Nvidias Ankündigung auf der GTC Berlin am 21. Oktober 2026 ist kein einzelner Chip-Produktionsdeal, sondern ein breiter Ausbau der Lieferkette. Sechs Partner sollen Kapazitäten für Substrate, Advanced Packaging, Tests und optische Engines erweitern. Das übergeordnete Ziel: In den nächsten drei Jahren soll die Substratkapazität für Nvidia-Produkte insgesamt auf das 2,5-Fache steigen.
16
44
Was Nvidia angekündigt hat
Die sechs Partner sind Samsung Electro-Mechanics, Ibiden, Unimicron Technology, Amkor Technology, King Yuan Electronics (KYEC) und Siliconware Precision Industries (SPIL). Ihre Beiträge verteilen sich auf mehrere Fertigungsstufen. Nvidia zufolge soll das den Ausbau wichtiger Kapazitäten unterstützen und die Lieferkette widerstandsfähiger machen.
16
Das Ziel von 2,5× bezieht sich auf die gemeinsame Kapazität der Substratvereinbarungen mit Ibiden, Samsung Electro-Mechanics und Unimicron. Nvidia hat keine einzelnen Kapazitätswerte für die drei Zulieferer genannt.
44
Was über die einzelnen Partner bekannt ist
- Samsung Electro-Mechanics: Das Unternehmen ist als Substratpartner genannt. Berichten zufolge will es bestehende Kapazitäten in Südkorea nutzen, Anlagen modernisieren und neue Produktionslinien in Sejong und Busan bauen. Lieferungen sollen 2026 beginnen.
37
47 Nvidia nennt Samsung Electro-Mechanics als Partner; die Mitteilung erläutert nicht das Verhältnis des Unternehmens zu Samsung Electronics.
- Gemeldete Investition in Samsung Electro-Mechanics: Reuters berichtete unter Berufung auf die Maeil Business Newspaper und Branchenkreise, Nvidia und Tesla wollten zusammen 3,7 Billionen Won (rund 2,8 Milliarden US-Dollar) in FC-BGA-Substratlinien in Sejong investieren. Dem Bericht zufolge entfallen 2,6 Billionen Won auf Nvidia und 1,1 Billionen auf Tesla. Diese Beträge wurden nicht in Nvidias GTC-Mitteilung genannt.
32
- Ibiden: Ein von Nvidia geleisteter, milliardenschwerer Vorschuss zur Kapazitätsreservierung soll den Ausbau des Ono-Werks in Japan unterstützen. Dort ist eine Verdreifachung der bisherigen Kapazität vorgesehen; zusätzliche Produktion soll ab dem ersten Quartal 2028 anlaufen.
3
10
- Unimicron: Das Unternehmen gehört zu den drei Substratlieferanten, deren Vereinbarungen gemeinsam zum 2,5×-Ziel beitragen sollen. Die vorliegenden Angaben nennen weder einen individuellen Ausbauzeitplan noch eine konkrete Reservierungssumme.
44
- Amkor: Nvidia und Amkor wollen die Kapazität für Advanced Packaging bis Ende 2028 um mehr als 300 Prozent ausbauen. Berichte beziehen sich beim Ausbau in Südkorea konkret auf Interposer-Wafer.
5
49
- KYEC: Nvidia stellt dem Unternehmen laut Berichten einen Vorschuss von 1,1 Milliarden US-Dollar für Kapazitätsreservierungen bereit. Damit sollen neue Testanlagen in den USA unterstützt werden; der Start der Volumenproduktion ist für April 2027 anvisiert.
14 Ein separater Bericht erwartet, dass sich Nvidias Testkapazität von 2026 auf 2027 verdoppelt.
1
- SPIL: Für die Kapazität optischer Engines wird ein 15-facher Ausbau bis Mitte 2027 angestrebt, gefolgt von einer weiteren Verdoppelung bis Ende 2028. Das sind Ziele für die Zukunft, keine bereits erreichten Produktionssteigerungen.
36
Warum der Plan über Substrate hinausgeht
Nvidia setzt nicht allein auf mehr Substrate. Die Ankündigung umfasst auch Packaging, Tests und optische Engines – also mehrere Fertigungsbereiche, die das Unternehmen in seinen Partnerplänen aufführt.
16 Nvidia-Chef Jensen Huang beschrieb den Engpass so: „Die Nachfrage ist außergewöhnlich. Die Kapazität ist der begrenzende Faktor.“
37
Das macht die Breite des Vorhabens nachvollziehbar: Mehr Kapazität bei einem Bauteil allein löst nicht zwangsläufig Engpässe an anderen Stellen der Fertigungskette. Die 2,5×-Zahl ist Nvidias gemeinsames Ziel für Substrate. Die übrigen Angaben zu einzelnen Zulieferern sind separate, berichtete Ausbauziele und nicht direkt damit vergleichbar.
Was noch offen ist
Nvidias Mitteilung bestätigt die sechs Partner, die betroffenen Fertigungsbereiche und das gemeinsame Substratziel. Einige finanzielle Details und Zeitpläne stammen dagegen aus Medienberichten. Besonders die Aufteilung der gemeldeten Samsung-Investition wird Branchenkreisen zugeschrieben. Auch ist anhand der vorliegenden Angaben nicht jeder Zeitplan für einzelne Werke unabhängig bestätigt; ebenso bleibt offen, welcher Anteil der Kapazität von Samsung Electro-Mechanics für Nvidia vorgesehen sein könnte.
16
32
Ein mögliches Geschäftsrisiko – kein bestätigtes Ergebnis – wäre, dass neu ausgebaute oder eigens vorgesehene Anlagen bei nachlassender Nachfrage nach KI-Infrastruktur nicht voll ausgelastet werden. Die verfügbaren Informationen enthalten keine Vertragsdetails, mit denen sich beurteilen ließe, wer dieses Risiko tragen würde. Insgesamt zeigt Nvidia, dass das Unternehmen Kapazitäten über mehrere Stufen der Lieferkette absichern will. Die genannten Ausbauziele müssen sich jedoch erst noch in den kommenden Jahren erfüllen.