Am 27. Mai 2026 erhielt Mastercard Transaction Services (U.S.) LLC eine BitLicense der New York State Department of Financial Services (NYDFS) . Diese Genehmigung gibt Mastercard die rechtliche Befugnis, in New York mit digitalen Vermögenswerten zu operieren – einem Bundesstaat mit einem der strengsten Krypto-Regulierungsrahmen der USA . Die Lizenz umfasst Stablecoins und tokenisierte Einlagen, Bereiche, in denen Mastercard seine Aktivitäten ausbaut, während traditionelle Finanzinstitute verstärkt auf Blockchain-basierte Zahlungsinfrastruktur setzen . Mastercard ist einer von lediglich drei BitLicense-Empfängern im Jahr 2026, neben GalaxyOne Prime und Zap Solutions .
Die BitLicense unterstützt die langfristige Strategie von Mastercard, verantwortungsvoll mit der sich entwickelnden Abwicklungsinfrastruktur für digitale Vermögenswerte umzugehen . Die Lizenz macht Mastercard dabei nicht zu einer Krypto-Börse für Privatkunden – vielmehr ebnet sie den Weg für eine regulierte Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur, die unter den strengen New Yorker Verbraucherschutz-, Cybersicherheits- und Finanzintegritätsregeln operieren kann .
Am 3. Juni 2026 kündigte Mastercard an, seine zentralen Abwicklungsmöglichkeiten zu erweitern: Emittenten und Akquisiteure können Kartenverpflichtungen nun neben traditionellen Fiat-Währungen auch mit regulierten Stablecoins begleichen . Es handelt sich um eine Änderung auf der Abwicklungsebene, nicht um eine neue Krypto-Karte für Verbraucher: Käufer zahlen weiterhin wie gewohnt, während die interne Geldbewegung zwischen den Partnern bei Bedarf und passender Liquidität über Stablecoin-Schienen laufen kann . Die wichtigsten operativen Änderungen sind:
Diese Erweiterung macht Mastercard zum größten Kartenanbieter, der On-Chain-Vermögenswerte in seine Abwicklungsinfrastruktur integriert hat .
Am 17. März 2026 gab Mastercard seine Absicht bekannt, das in London ansässige Stablecoin-Infrastrukturunternehmen BVNK für bis zu 1,8 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Dollar Basispreis plus 300 Millionen Dollar Earn-out) zu übernehmen . Die Übernahme wurde am 3. August 2026 abgeschlossen . BVNK wickelt ein jährliches Stablecoin-Zahlungsvolumen von rund 30 Milliarden Dollar in 130 Märkten ab und verfügt über mehr als 25 regulatorische Lizenzen (darunter die im Februar 2026 erlangte MiCA-Genehmigung) .
Mastercard plant, die Technologie von BVNK in vier Hauptbereichen einzusetzen: B2B-Zahlungen, grenzüberschreitende Auszahlungen, Abwicklung und Kartenausgabe . Durch die Integration von BVNK erhält Mastercard die direkte Kontrolle über die Stablecoin-Schienen, anstatt sie auszulagern . Zusammen verleihen die BitLicense und BVNK Mastercard die regulatorische Stellung (NYDFS + MiCA + über 25 Lizenzen) und die technische Infrastruktur, um ein echtes Multi-Rail-, Multi-Coin-Netzwerk zu betreiben.
Die monatlichen Krypto-Kartenausgaben erreichten im Juli 2026 einen Rekord von 759 Millionen Dollar – etwa das 2,5-Fache der 306 Millionen Dollar des Vorjahres . In diesem Monat wurden knapp 9 Millionen Krypto-Kartenkäufe getätigt, der durchschnittliche Transaktionsbetrag lag bei etwa 86 Dollar .
Dominanz der Stablecoins bei Kartenausgaben:
| Stablecoin | Anteil an Krypto-Kartenausgaben im Juli 2026 |
|---|---|
| USDC | 58 % |
| USDT | 26 % |
| Gesamt | ~84 % |
Dollar-gestützte Stablecoins dominieren nun die Kartenausgaben eindeutig . Der Euro-gestützte EURe, der Anfang 2024 noch rund 88 % der Krypto-Kartenausgaben ausmachte, ist auf etwa 2 % gefallen . Drei Programme – RedotPay, EtherFi und KAST – generierten rund 77 % des im Juli erfassten Ausgabevolumens .
Mastercards Strategie ruht auf drei Säulen:
Regulatorische Legitimität: Die NYDFS-BitLicense und BVNKs mehr als 25 Lizenzen, einschließlich MiCA, bieten den Compliance-Rahmen, um in wichtigen Rechtsräumen tätig zu sein .
Eigene Infrastruktur: Die BVNK-Übernahme bringt Stablecoin-native Technologie und ein jährliches Volumen von 30 Milliarden Dollar ins Haus, sodass Mastercard die Abwicklungsschienen kontrolliert, anstatt auf Dritte angewiesen zu sein .
Netzwerkflexibilität: Die Abwicklungserweiterung vom Juni 2026 unterstützt sechs Stablecoins auf acht Blockchains und ermöglicht Mastercard, Wahlmöglichkeiten anzubieten, statt eine einzelne Blockchain oder Stablecoin vorzuschreiben .
Die Abwicklungserweiterung umfasst Ripple's RLUSD als einen der sechs unterstützten Stablecoins, und das XRP Ledger von Ripple gehört zu den acht aktivierten Blockchains . Mastercards Ansatz ist es, Optionalität zu bieten – Banken und Zahlungsdienstleister können wahlweise in Fiat oder Stablecoins, während der Bankgeschäftszeiten oder rund um die Uhr, auf traditionellen oder On-Chain-Schienen abrechnen.
Sherri Haymond, EVP für Digitale Partnerschaften bei Mastercard, erklärte in einem Interview mit der Seoul Economic Daily am 31. Juli 2026 in New York, dass Mastercard ein Stablecoin-Abwicklungsgeschäft gestartet habe und damit der wachsenden Akzeptanz von Stablecoins und der Verlagerung hin zum On-Chain-Finanzwesen folge . Sie betonte, dass die BitLicense und die neuen Abwicklungsmöglichkeiten es Mastercard erlauben, Stablecoins in die Kernzahlungsinfrastruktur ihres globalen Netzwerks zu integrieren .
Spezifische direkte Zitate von Jorn Lambert, Chief Product Officer von Mastercard, zur Integration von Stablecoins in die Infrastruktur in über 210 Ländern konnten aus den vorliegenden Quellen nicht bestätigt werden.
Mastercard hat das regulatorische Fundament (BitLicense), die Infrastruktur (BVNK-Übernahme) und die Netzwerkfähigkeit (24/7-Stablecoin-Abwicklung auf 8 Blockchains) geschaffen, um sein Netzwerk als eine Multi-Rail-, Multi-Coin-Abwicklungsebene zu positionieren. Die Daten vom Juli 2026 zeigen, dass der Markt sich bereits in diese Richtung bewegt: Stablecoins machen 84 % der Krypto-Kartenausgaben aus, und die monatlichen Volumen sind im Jahresvergleich um das 2,5-Fache gestiegen.