In Taiwan wird in diesem Zusammenhang häufig von einer „non‑red“ Lieferkette gesprochen. Der Begriff beschreibt Technologie‑Netzwerke, die möglichst ohne Komponenten aus autoritär regierten Staaten auskommen.
Die Strategie erinnert an Taiwans Rolle in der Halbleiterindustrie, wo das Land durch sogenannte „Chip‑Diplomatie“ zu einem unverzichtbaren Partner in globalen Lieferketten geworden ist.
Chiang sagte, Taiwan wolle einen ähnlichen Einfluss nun auch im Drohnensektor aufbauen. Ziel sei es, Drohnen zu einer weiteren Schlüsselindustrie des Landes zu entwickeln.
Dafür hat das Außenministerium eine Drone Diplomacy Task Force eingerichtet. Ihre Aufgaben sind unter anderem:
Drohnen gewinnen laut Chiang weltweit an Bedeutung – nicht nur für zivile Anwendungen, sondern auch für Sicherheit, Industrie und wirtschaftliche Resilienz in einer zunehmend angespannten geopolitischen Lage.
Die Taiwan‑Deutschland‑Luftfahrtkonferenz gilt als Beispiel für die Art von Partnerschaften, die Taipei ausbauen möchte. Chiang hob den technischen und wirtschaftlichen Austausch zwischen taiwanischen und deutschen Unternehmen hervor.
Taiwan wolle sich als verlässlicher Partner in demokratischen Technologie‑Lieferketten positionieren und gemeinsam mit anderen Staaten Drohnentechnologie, Produktion und Anwendungen weiterentwickeln.
Über die reine Produktion hinaus strebt Taiwan an, ein Innovationszentrum für Drohnen und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz zu werden.
Chiang verwies auf bestehende Technologiekompetenzen sowie auf neue Forschungs‑ und Entwicklungsinitiativen, die Taiwan zu einem regionalen Knotenpunkt im demokratischen Drohnen‑Ökosystem machen sollen.
Auch die geografische Lage in der sogenannten First Island Chain – einer strategisch wichtigen Inselkette im westlichen Pazifik – sowie Taiwans starke Elektronik‑Industrie spielen bei dieser Vision eine Rolle.
Aktuelle Handelsdaten zeigen bereits ein starkes Wachstum der Branche, da viele Länder nach Alternativen zu chinesischen Drohnenherstellern suchen.
Laut Focus Taiwan stiegen die Exporte fertiger Drohnen nach Europa von 2.574 Einheiten im Jahr 2024 auf 107.433 im Jahr 2025. Im ersten Quartal 2026 wurden bereits 136.010 Einheiten exportiert.
Insgesamt erreichten Taiwans Drohnenexporte im ersten Quartal 2026 rund 100 Millionen US‑Dollar, ein Hinweis auf die schnell wachsende internationale Nachfrage nach unbemannten Systemen aus Taiwan.
Taiwans Ansatz verbindet Industriepolitik, Außenpolitik und Sicherheitsinteressen. Durch den Aufbau einer „non‑red“ Lieferkette und engere Kooperation mit demokratischen Staaten möchte Taipei:
Sollte die Strategie aufgehen, könnten Drohnen – ähnlich wie Halbleiter – zu einem weiteren Technologiebereich werden, in dem Taiwan eine überproportional wichtige Rolle in globalen Lieferketten spielt.
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