Physical Superintelligence (PSI) teilte am 6. November 2026 mit, ein internes Forschungssystem habe mithilfe eines nicht öffentlichen Anthropic-Modells einen Beweis für die Aaronson-Ambainis-Vermutung gefunden. Das Problem ist seit 2008 offen. PSI veröffentlichte dazu eine Arbeit und eine Formalisierung in Lean 4; nach Angaben des Unternehmens akzeptierte Lean den Beweis. Eine Begutachtung durch eine Fachzeitschrift steht bislang aus.
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Was PSI berichtet
Das System habe bereits am dritten Tag seines Einsatzes auf der Infrastruktur von PSI einen vollständigen Beweis vorgelegt. Anschließend habe es an verwandten Fragen weitergearbeitet und das Ergebnis zweimal verbessert, heißt es in Berichten über die Ankündigung. Die verfügbaren Darstellungen nennen jedoch weder die einzelnen Schranken noch genügend Details, um den Lösungsweg Schritt für Schritt nachzuvollziehen.
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Die Arbeit leitete David Turturean aus dem technischen Team von PSI, der auch das Forschungssystem entwickelte. Berichten zufolge legte er das Problem fest, ließ einen ersten Entwurf erstellen und prüfte ihn; im Beitrag wird er als für die Korrektheit verantwortlich genannt.
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7 PSI-Berater Jim Halverson soll den Beweis geprüft haben. Beraterin Phiala Shanahan sprach über die Rolle der Lean-Formalisierung.
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Welches Modell zum Einsatz kam, ist nicht bekannt. PSI bezeichnet es lediglich als nicht öffentliches Anthropic-Modell. Aus den verfügbaren Quellen geht weder hervor, wie Anthropic beteiligt war, noch ob das Unternehmen das Ergebnis unabhängig bestätigt hat.
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Worum es bei der Vermutung geht
In der mit dem Beweis veröffentlichten Formulierung geht es um ein reelles Polynom mit Grad höchstens d, das auf dem Booleschen Würfel zwischen null und eins liegt. Hat das Polynom eine Varianz von mindestens ε, muss es demnach eine Variable mit einem gewissen Einfluss geben. Das Repository von PSI nennt als untere Schranke mindestens (ε/d)^7 und führt zusätzlich eine stärkere Schranke an.
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Anschaulich schließt das Ergebnis eine bestimmte Art von Verhalten aus: Ein beschränktes Polynom niedrigen Grades kann nicht deutlich variieren und dabei zugleich von jeder einzelnen Eingabevariable nur verschwindend wenig abhängen.
Die Bedeutung für die Quanteninformatik liegt in der Abfragekomplexität – also darin, wie oft ein Algorithmus auf seine Eingabe zugreifen muss. Die berichtete Folgerung lautet: Bei Ja-Nein-Aufgaben auf den meisten gleichverteilt zufällig gewählten Eingaben kann ein klassischer Algorithmus die Annahmewahrscheinlichkeit eines Quantenalgorithmus annähern, ohne dafür exponentiell mehr Eingabeabfragen zu benötigen.
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Das bedeutet nicht, dass klassische Computer Quantencomputer stets mit vergleichbarem Gesamtaufwand simulieren können. Eine Schranke für die Zahl der Eingabeabfragen sagt für sich genommen nicht, wie viel Rechenarbeit zwischen diesen Abfragen nötig ist. Ebenso wenig belegt das Ergebnis pauschal, dass Quantencomputer keine nützlichen Vorteile haben.
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Was die Lean-Prüfung aussagt – und was nicht
PSI hat eine mathematische Arbeit sowie eine Formalisierung des Beweises in Lean 4 veröffentlicht. Lean ist ein sogenannter Beweisassistent: Das Programm prüft, ob ein formalisiertes Argument aus den Definitionen und Voraussetzungen folgt, die in der Formalisierung festgelegt sind. Im Repository sind außerdem Prüfungen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung dokumentiert.
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Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass der formalisierte Beweis intern konsistent ist. Es ersetzt aber nicht die Prüfung, ob die formale Aussage die ursprüngliche Vermutung korrekt wiedergibt. Formale Verifikation, fachliche Einordnung der Mathematik und ein Peer-Review in einer Fachzeitschrift beantworten verwandte, aber unterschiedliche Fragen. Vorsichtig formuliert handelt es sich daher um einen bedeutenden Beweisanspruch mit öffentlich zugänglicher Formalisierung – nicht um ein Ergebnis, dessen sämtliche Aspekte bereits unabhängig wissenschaftlich begutachtet wurden.
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Die öffentlichen Zusammenfassungen belegen den von PSI genannten Zeitrahmen, die veröffentlichte Formalisierung und deren Annahme durch Lean. Sie enthalten jedoch nicht genug Informationen, um konkrete Angaben darüber zu überprüfen, wie der Beweis frühere Ansätze erweitert oder ein determinantenbasiertes Verfahren zum Paaren von Eingabekonstellationen verwendet. Ein solcher technischer Lösungsweg sollte daher nicht allein aus der Ankündigung abgeleitet werden.
Was noch offen ist
Die Ankündigung beantwortet nicht, welches Modell zum Einsatz kam, welchen Anteil Anthropic hatte oder ob externe Forschende den Beweis bereits eingehend geprüft haben. Entscheidend wird nun sein, ob Mathematikerinnen, Mathematiker und Informatiker sowohl die formale Fassung als auch ihre Übereinstimmung mit der ursprünglichen Vermutung unabhängig untersuchen können.
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Die nüchterne Zwischenbilanz hat zwei Seiten: PSI hat einen bemerkenswerten Beweisanspruch erhoben und eine maschinell prüfbare Formalisierung veröffentlicht. Bis zur unabhängigen Prüfung bleibt diese zusätzliche Kontrolle jedoch wichtig.