Eine der strategisch wichtigsten Ankündigungen war die geplante Integration zwischen Microsoft 365 Copilot und SAP Joule.
Die Idee: Zwei unterschiedliche KI‑Systeme arbeiten künftig zusammen.
Durch eine geplante Agent‑zu‑Agent‑Interaktion könnten Mitarbeitende künftig aus ihren alltäglichen Arbeitswerkzeugen heraus Geschäftsprozesse anstoßen. Ein Beispiel: Eine Entscheidung, die in einem Teams‑Chat diskutiert wird, könnte automatisch einen SAP‑Workflow im Einkauf oder im Finanzsystem starten.
Damit versuchen SAP und Microsoft ein typisches Problem vieler Unternehmen zu lösen: Mitarbeitende arbeiten im Alltag in Produktivitäts‑Tools, während die eigentlichen Daten und Prozesse in ERP‑Systemen liegen. Die Integration soll diese beiden Welten verbinden, sodass KI nicht nur Informationen zusammenfasst, sondern direkt im operativen System handeln kann.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle von Microsoft Azure als Infrastruktur für SAP‑Workloads und KI‑Funktionen.
Microsoft positioniert Azure als Plattform, auf der Unternehmen ihre SAP‑Systeme betreiben und gleichzeitig moderne Cloud‑ und KI‑Services nutzen können. Die Kombination aus ERP‑Daten, Analyseplattformen und KI‑Modellen in einer gemeinsamen Cloud‑Umgebung gilt als wichtiger Baustein für automatisierte Unternehmensprozesse.
Für SAP ist diese Infrastruktur entscheidend, weil autonome Unternehmensfunktionen mehrere Voraussetzungen benötigen:
Azure übernimmt dabei die Cloud‑ und KI‑Basis, während SAP die Geschäftslogik und Prozessmodelle liefert.
Ein weiterer Schritt ist die Erweiterung des gemeinsamen Programms RISE with SAP on Microsoft Azure.
Dabei handelt es sich um eine Initiative, mit der Unternehmen beim Umstieg von klassischen On‑Premise‑SAP‑Systemen auf moderne Cloud‑ERP‑Umgebungen unterstützt werden. SAP und Microsoft kündigten an, die Zahl der unterstützten Kunden im Jahr 2026 mehr als zu verdoppeln.
Das Programm bietet unter anderem:
Der Ausbau ist für SAP strategisch wichtig, weil viele neue KI‑Funktionen – insbesondere agentenbasierte Automatisierung – für moderne Cloud‑ERP‑Umgebungen konzipiert sind, nicht für ältere lokale Installationen.
Um die Vorteile dieser Strategie zu demonstrieren, verwies Microsoft auf reale Kundenprojekte. Ein prominentes Beispiel ist Procter & Gamble (P&G).
Der Konsumgüterkonzern migrierte seine SAP‑Systemlandschaft im Rahmen eines mehrjährigen Transformationsprogramms auf Microsoft Azure. Laut Berichten erzielte das Unternehmen dabei durchschnittlich rund 40 % Leistungssteigerung bei SAP‑Workloads.
Zu den Effekten gehörten unter anderem:
Solche Modernisierungsschritte gelten als Grundlage, bevor Unternehmen umfangreiche KI‑Automatisierung in ihre Kernprozesse integrieren.
Die Ankündigungen zeigen eine klar abgestufte Strategie:
Damit entsteht ein Modell, in dem KI nicht isoliert in einzelnen Tools arbeitet, sondern Produktivitätssoftware, Unternehmensanwendungen und Cloud‑Infrastruktur miteinander verbindet.
Viele Details – etwa konkrete Produktzeitpläne oder technische Implementierungsmodelle – wurden auf der Konferenz noch nicht vollständig veröffentlicht. Die strategische Richtung ist jedoch deutlich: SAP und Microsoft wollen ERP‑Systeme zum operativen Kern eines KI‑gesteuerten, teilweise autonomen Unternehmens machen.