Snowflake will seine KI-Agenten stärker von der Frage-Antwort-Hilfe zur laufenden Arbeit bewegen. Auf der Expedition 2026 am 3. November kündigte das Unternehmen Neuerungen für CoCo, den Coding-Agenten für Datenteams, und CoWork, den Arbeitsagenten für Wissensarbeiter, an. Dazu gehören Bots, die Aufgaben im Hintergrund bearbeiten, geplante Automatisierungen für Datenteams und Werkzeuge für Geschäftskontext und Governance. Wichtig dabei: Die Funktionen haben unterschiedliche Verfügbarkeitsstufen. Und Produktankündigungen sind kein unabhängiger Nachweis dafür, wie zuverlässig die Agenten arbeiten.
11
19
Vom Prompt zur wiederkehrenden Aufgabe
Snowflake zufolge sollen die aktualisierten Agenten regelmäßige Aufgaben übernehmen können, ohne dass Nutzer jeden einzelnen Schritt vorgeben müssen. Die neuen CoCo- und CoWork-Bots sollen im Hintergrund arbeiten und sich melden, wenn eine Entscheidung oder Freigabe durch einen Menschen nötig ist.
11
13 Berichten zufolge können die Bots auf zugewiesene Ziele hinarbeiten und die Zugriffsrechte der jeweiligen Beschäftigten übernehmen. Der Zugriff soll damit an bereits bestehende Berechtigungen gebunden bleiben.
18
23
Als mögliche Aufgaben wurden etwa die Vorbereitung eines Briefings für ein Kundengespräch und laufende Arbeiten genannt. Für Datenteams beschreibt Snowflake außerdem CoCo-Automatisierungen, die beispielsweise den Zustand von Datenpipelines prüfen oder fehlgeschlagene Jobs untersuchen können.
21
24 Das sind von Snowflake beschriebene Anwendungsfälle – kein Beleg dafür, dass jede Aufgabe ohne menschliche Kontrolle abläuft.
CoCo-Automatisierungen und Tabellenkalkulationen
Mit CoCo Automations können Datenteams wiederkehrende Aufgaben in natürlicher Sprache beschreiben und proaktiv ausführen lassen. Snowflake führt die Funktion in Snowsight, der webbasierten Oberfläche des Dienstes, und über die Kommandozeile als allgemein verfügbar. In CoCo Desktop ist sie als öffentliche Vorschau gelistet.
24 Die vorliegenden Ankündigungsdetails belegen geplante Automatisierungen, bestätigen aber nicht die konkrete Behauptung eines Prüfprotokolls für jeden einzelnen Durchlauf.
In den Release Notes führt Snowflake außerdem CoCo für Excel und CoCo für Google Sheets als Vorschaufunktionen auf.
2 Die verfügbaren Angaben bestätigen dagegen weder einen Vorschau-Start von Snowflake für Slack noch eine einheitliche Snowflake-Mobile-App. Diese Punkte sollten daher nicht als gesicherte Details des Starts dargestellt werden.
Geschäftskontext und Kontrolle
Die Agenten sind Teil eines größeren Vorhabens: Unternehmens-KI soll mit einem gemeinsamen Geschäftskontext arbeiten und zentral verwalteten Kontrollen unterliegen. Snowflakes Business Ontology soll Agenten gemeinsame, vorab freigegebene Geschäftsdefinitionen bereitstellen. Berichten zufolge baut sie auf Snowflakes Funktionen für semantische Modellierung auf.
14
Inference, Observability und Kostenverwaltung des Cortex AI Gateway wurden am 3. November allgemein verfügbar. Laut Snowflakes Release Notes bietet das Gateway einen kontrollierten Zugangspunkt für KI-Clients in einer Organisation. Es protokolliert Anfragen und ordnet die Ausgaben den Nutzern zu, die sie ausgelöst haben.
8 Das schafft eine Kontrollebene für den KI-Zugriff – belegt für sich genommen aber nicht, dass die Entscheidungen eines Agenten korrekt sind.
Nutzung und separate Ankündigung zum Modelltraining
In den Ergebnissen für das zweite Quartal des Geschäftsjahrs meldete Snowflake mehr als 9.100 CoCo-Konten und 5.800 CoWork-Konten.
38 Die Zahlen geben einen Anhaltspunkt zur Verbreitung. Die angeführten Ergebnisse belegen jedoch weder eine Berechnung als Durchschnitt über vier Wochen noch, dass jedes Konto einer einzelnen Person entspricht.
Unabhängig davon kündigte Snowflake Cortex Training als öffentliche Vorschau an. Damit sollen Open-Weight-Modelle wie Qwen, DeepSeek, Mistral und Gemma mit verwalteten GPUs nachtrainiert werden können.
17 Snowflake zufolge zeigten eigene LoRA-Benchmarks Kosten, die bis zu 61 Prozent unter denen konkurrierender serverloser Trainings-APIs wie Tinker lagen.
37 Das ist ein vom Anbieter berichteter Bestwert aus Benchmarks – keine allgemeine Spargarantie und kein unabhängig überprüfter Vergleich.
Worauf es jetzt ankommt
Die Richtung ist klar: Snowflake möchte, dass seine Agenten wiederkehrende Aufgaben erledigen und dabei unternehmensspezifische Definitionen sowie bestehende Zugriffsrechte berücksichtigen. Für Unternehmen sind nun vor allem drei Fragen relevant: Welche Funktionen sind in der jeweils genutzten Oberfläche verfügbar? Welche Schritte brauchen weiterhin eine Freigabe? Und wie lässt sich jeder automatisierte Durchlauf überwachen?
Die Ankündigungen beschreiben, was die Produkte leisten sollen. Eine unabhängige Demonstration ihrer Zuverlässigkeit oder konkreter Kundenergebnisse liefern sie nicht.