Die Forschungsgruppe Insikt Group von Recorded Future identifizierte mehrere Aktivitätscluster, die PurpleDelta zugeordnet werden. Der Name bezeichnet nordkoreanische IT-Arbeiter, die mit betrügerischen Identitäten auftreten. Die untersuchte Aktivität fand hauptsächlich zwischen Ende 2024 und Anfang 2025 statt. Zu den Zielen gehörten Software- und Technologieunternehmen, Personal- und Beratungsfirmen sowie Organisationen aus dem Gesundheits- und Biotechnologiesektor.
Über die Operation hinweg fanden die Forscher mindestens 22 künstliche Identitäten. Ein Cluster bewarb sich über mindestens acht Recruiting-Plattformen bei mehr als 1.100 Unternehmen und verschickte bis zu 60 Bewerbungen pro Tag. Die Betreiber waren laut Einschätzung der Forscher mit hoher Wahrscheinlichkeit bei mindestens zehn Organisationen angestellt.
Diese Größenordnung deutet auf ein wiederholbares System hin und nicht auf vereinzelten Lebenslaufbetrug. Identitäten konnten erstellt, angepasst und ersetzt werden. Wurde eine Persona entdeckt, konnte derselbe Betreiber mit einem anderen Namen erneut versuchen, Zugang zu einem Unternehmen zu erhalten.
Die Profile bestanden nicht bloß aus einem gefälschten Lebenslauf. Nach den von Recorded Future beschriebenen Erkenntnissen kombinierten die Betreiber künstliche Identitäten mit KI-generierten Profilfotos, speziell konfigurierten ChatGPT-Assistenten und Identitätsdokumenten aus illegalen Quellen.
KI half dabei, Bewerbungen auf Stellen zuzuschneiden und die erfundenen Lebensgeschichten über mehrere Phasen des Auswahlverfahrens hinweg konsistent zu halten. Bei Videointerviews setzten einige Betreiber Berichten zufolge Live-Transkription und KI-generierte Antworten ein. Übersetzungswerkzeuge halfen ihnen außerdem, Schwierigkeiten bei Kommunikation oder Sprache zu erklären.
Die Untersuchung beschreibt auch den gleichzeitigen Umgang mit mehreren Identitäten. Aufzeichnungen von Besprechungen und Werkzeuge für Bildschirmaufnahmen verschärfen die Lage zusätzlich: Sie könnten Informationen offenlegen, die innerhalb der Systeme eines Arbeitgebers besprochen oder angezeigt werden. Die vorliegenden Belege zeigen nicht, dass jede Persona jede dieser Methoden nutzte. Die Kombination macht jedoch deutlich, wie KI den Zeit- und Arbeitsaufwand für den Betrieb mehrerer Identitäten senken kann.
Ein gefälschter Mitarbeiter kann gefährlicher sein als ein gefälschter Bewerber, weil die Einstellung selbst Vertrauen schafft. Nach dem Eintritt ins Unternehmen kann ein Betreiber je nach Position und Zugriffskontrollen Zugang zu Quellcode, internen Werkzeugen, Kunden- oder Finanzdaten, strategischen Gesprächen und Unternehmenszugängen erhalten. Bei Remote-Arbeit ist es zudem schwieriger zu überprüfen, wer tatsächlich das Konto und das verwendete Gerät bedient.
Der finanzielle Anreiz hat auch eine geopolitische Dimension. PurpleDelta wird mit der Einnahmengenerierung und Informationsbeschaffung für Nordkorea in Verbindung gebracht. Berichte über das breitere nordkoreanische IT-Arbeiter-Netzwerk verknüpfen die illegalen Einnahmen mit sanktionierten staatlichen Programmen und der Finanzierung von Massenvernichtungswaffen.
Eine weiter gefasste Untersuchung von Recorded Future beschreibt synthetische Identitäten als doppelte Bedrohung für Unternehmen: Sie können sowohl groß angelegten Finanzbetrug ermöglichen als auch zur Umgehung von Sanktionen, zur Generierung illegaler Einnahmen und zum Diebstahl geistigen Eigentums eingesetzt werden.
PurpleDelta greift Unternehmen über den Einstellungsprozess an, während bekanntere Job-Scams Menschen auf Arbeitssuche ins Visier nehmen. Die Methoden unterscheiden sich, doch beide nutzen die Verbreitung von Remote-Recruiting, digitales Vertrauen und unzureichende Identitätsprüfungen aus.
Ein aktuelles Beispiel aus den USA: Das Better Business Bureau North Alabama warnte vor angeblichen Remote-Stellen für Datenerfassung, die unter dem Namen „Parkway Greenhouse LLC“ angeboten wurden. Bewerber berichteten von schnellen Zusagen und anschließenden Aufforderungen, ihre Bankverbindung mitzuteilen.
