Nach einem Telefonat am 5. Oktober 2026 haben die Präsidenten der Ukraine und Frankreichs mehrere Bereiche der Verteidigungszusammenarbeit benannt. Wolodymyr Selenskyj zufolge sollen ukrainische Piloten in naher Zukunft in Frankreich an Rafale-Kampfjets geschult werden. Zugleich werde ein neues französisches Hilfspaket vorbereitet; Teams beider Länder arbeiteten daran, französische Raketen und Fliegerbomben künftig in der Ukraine herzustellen. Auch das FREYJA-Programm zur Abwehr ballistischer Raketen kam zur Sprache. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte zudem, man habe konkrete Unterstützung zur Abwehr von Drohnen erörtert.
1
11
Wichtig ist die Unterscheidung: Angekündigt wurden Ausbildung und laufende Kooperation – nicht die Lieferung von Rafale-Jets. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund verstärkter russischer Angriffe und der Sorge vor weiteren Attacken im Winter statt.
6
16
Was nach dem Gespräch angekündigt wurde
Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamts sprachen Selenskyj und Macron über den militärischen Bedarf der Ukraine und Frankreichs Unterstützung. Selenskyj erklärte, neue Verteidigungslieferungen seien in Vorbereitung; auch über die Inhalte des Pakets hätten die beiden gesprochen.
10
11
Im Mittelpunkt standen vier Vorhaben:
- Rafale-Ausbildung: Ukrainische Piloten sollen in Frankreich in naher Zukunft mit der Ausbildung an Rafale-Flugzeugen beginnen. Die Ankündigung betrifft das Training, nicht eine bereits erfolgte Übergabe der Jets.
7
11
- Waffenproduktion in der Ukraine: Ukrainische und französische Teams arbeiten daran, die Herstellung französischer Raketen und Fliegerbomben in der Ukraine aufzubauen. Die Angaben beschreiben laufende Arbeit, keine bereits abgeschlossene Produktion.
8
11
- FREYJA: Die Präsidenten erörterten die Arbeit am FREYJA-Programm zur Abwehr ballistischer Raketen. Weitere technische Einzelheiten oder einen Zeitplan für den Einsatz nannte die Mitteilung nicht.
11
- Drohnenabwehr: Macron sagte, Frankreich und die Ukraine hätten konkrete Unterstützung besprochen, die der Ukraine helfen soll, Drohnen abzufangen.
1
Wie das Training in die Rafale-Pläne passt
Die Ausbildung ist Teil eines größeren Vorhabens zur Ausstattung der ukrainischen Streitkräfte mit Rafale-Kampfjets. Eine am selben Tag veröffentlichte gemeinsame Erklärung nennt eine erste Bestellung von 16 Flugzeugen und insgesamt 100 geplante Rafales.
2 Ausbildung und Beschaffung hängen zusammen, sind aber unterschiedliche Schritte: Das Training kann beginnen, bevor Flugzeuge geliefert werden. Eine Rafale-Lieferung wurde bei dem Telefonat am 5. Oktober nicht angekündigt.
2
11
Angriffe, ein gesunkenes Schiff und mögliche Gespräche
Die Ankündigungen kamen in einer Phase, in der die Ukraine mit einer weiteren Zunahme russischer Angriffe vor dem Winter rechnete. Das ordnet die Gespräche über Kampfflugzeuge, Luftverteidigung und Drohnenabwehr ein. Die Mitteilungen besagten jedoch nicht, dass eine einzelne Maßnahme einen bestimmten Angriff verhindern werde.
6
16
Selenskyj berichtete außerdem, zwei russische Drohnen hätten ein türkisches ziviles Schiff mit Maisladung im Schwarzen Meer getroffen. Das Schiff geriet in Brand und sank nahe der rumänischen Küste. Die rumänischen Behörden meldeten zwei Tote und elf gerettete Besatzungsmitglieder.
15
24
Unabhängig davon erklärte die Ukraine, sie sei bereit, bis Ende Oktober an von den USA vorgeschlagenen technischen Gesprächen mit Russland teilzunehmen. Moskau hatte auf den Vorschlag noch nicht reagiert – ein Treffen war daher möglich, aber nicht vereinbart.
32
44