Anstatt die Produktion zu stoppen, spielte Cruz die Musicalnummer wie geplant zu Ende. Sie beschrieb später, wie widersprüchlich sich die Situation anfühlte: eine aufwendig choreografierte, energiegeladene Szene zu spielen, während sie innerlich mit der Möglichkeit einer ernsten Diagnose kämpfte.
Erst später brachten weitere medizinische Untersuchungen Klarheit. Die Ärzte stellten fest, dass kein Aneurysma vorlag – die ursprüngliche Einschätzung war ein Irrtum gewesen.
Trotz dieser belastenden Erinnerung verlief die Premiere des Films äußerst erfolgreich. La Bola Negra, inszeniert von Javier Calvo und Javier Ambrossi – gemeinsam als Los Javis bekannt – wurde beim Festival erstmals gezeigt und erhielt Berichten zufolge eine Standing Ovation von rund 20 Minuten.
Der spanischsprachige Film ist von der Arbeit des Dichters und Dramatikers Federico García Lorca inspiriert und erzählt Geschichten miteinander verbundener schwuler Männer aus unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven.
Mit seiner ambitionierten Erzählweise und starken emotionalen Themen tritt der Film im Wettbewerb um die Palme d’Or, den wichtigsten Preis des Festivals, an.
Für Penélope Cruz bleibt dieser Drehtag untrennbar mit dem Film verbunden. Was als erschreckender medizinischer Moment begann, entwickelte sich rückblickend zu einer der surrealsten Erfahrungen ihrer Karriere.
Der vermeintliche Befund stellte sich als falsch heraus – doch die Erinnerung daran, unter Todesangst eine Musicalszene zu spielen, wird sie nach eigenen Worten nie vergessen.
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