Auch die finanziellen Schäden durch Beschäftigungsbetrug sind deutlich gestiegen. Nach Daten der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) erhöhten sich die gemeldeten Verluste durch Job- und gefälschte Arbeitsvermittlungsbetrügereien von 90 Millionen US-Dollar im Jahr 2020 auf 501 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Die Zahl der Meldungen hat sich im selben Zeitraum nahezu verdreifacht. Das Better Business Bureau meldete zudem, dass sich die Beschwerden über Beschäftigungsbetrug 2025 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelten.
Die gemeinsame Lehre für Arbeitgeber und Arbeitssuchende lautet: Ein überzeugendes digitales Profil ist kein Beweis dafür, dass dahinter eine echte Person, ein echter Arbeitgeber oder ein legitimer Aufenthaltsort steht.
Recorded Futures zentrale Empfehlung lautet, die Person hinter einem Konto zu überprüfen – und sich nicht allein auf Dokumente, Lebenslauf oder Online-Profil zu verlassen. Ein belastbareres Verfahren sollte mehrere Signale kombinieren:
Diese Prüfungen sollten zusammenwirken und nicht als einzelner Ja-nein-Test verstanden werden. Ein vertrautes Gerät, ein plausibles Dokument oder ein erfolgreiches Videogespräch kann jeweils täuschen, wenn ein Betreiber mehrere Identitäten koordiniert.
PurpleDelta zeigt, warum die Identitätsprüfung nicht mit der Annahme eines Jobangebots enden darf. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Lebenslauf echt aussieht. Arbeitgeber müssen vielmehr prüfen, ob während des gesamten Beschäftigungsverhältnisses dieselbe verifizierte Person vom selben bestätigten Standort aus mit derselben autorisierten Ausrüstung arbeitet.
Eine künstliche Identität ist austauschbar. Wird ein Konto oder Name entfernt, muss das den Betreiber nicht daran hindern, unter einer neuen Identität zurückzukehren. Kontinuierliche Kontrollen von Identität, Standort, Geräten und Zugriffsverhalten bieten Unternehmen eine bessere Chance, den tatsächlichen Betreiber zu erkennen – statt lediglich das jeweils neueste Profil zu löschen.
Die Forschungsgruppe Insikt Group von Recorded Future identifizierte mehrere Aktivitätscluster, die PurpleDelta zugeordnet werden. Der Name bezeichnet nordkoreanische IT-Arbeiter, die mit betrügerischen Identitäten auftreten. Die untersuchte Aktivität fand hauptsächlich zwischen Ende 2024 und Anfang 2025 statt. Zu den Zielen gehörten Software- und Technologieunternehmen, Personal- und Beratungsfirmen sowie Organisationen aus dem Gesundheits- und Biotechnologiesektor.
Über die Operation hinweg fanden die Forscher mindestens 22 künstliche Identitäten. Ein Cluster bewarb sich über mindestens acht Recruiting-Plattformen bei mehr als 1.100 Unternehmen und verschickte bis zu 60 Bewerbungen pro Tag. Die Betreiber waren laut Einschätzung der Forscher mit hoher Wahrscheinlichkeit bei mindestens zehn Organisationen angestellt.
Diese Größenordnung deutet auf ein wiederholbares System hin und nicht auf vereinzelten Lebenslaufbetrug. Identitäten konnten erstellt, angepasst und ersetzt werden. Wurde eine Persona entdeckt, konnte derselbe Betreiber mit einem anderen Namen erneut versuchen, Zugang zu einem Unternehmen zu erhalten.
Die Profile bestanden nicht bloß aus einem gefälschten Lebenslauf. Nach den von Recorded Future beschriebenen Erkenntnissen kombinierten die Betreiber künstliche Identitäten mit KI-generierten Profilfotos, speziell konfigurierten ChatGPT-Assistenten und Identitätsdokumenten aus illegalen Quellen.
KI half dabei, Bewerbungen auf Stellen zuzuschneiden und die erfundenen Lebensgeschichten über mehrere Phasen des Auswahlverfahrens hinweg konsistent zu halten. Bei Videointerviews setzten einige Betreiber Berichten zufolge Live-Transkription und KI-generierte Antworten ein. Übersetzungswerkzeuge halfen ihnen außerdem, Schwierigkeiten bei Kommunikation oder Sprache zu erklären.
