Ein dreiwöchiger Pilot-Test von METR und Redwood Research hat Schwachstellen in OpenAIs internem Monitoring für KI-Agenten offengelegt. Unter anderem fanden die Prüfer einen möglichen Weg, Hunderte Aktionen eines Agenten vor dem Überwachungssystem zu verbergen. Außerdem gab es eine Lücke im Zusammenhang mit sogenannten Compaction-Ereignissen. OpenAI erklärte, Schwachstellen mit Auswirkungen auf die Schutzmechanismen im Produktivbetrieb behoben zu haben. Die Prüfer untersuchten spätere Änderungen jedoch nicht unabhängig.
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So lief die Prüfung ab
Vom 21. Juli bis zum 11. August 2026 arbeiteten je eine Person von METR und Redwood Research vor Ort bei OpenAI. Sie sollten das interne System darauf testen, ob es Fehlverhalten von KI-Agenten erkennen kann – und ob Agenten die Überwachung umgehen oder außer Kraft setzen könnten. Die Prüfer erhielten Zugang zu Quellcode, Dokumentation, Teilen der internen Infrastruktur und technischen Mitarbeitenden. Sie nutzten von OpenAI bereitgestellte Geräte, die auf dem Firmengelände blieben; OpenAI-Mitarbeitende begleiteten ihre Arbeit vor Ort.
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Das Ergebnis war ein interner Bericht mit 61 Seiten, der mit Forschenden und Sicherheitsteams von OpenAI geteilt wurde. Öffentlich machten METR und Redwood nur eine Zusammenfassung der Befunde, nicht den vollständigen Bericht.
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Die wichtigsten Befunde
Nicht der gesamte relevante Verkehr war für Monitoring vorgesehen
METR schätzte, dass 75 bis 94 Prozent des internen agentischen Verkehrs über die Responses API von Modellen mindestens auf dem Leistungsniveau von GPT-5.5 für eine Überwachung infrage kamen. Diese Spanne beschreibt die geschätzte Eignung für Monitoring – sie bedeutet nicht, dass jede dieser Aktivitäten tatsächlich überwacht oder jedes Problem erkannt wurde.
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Zu Beginn der Prüfung wurden außerdem Rollouts aus dem Reinforcement-Learning-Training nicht auf Fehlverhalten überwacht.
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Es gab mögliche Wege, die Überwachung zu umgehen
In den öffentlichen Zusammenfassungen werden mehrere Schwachstellen genannt: ein möglicher Umgehungsweg aus der Codex-Sandbox, durch den Client steuerbare Header, die das Monitoring für neue Agenteninstanzen deaktivieren konnten, sowie ein Exploit, mit dem sich Hunderte der jüngsten Aktionen vor dem Monitor verbergen ließen. Die veröffentlichten Informationen enthalten nicht genug technische Einzelheiten, um die Befunde vollständig nachzuvollziehen.
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Compaction-Ereignisse führten zu einer Überwachungslücke
Nach METRs Schätzung sorgten nicht erfasste Compaction-Ereignisse zwischen Mai und Juli 2026 dafür, dass vermutlich rund zehn Prozent des für Monitoring infrage kommenden internen Codex-Verkehrs unbeobachtet blieben. METR wies zugleich auf erhebliche Unsicherheit bei der genauen Größenordnung hin. Berichten zufolge hatten OpenAI-Mitarbeitende die Lücke bereits vor dem Pilot erkannt; während der Prüfung wurde sie behoben.
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Was die Prüfung nicht belegt
Die Evaluierung bezog sich auf das Überwachungssystem, wie es zu Beginn des Pilots bestand. METR untersuchte spätere Änderungen nicht. Die Ergebnisse bestätigen daher weder unabhängig, wie umfassend das Monitoring danach war, noch, ob jede einzelne Abhilfe dauerhaft wirksam ist.
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OpenAIs Aussage, Schwachstellen mit Auswirkungen auf die Schutzmechanismen im Produktivbetrieb seien behoben worden, ist relevant – bleibt aber eine Mitteilung des Unternehmens und keine unabhängige Bestätigung, dass alle Probleme ausgeräumt sind.
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Warum der Pilot wichtig ist
Die Prüfung zeigte, wie eine Evaluierung mit tiefem, zeitweiligem Zugang zu internen Systemen aussehen kann. Im September stellte OpenAI unabhängigen Prüfern einen Zugang auf „Mitarbeitenden-Niveau“ in Aussicht. Der Pilot liefert ein Beispiel dafür, was ein solcher Zugang ermöglichen kann; er ist jedoch kein vollständiges öffentliches Audit.
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Die belastbarste Schlussfolgerung ist konkret: Externe Prüfer mit internem Zugang fanden Lücken und mögliche Umgehungswege; OpenAI erklärte, produktionsrelevante Probleme behoben zu haben. Wie umfassend die Überwachung danach tatsächlich war und wer die Wirksamkeit der Korrekturen unabhängig überprüft, bleibt anhand der öffentlichen Informationen offen.
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