Jensen Huang machte Microsofts Betriebssystem zum Wegbereiter für Nvidia: „Nvidia was founded because of Windows“ – Nvidia sei wegen Windows gegründet worden. Gemeint war damit nicht, dass Microsoft das Unternehmen ins Leben rief. Huang würdigte vielmehr die Plattform, die Nvidia früh einen Markt für PC-Grafik eröffnete. Bei einer Veranstaltung am 7. Oktober 2026 in San Francisco verknüpften Huang und Microsoft-Chef Satya Nadella diese gemeinsame Geschichte mit einer neuen Strategie: Mehr KI soll direkt auf Windows-PCs laufen, statt für jede Aufgabe auf die Cloud angewiesen zu sein.
27
31
8
Vom Windows-PC zu KI-Rechenleistung
Nvidia nahm Ende 1992 Gestalt an und wurde 1993 gegründet – zu einer Zeit, als Windows 3.1 aufkam. Der frühe Markt für PC-Grafik war das Umfeld, in dem das Unternehmen seine Produkte entwickeln konnte. Huang verwies auch auf Windows 95 und DirectX als wichtige Stationen in der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen PC-Software und Grafikchips. Später machte CUDA Nvidia-GPUs auch für Berechnungen jenseits der Grafik nutzbar – eine Fähigkeit, die für KI an Bedeutung gewann.
29
31
Der Satz ist also eine zugespitzte Rückschau auf den Ursprung des Geschäfts: Windows half, den Markt und die Einsatzmöglichkeiten zu schaffen, auf denen Nvidia aufbauen konnte. Er bedeutet nicht, dass Windows allein den späteren Erfolg des Unternehmens erklärt.
Nadellas Börsenwert-Witz
Nachdem Huang Windows gewürdigt hatte, scherzte Nadella darüber, einen Teil der Marktkapitalisierung „zurück“ an Microsoft zu überweisen. Die Pointe: Nvidia ist inzwischen zu einem Unternehmen von enormem Börsenwert gewachsen – in einem Markt, den Windows mit ermöglicht hatte. Das war ein freundschaftlicher Seitenhieb, kein tatsächlicher Vorschlag und keine Berechnung des Werts, den Windows für Nvidia geschaffen hat.
27
31
Was die beiden für KI-PCs angekündigt haben
Microsoft und Nvidia wollen Hardware und Software gemeinsam so entwickeln, dass KI-Agenten auf Windows-PCs laufen können. Zu den vorgestellten Produkten und Funktionen gehören:
8
- RTX-Spark-PCs: Der Surface Laptop Ultra soll mit einer Nvidia-Blackwell-GPU mit bis zu 6.144 Kernen, einer Grace-CPU mit bis zu 20 Kernen und bis zu 128 GB gemeinsam genutztem Speicher ausgestattet sein. Nvidia gibt für RTX Spark eine KI-Rechenleistung von bis zu einem Petaflop an.
9
40
- Surface Laptop Ultra: Microsoft nahm Vorbestellungen ab 2.599 US-Dollar entgegen und kündigte die Verfügbarkeit für den 16. Oktober 2026 an.
7
9
- Schutz für KI-Agenten: Microsoft Execution Containers sollen Agenten-Arbeitslasten isolieren und helfen, unbefugten Zugriff auf Daten zu verhindern.
4
- Weitere Geräte: RTX-Spark-Systeme sollen auch in kompakten Desktop-PCs angeboten werden, die im November verfügbar sein sollen. Außerdem zeigte Nvidia die für Unternehmen vorgesehene DGX Station für Windows.
8
16
Microsoft kündigte außerdem ein KI-Coding-Modell an, das direkt auf PCs laufen kann. Zusammen mit der neuen Hardware eröffnet das die Möglichkeit, bestimmte Programmier- und Agentenaufgaben lokal zu erledigen, statt sie an Cloud-Dienste zu senden.
4
7
Das heißt jedoch nicht, dass jede KI-Aufgabe künftig ohne Cloud auskommt oder dass jeder angekündigte PC jede Agenten-Arbeitslast zuverlässig bewältigt. Die Veranstaltung stellte eine Produktausrichtung und geplante Verfügbarkeit vor; wie nützlich die Geräte im Alltag sind, hängt davon ab, welche Software und Aufgaben tatsächlich zum Einsatz kommen.
4
8
9
Damit verbindet sich Huangs Rückblick mit der neuen Partnerschaft: Windows bot Nvidia früh eine Plattform für PC-Grafik. Nun wollen beide Unternehmen Windows-PCs zu einem stärkeren Ort für KI direkt auf dem Gerät machen.