Die Untersuchung beschreibt auch den gleichzeitigen Umgang mit mehreren Identitäten. Aufzeichnungen von Besprechungen und Werkzeuge für Bildschirmaufnahmen verschärfen die Lage zusätzlich: Sie könnten Informationen offenlegen, die innerhalb der Systeme eines Arbeitgebers besprochen oder angezeigt werden. Die vorliegenden Belege zeigen nicht, dass jede Persona jede dieser Methoden nutzte. Die Kombination macht jedoch deutlich, wie KI den Zeit- und Arbeitsaufwand für den Betrieb mehrerer Identitäten senken kann.
Ein gefälschter Mitarbeiter kann gefährlicher sein als ein gefälschter Bewerber, weil die Einstellung selbst Vertrauen schafft. Nach dem Eintritt ins Unternehmen kann ein Betreiber je nach Position und Zugriffskontrollen Zugang zu Quellcode, internen Werkzeugen, Kunden- oder Finanzdaten, strategischen Gesprächen und Unternehmenszugängen erhalten. Bei Remote-Arbeit ist es zudem schwieriger zu überprüfen, wer tatsächlich das Konto und das verwendete Gerät bedient.
Der finanzielle Anreiz hat auch eine geopolitische Dimension. PurpleDelta wird mit der Einnahmengenerierung und Informationsbeschaffung für Nordkorea in Verbindung gebracht. Berichte über das breitere nordkoreanische IT-Arbeiter-Netzwerk verknüpfen die illegalen Einnahmen mit sanktionierten staatlichen Programmen und der Finanzierung von Massenvernichtungswaffen.
Eine weiter gefasste Untersuchung von Recorded Future beschreibt synthetische Identitäten als doppelte Bedrohung für Unternehmen: Sie können sowohl groß angelegten Finanzbetrug ermöglichen als auch zur Umgehung von Sanktionen, zur Generierung illegaler Einnahmen und zum Diebstahl geistigen Eigentums eingesetzt werden.
PurpleDelta greift Unternehmen über den Einstellungsprozess an, während bekanntere Job-Scams Menschen auf Arbeitssuche ins Visier nehmen. Die Methoden unterscheiden sich, doch beide nutzen die Verbreitung von Remote-Recruiting, digitales Vertrauen und unzureichende Identitätsprüfungen aus.
Ein aktuelles Beispiel aus den USA: Das Better Business Bureau North Alabama warnte vor angeblichen Remote-Stellen für Datenerfassung, die unter dem Namen „Parkway Greenhouse LLC“ angeboten wurden. Bewerber berichteten von schnellen Zusagen und anschließenden Aufforderungen, ihre Bankverbindung mitzuteilen.
Auch die finanziellen Schäden durch Beschäftigungsbetrug sind deutlich gestiegen. Nach Daten der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) erhöhten sich die gemeldeten Verluste durch Job- und gefälschte Arbeitsvermittlungsbetrügereien von 90 Millionen US-Dollar im Jahr 2020 auf 501 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Die Zahl der Meldungen hat sich im selben Zeitraum nahezu verdreifacht. Das Better Business Bureau meldete zudem, dass sich die Beschwerden über Beschäftigungsbetrug 2025 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelten.
Die gemeinsame Lehre für Arbeitgeber und Arbeitssuchende lautet: Ein überzeugendes digitales Profil ist kein Beweis dafür, dass dahinter eine echte Person, ein echter Arbeitgeber oder ein legitimer Aufenthaltsort steht.
Recorded Futures zentrale Empfehlung lautet, die Person hinter einem Konto zu überprüfen – und sich nicht allein auf Dokumente, Lebenslauf oder Online-Profil zu verlassen. Ein belastbareres Verfahren sollte mehrere Signale kombinieren:
Diese Prüfungen sollten zusammenwirken und nicht als einzelner Ja-nein-Test verstanden werden. Ein vertrautes Gerät, ein plausibles Dokument oder ein erfolgreiches Videogespräch kann jeweils täuschen, wenn ein Betreiber mehrere Identitäten koordiniert.
PurpleDelta zeigt, warum die Identitätsprüfung nicht mit der Annahme eines Jobangebots enden darf. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Lebenslauf echt aussieht. Arbeitgeber müssen vielmehr prüfen, ob während des gesamten Beschäftigungsverhältnisses dieselbe verifizierte Person vom selben bestätigten Standort aus mit derselben autorisierten Ausrüstung arbeitet.
Eine künstliche Identität ist austauschbar. Wird ein Konto oder Name entfernt, muss das den Betreiber nicht daran hindern, unter einer neuen Identität zurückzukehren. Kontinuierliche Kontrollen von Identität, Standort, Geräten und Zugriffsverhalten bieten Unternehmen eine bessere Chance, den tatsächlichen Betreiber zu erkennen – statt lediglich das jeweils neueste Profil zu löschen.