Vor etwa 66,5 Millionen Jahren hinterließ ein großer Raubsaurier vier Schritte im Schlamm. Heute sind sie als Fossil in der Hell-Creek-Formation im Südwesten des US-Bundesstaats North Dakota erhalten. Forschende schreiben die Spur einem erwachsenen Tyrannosaurus rex zu – es wäre die erste bekannte zusammenhängende Fährte eines ausgewachsenen T. rex. Die Ergebnisse erschienen im Journal of Vertebrate Paleontology.
3
5
Vier Abdrücke statt nur eines einzelnen Fundstücks
Die Fährte bei Marmarth ist etwa 7 Meter lang und umfasst vier dreizehige Fußabdrücke: zwei linke und zwei rechte. Jeder Abdruck misst ungefähr 1 Meter.
3
11
Entscheidend ist nicht allein die Größe, sondern die Abfolge. Einzelne Dinosaurierabdrücke sind bereits bekannt. Eine zusammenhängende Spur hält dagegen mehrere Schritte desselben Tieres fest. Dadurch lassen sich Schrittlänge und Bewegungsrichtung untersuchen – ein seltenes direktes Verhaltenszeugnis eines ausgewachsenen Tyrannosauriers.
3
5
Die Zuordnung zu T. rex stützt sich auf die außergewöhnliche Größe und die schmalen Zehenabdrücke sowie auf Alter und Fundort der Gesteinsschicht. In der Region sind zudem Tyrannosaurier-Fossilien bekannt. Vollständig beweisen lässt sich die Art bei einer Spur aber nicht wie bei einem gut erhaltenen Skelett: Fußspuren liefern weniger anatomische Details. Es handelt sich daher um eine fundierte wissenschaftliche Zuordnung, nicht um absolute Gewissheit.
4
5
Kein Sprint: Der T. rex war offenbar zu Fuß unterwegs
Aus dem Abstand der Abdrücke berechnete das Team eine Schrittlänge von ungefähr 4 Metern. Daraus ergibt sich eine geschätzte Geschwindigkeit von etwa 3,5 bis 4,5 Meilen pro Stunde – umgerechnet rund 5,6 bis 7,2 km/h. Das entspricht einem zügigen menschlichen Gehtempo.
16
Diese Zahl beschreibt ausdrücklich nicht die mögliche Höchstgeschwindigkeit der Art. Sie betrifft nur die kurze, erhaltene Wegstrecke dieses einzelnen Tieres. Zudem sind die Abdrücke verwittert, was präzise Messungen erschwert. Die vorhandenen Daten passen jedoch klar besser zu einem gehenden als zu einem rennenden erwachsenen T. rex.
1
16
Entdeckt von einem Lehrer, dokumentiert in 3D
Gefunden wurde die Stelle 2025 von Kent Hups, einem Lehrer der Northglenn High School und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Denver Museum of Nature & Science. Er war bei einer Grabung nahe Marmarth beteiligt. Der Fundort liegt auf Bundesland, das vom US Forest Service verwaltet wird.
2
20
Das Denver Museum of Nature & Science arbeitete bei der Untersuchung mit der Liverpool John Moores University in England zusammen. Mit hochauflösenden 3D-Oberflächenscans dokumentierte das Team den fundführenden Fels und analysierte die Formen der Abdrücke.
3
13
Bergung ist schwierig – und noch nicht abschließend bestätigt
Berichten zufolge sollten drei der vier Abdrücke per Hubschrauber geborgen und ins Denver Museum of Nature & Science transportiert werden.
25
Die abgelegene Badlands-Landschaft macht einen normalen Abtransport schwierig. Hinzu kommt die ungewöhnliche Erhaltung der Fährte: Sie ist dreidimensional und liegt als „Fels auf Fels“ vor, nicht bloß als Abdruck in weichem Sediment. Das macht die Ausgrabung komplexer als die Bergung eines einzelnen Fossilknochens.
26
Ob die Bergung inzwischen abgeschlossen ist und wann die Stücke öffentlich gezeigt werden, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor. Schon jetzt macht die Spur aber sichtbar, was Knochen allein nicht erzählen können: einen kurzen Moment, in dem ein riesiger Räuber der späten Kreidezeit über den damaligen Boden ging.
3
5