Welche Version Nutzer sehen, kann vom Konto, Gerät und der jeweiligen Organisation abhängen. Microsoft weist darauf hin, dass sich unter anderem Navigation, Oberfläche, verfügbare Funktionen und der Anmeldevorgang ändern.
Die bislang stärker auf Unternehmen ausgerichtete Bezeichnung Microsoft 365 Copilot wird in der gemeinsamen Oberfläche unter dem einfacheren Namen Microsoft Copilot geführt. Dazu kommt ein überarbeitetes Symbol. Die App soll Copilot-Chat und Bildgenerierung mit den Produktivitätsfunktionen von Microsoft 365 verbinden.
Anmelden können sich Nutzer mit einem persönlichen Microsoft-Konto, einem Arbeits- oder Schulkonto oder mit beiden Kontotypen. Die Konten werden laut Microsoft weiterhin getrennt behandelt. Deutlichere Hinweise in der App sollen zeigen, welcher Kontokontext gerade aktiv ist.
Das ist besonders für Menschen relevant, die Copilot privat und im Beruf verwenden. Eine gemeinsame App bedeutet nicht, dass persönliche und geschäftliche Daten automatisch vermischt werden. Welche Informationen und Funktionen verfügbar sind, richtet sich weiterhin nach dem aktiven Konto, den Microsoft-365-Lizenzen und den Vorgaben der Organisation. Unternehmensfunktionen bleiben durch die jeweiligen Sicherheits- und Administrationskontrollen geregelt.
Für berechtigte gewerbliche Nutzer soll Copilot Chat ohne zusätzliche Kosten verfügbar sein. Allerdings können Nutzungsgrenzen gelten; der genaue Umfang hängt vom Microsoft-365-Tarif und den Einstellungen des Unternehmens ab.
Für private Nutzer endet der Zugriff auf mehrere Copilot-Funktionen ab dem 18. August 2026. Betroffen sind:
Microsoft bestätigt das Ende von Deep Research für Privatnutzer in seiner Support-Dokumentation ausdrücklich für den 18. August. Mehrere Berichte ordnen auch die übrigen Einschnitte derselben Zusammenlegung zu.
Mico verschwindet dabei offenbar nicht zwangsläufig aus allen Microsoft-Angeboten. Nach vorliegenden Berichten soll die animierte Figur künftig vor allem beim Lernen in Learn Live eingesetzt werden, statt Copilot allgemein zu begleiten.
Wer Gruppenchats oder gespeicherte Podcast-Inhalte benötigt, sollte wichtige Texte, Bilder und Verweise rechtzeitig sichern. Berichte warnen, dass Inhalte aus Gruppenchats möglicherweise nicht in ihrer ursprünglichen Form übernommen werden.
Für Nutzer, die Copilot vor allem zur Recherche einsetzen, ist das Ende von Deep Research die einschneidendste Änderung.
Microsoft 365 Premium-Abonnenten können weiterhin ausführliche Berichte und Analysen mit Researcher erstellen. Microsoft beschreibt Researcher als Agenten für komplexe, mehrstufige Rechercheaufgaben, der einen strukturierten Bericht mit Quellenangaben erstellt. In der Arbeitsumgebung kann das Tool – sofern freigegeben – zusätzlich auf Organisationsdaten wie Dateien, E-Mails, Besprechungen und Chats zugreifen.
Researcher ist damit eine Fortsetzung umfangreicher Recherche für bestimmte zahlende Privat- und Geschäftskunden, aber kein gleichwertiger kostenloser Ersatz für alle bisherigen Nutzer von Deep Research. Wer keinen passenden Premium- oder Unternehmenszugang hat, sollte nicht davon ausgehen, dass derselbe Rechercheablauf nach dem Stichtag gratis erhalten bleibt.
Bereits gespeicherte Rechercheergebnisse sollen laut Microsoft weiterhin verfügbar sein. Neue Consumer-Deep-Research-Berichte lassen sich nach dem 18. August jedoch nicht mehr erstellen.
Hinter der Änderung steckt mehr als ein neues Branding. Microsoft versucht, die wachsende Unübersichtlichkeit rund um Copilot zu reduzieren. Über die Zeit waren getrennte Angebote für Privatnutzer, Unternehmen und experimentelle Funktionen entstanden.
Berichte beschrieben eine große Reichweite im Consumer-Bereich und eine beträchtliche kommerzielle Nutzung, zugleich aber eine schwache Beteiligung an einigen Copilot-Experimenten. In diesen Berichten war von rund 150 Millionen privaten und etwa 100 Millionen gewerblichen Nutzern die Rede. Zwei parallel gepflegte Apps mit teilweise ähnlichen Aufgaben erscheinen vor diesem Hintergrund schwerer zu rechtfertigen als eine gemeinsame Oberfläche, deren Funktionen vom Konto und vom Abonnement abhängen.
Jacob Andreou, der bei Microsoft für Copilot verantwortlich ist, soll intern den Maßstab formuliert haben, dass jede Funktion sich das „Recht zu existieren“ verdienen müsse. Die Streichungen im August sind ein sichtbares Beispiel für diese Strategie: Funktionen ohne ausreichend nachhaltigen Nutzen werden entfernt, statt dauerhaft mitgeschleppt zu werden.
Für Nutzer ergibt sich damit ein klarer Tauschhandel: weniger Nischenfunktionen, dafür eine einheitlichere App, die Microsoft rund um Chat, Produktivität, Recherche und Agenten weiter ausbauen kann.
Microsoft folgt mit dem Umbau einer Entwicklung, die derzeit viele KI-Anbieter prägt. Statt einzelne Werkzeuge für Chat, Recherche, Programmierung und autonome Aufgaben nebeneinanderzustellen, bündeln Unternehmen immer mehr Funktionen in einer zentralen Anwendung.
Microsoft positioniert Copilot dabei als breitere Plattform. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sollen die Integration in Microsoft 365, die Trennung von Privat- und Arbeitskonten sowie die Sicherheits- und Administrationsfunktionen für Unternehmen sein.
Für Anwender ist die unmittelbare Konsequenz einfach: Der Wechsel zwischen privatem und beruflichem Kontext soll leichter werden, gleichzeitig fallen mehrere Verbraucherfunktionen weg. Besonders umfangreiche Recherche wird zudem stärker an Microsoft 365 Premium oder einen organisatorischen Zugang gebunden.
Ob die Zusammenlegung erfolgreich ist, hängt deshalb nicht allein von einer übersichtlicheren Oberfläche ab. Entscheidend wird sein, ob die gemeinsame Copilot-App im Alltag tatsächlich regelmäßiger genutzt wird als ihre getrennten Vorgänger.