrermodells ist dafür nicht nötig. OpenAI bietet selbst eine Plattform an, mit der kosteneffiziente Modelle anhand von Ausgaben größerer Modelle feinabgestimmt werden können.
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Die Methode ist nicht grundsätzlich unzulässig. Umstritten ist vielmehr, wie die Antworten beschafft und anschließend verwendet werden. OpenAI bezeichnet als adversariale Destillation die systematische und nicht autorisierte Nutzung von Ausgaben oder geschützten Denkprozessen eines Modells, um ein anderes zu trainieren, nachzubilden oder zu verbessern.
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Gelingt es, auf diesem Weg bestimmte Fähigkeiten zu übernehmen, kann das den Aufwand für eigene Forschung und eigenes Training verringern. Kritiker warnen, dass unerlaubtes Abschöpfen damit Nachahmung belohnen und den Wettbewerbsvorteil schmälern könnte, den Entwickler durch hohe Investitionen in Forschung und Training aufgebaut haben.
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Eine separate Kampagne, über die OpenAI im September berichtete
Der Vorwurf zum Training mit GPT-6-Astra-Ausgaben ist nicht gleichbedeutend mit einem Beweis, dass die genannten Modelle Material aus der separaten Kampagne nutzten, die OpenAI im September schilderte. OpenAIs Bericht vom 30. September handelte von Versuchen, geschützte Denkprozesse aus seinen Modellen herauszulösen. Er belegt für sich genommen nicht, wie die von The Information genannten Modelle trainiert wurden.
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OpenAI zufolge wurden erste Aktivitäten in der ersten Juliwoche beobachtet. Medienberichte bezifferten einen Ausschlag am 24. und 25. Juli auf rund 16.000 Anfragen von mehr als 4.000 Nutzern. Die Zahlen beschreiben Anfragen und Nutzer, nicht bestätigte erfolgreiche Extraktionen. OpenAI habe die Aktivität bis zum 28. Juli unterbunden.
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Berichten zufolge kopierten die Beteiligten verschlüsselte Denkprozesse aus einer Unterhaltung und forderten ein Modell in einer anderen Unterhaltung auf, sie als Text wiederzugeben. OpenAI erklärte, die Beteiligten hätten weder die Verschlüsselung geknackt noch eine Datenbank kompromittiert oder direkt auf gespeicherte Gespräche zugegriffen.
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OpenAI führte einen zentralen Teil der Aktivitäten auf Personen zurück, die mit Moonshot AI in Verbindung stehen. Zugleich erklärte das Unternehmen, es könne nicht feststellen, ob alle Beteiligten zu einem einzigen Akteur gehörten. CyberScoop merkte an, OpenAI habe für die Zuordnung zu Moonshot keine öffentlich zugänglichen technischen Belege vorgelegt. Diese Zuschreibung lässt sich anhand der veröffentlichten Informationen daher nicht unabhängig überprüfen.
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Was Anthropic zu Schutzmaßnahmen sagte
Anthropic erklärte im Oktober, neue Schutzmaßnahmen hätten die von Destillierern abgegriffene Datenmenge um etwa 90 bis 99 Prozent verringert. Separat meldete das Unternehmen, dass nach Einführung eines Klassifikators 10- bis 100-mal weniger Reasoning-Tokens extrahiert worden seien. Das sind zwei unterschiedliche Kennzahlen.
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Anthropic warf außerdem dem Unternehmen Zhipu vor, beim Aufbau von GLM-5.3 Cyberfähigkeiten führender US-Modelle destilliert zu haben. Das ist Anthropics Darstellung; die verfügbaren Angaben belegen nicht, dass sich dieser konkrete Vorwurf auf Claude bezog.
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Was der Streit zeigt – und was nicht
Für Modellentwickler steht die Sorge im Raum, dass Konkurrenten nützliche Fähigkeiten übernehmen könnten, ohne vergleichbare Aufwendungen für Forschung und Training zu tragen. Hinzu kommt eine Sicherheitsfrage: Mit den Fähigkeiten eines Modells werden nicht automatisch auch die Schutzmaßnahmen übernommen, die dessen Entwickler eingerichtet hat. Anthropic warnt, unerlaubte Destillation könne fortgeschrittene Fähigkeiten kopieren, ohne entsprechend robuste Sicherheitsvorkehrungen mitzuliefern.
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Das sind Risiken, die Unternehmen und Medienberichte ansprechen – kein Beweis dafür, dass DeepSeeks oder Moonshots gemeldete Modelle GPT-6 Astra gleichwertig sind, ein bestimmter Vertrag verletzt wurde oder ein konkreter Schaden entstanden ist. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Destillation als Trainingsmethode und den umstrittenen Praktiken, mit denen Antworten eines anderen Modells beschafft oder weiterverwendet werden.