Bei großen KI-Systemen zählt nicht nur, wie schnell ein einzelner Chip rechnet. Tausende Prozessoren müssen auch Daten austauschen können. Genau dort setzt Huawei mit dem Atlas 960E SuperPoD an: Das Unternehmen stellte ihn am 17. September 2026 auf der HUAWEI CONNECT in Shanghai vor und bezeichnet ihn als ersten SuperPoD mit Near-Packaged Optics (NPO) – optischen Verbindungen nahe am Prozessorgehäuse. Die Ankündigung betrifft ein System für das Training und die Nutzung großer KI-Modelle, keinen einzelnen neuen NPU-Chip. NPU steht für einen auf KI-Aufgaben spezialisierten Prozessor.
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Was UnifiedBus und Hi-ONE jeweils leisten sollen
UnifiedBus ist die Verbindungstechnik des Systems, Hi-ONE liefert die optischen Verbindungen dafür. Bei NPO sitzen die optischen Einheiten nahe an den Prozessorpaketen. Dadurch wird der elektrische Abschnitt der Datenverbindung kürzer. Huawei gibt für eine Hi-ONE-Einheit eine Übertragungskapazität von 7,2 Tbit/s an und sagt, dass die Lichtquelle in das Produkt integriert ist. Der Wert beschreibt eine optische Einheit – nicht den gemessenen Datendurchsatz des gesamten SuperPoD.
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Ein Atlas 960E soll laut Huawei auf bis zu 4.096 NPUs skalieren. Für das Gesamtsystem nennt das Unternehmen Spitzenwerte von 8 EFLOPS bei FP8 beziehungsweise 16 EFLOPS bei FP4 sowie bis zu 1 Petabyte HBM, also besonders schnellen Speicher. FP8 und FP4 bezeichnen unterschiedliche Rechengenauigkeiten: Die Werte lassen sich weder addieren noch als gemessene Leistung einer konkreten KI-Anwendung lesen.
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Was das für große Modelle bedeutet – und was offenbleibt
Wenn tausende NPUs gemeinsam ein Modell trainieren oder Anfragen verarbeiten, müssen Daten zwischen ihnen fließen; zugleich benötigen Modell und Arbeitsdaten Speicher. Huawei positioniert den Atlas 960E deshalb für Modelle mit bis zu 10 Billionen Parametern, auch bei Aufgaben mit langem Kontext. Die optischen Verbindungen und die angegebene HBM-Kapazität sind Huaweis Infrastrukturansatz dafür. Aus den 7,2 Tbit/s pro Hi-ONE-Einheit lässt sich jedoch weder die Ende-zu-Ende-Geschwindigkeit noch die Latenz solcher Anwendungen ableiten.
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Stromverbrauch und Verfügbarkeit: Huaweis Vergleichswerte
Nach Huaweis Rechnung würde eine Konfiguration mit rund 5.500 Hi-ONE-Einheiten etwa 48.000 herkömmliche optische 800G-Module überflüssig machen. Das Unternehmen beziffert die mögliche Stromersparnis im Vergleich auf mehr als 550 kW. Außerdem soll sich die Zeit zwischen Ausfällen verdoppeln und die Systemverfügbarkeit 99,8 % erreichen. Das sind Herstellerangaben zu Design und Zuverlässigkeit, keine unabhängig überprüften Betriebsdaten eines eingesetzten Atlas 960E.
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Nicht mit den weiteren Ankündigungen verwechseln
Der ebenfalls vorgestellte TaiShan 950 SuperPoD ist ein aufgerüstetes System für allgemeine Rechenaufgaben. Huaweis Ascend-Roadmap betrifft Prozessoren, die quelloffene Weiterentwicklung von CANN die KI-Software und OceanStor M900 ein Speichersystem für Kontextdaten. Sie gehören zur breiteren Infrastrukturstrategie, sind aber keine anderen Bezeichnungen für den optisch vernetzten KI-SuperPoD Atlas 960E.
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