Shells Ausblick vom 7. Oktober deutet auf außergewöhnlich gute Bedingungen im Raffineriegeschäft hin – aber nicht auf eine Verbesserung in allen Sparten. Der Energiekonzern rechnet für das dritte Quartal mit einer indikative Raffineriemarge von 42 US-Dollar je Barrel, verglichen mit 24 Dollar im zweiten Quartal. Damit würde der Wert den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2022 übertreffen. Es handelt sich um eine Prognose, nicht um ein abschließend ausgewiesenes Quartalsergebnis.
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Warum die Raffineriemarge so stark steigt
Der Anstieg um 75 Prozent gegenüber dem Vorquartal fällt in eine Zeit, in der der Konflikt im Nahen Osten die Versorgung mit Kraftstoffen verknappt und die Preise nach oben getrieben hat, berichtete Reuters.
30 Die prognostizierte Marge läge zudem über dem bisherigen Höchstwert, den Shell nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022 gemeldet hatte.
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Eine höhere Marge bedeutet allerdings nicht, dass Shells Raffinerien stärker ausgelastet sein dürften. Niedrige Wasserstände im Rhein beeinträchtigten die Rheinland-Raffinerie in Deutschland. Shell erwartet deshalb eine Auslastung von 93 bis 97 Prozent – nach 102 Prozent im zweiten Quartal.
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Auch andere Bereiche des Geschäfts entwickelten sich laut Ausblick schwächer: Die indikative Marge im Chemiegeschäft soll von 270 auf 208 Dollar je Tonne sinken. Zudem rechnet Shell mit geringeren Erträgen im Marketing.
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Wichtig ist die Einordnung: Die indikative Marge ist eine Kennzahl im Ausblick und kein endgültiger Gewinnwert für das Quartal. Shell weist darauf hin, dass die Prognose von den später veröffentlichten Ergebnissen abweichen kann.
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ARC lässt die Gasprognose steigen
Shell hob seine Prognose für die Produktion im integrierten Gasgeschäft im dritten Quartal auf 740.000 bis 780.000 Barrel Öläquivalent pro Tag an. Zuvor hatte die Spanne bei 570.000 bis 630.000 gelegen. Auch gegenüber dem zweiten Quartal mit 631.000 Barrel Öläquivalent pro Tag liegt die neue Prognose höher.
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Der Anstieg ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem vergleichbaren Produktionszuwachs aus Shells bisherigem Geschäft. Das Unternehmen schloss die Übernahme des kanadischen Energieunternehmens ARC Resources am 2. September ab. Die frühere Prognose hatte ARC und Mengen aus Katar nicht berücksichtigt. Die neue Spanne verändert daher auch den Umfang dessen, was in der Prognose enthalten ist.
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LNG-Mengen sollen zurückgehen
Trotz der höheren Prognose für die Gasproduktion erwartet Shell bei der LNG-Verflüssigung im dritten Quartal 7,2 bis 7,6 Millionen Tonnen. Im zweiten Quartal waren es 7,7 Millionen Tonnen. Der Ausblick zeigt damit eine höhere ausgewiesene Produktion im integrierten Gasgeschäft, aber zugleich niedrigere erwartete LNG-Mengen.
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Was die Übernahme langfristig bedeutet
Shell zufolge erhöht die Übernahme von ARC die erwartete jährliche Produktionswachstumsrate bis 2030 von rund einem auf etwa vier Prozent. Diese längerfristige Prognose ist von der aktuellen Quartalsprognose zu unterscheiden: Sie berücksichtigt das hinzugekommene Geschäft und dessen Wachstumsaussichten.
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Shell will die vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal am 29. Oktober 2026 veröffentlichen. Bis dahin bleiben die Raffineriemarge von 42 Dollar und die übrigen Angaben für Q3 Prognosen, keine endgültigen Ergebnisse.
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