Google hat am 2. November 2026 bekannt gegeben, dass das Unternehmen gemeinsam mit Partnern das XCPE-Botnetz gestört hat. Es umfasste mehr als 1,3 Millionen Set-Top-Boxen in über 200 Ländern. Google erklärt, mit hoher Zuversicht davon auszugehen, dass der in Shenzhen ansässige Hersteller Videostrong Technology die Firmware-Hintertür absichtlich entwickelt, eingesetzt und aus finanziellen Motiven betrieben hat.
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Die Aktion kappte die Kontrollinfrastruktur des Botnetzes. Sie belegt jedoch nicht, dass die Hintertür von Geräten entfernt wurde, auf denen sie bereits installiert war.
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Was Google Videostrong und XCPE vorwirft
XCPE ist eine in Geräte-Firmware eingebettete Hintertür. Google zufolge entwickelte und betrieb Videostrong sie absichtlich. Demnach verkaufte das Unternehmen kriminellen Partnern Zugang zu infizierten Geräten. Berichte nennen als Einsatzbereiche unter anderem Anzeigenbetrug und die Weiterleitung von Datenverkehr über die Internetanschlüsse der Betroffenen, die so als sogenannte Residential Proxies genutzt wurden.
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Die Zuschreibung ist Googles Einschätzung; die verfügbaren Quellen beschreiben dazu kein Gerichtsurteil. Google teilte mit, die Zusammenarbeit mit Videostrong beendet und den Hersteller von der Produktion von Geräten mit vorinstallierten Google-Apps ausgeschlossen zu haben.
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So lief die Störaktion ab
An der koordinierten Aktion beteiligten sich neben Google Lumen, HUMAN Security, Plume, Synthient und TrendAI sowie die japanische Nationale Polizeibehörde.
14 Google setzte nach eigenen Angaben rechtliche Schritte ein, um Domains und Server zu blockieren, über die XCPE gesteuert wurde. Berichten zufolge richteten sich die Maßnahmen außerdem gegen Kontrollinfrastruktur für mehr als ein Dutzend Malware-Familien, die über die Hintertür verbreitet wurden.
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Google schätzt, dass die Abschaltung dieser Domains kriminellen Akteuren den Zugang zu mindestens zehn Millionen weiteren kompromittierten Geräten nehmen könnte. Das ist eine Prognose zur möglichen Reichweite der Maßnahme – keine bestätigte Zahl bereinigter oder reparierter Geräte.
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Was die Infektionszahlen aussagen
TrendAI, der Unternehmensbereich von Trend Micro, erfasste laut eigenen Telemetriedaten zwischen dem 3. Juni und dem 1. Oktober 2026 insgesamt 1.472.554 infizierte Geräte aus 206 Modellen.
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25 Diese Messung ist von Googles allgemeiner Angabe zu unterscheiden: Google sprach von mehr als 1,3 Millionen Set-Top-Boxen im gestörten Botnetz.
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Betroffen waren Berichten zufolge nicht nur TV-Boxen. Infektionen wurden auch bei Geräten für Telemedizin, Karaoke-Anlagen und digitalen Anzeigetafeln beschrieben.
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Warum abgeschaltete Server nicht gleichbedeutend mit bereinigten Geräten sind
Wer die Kontrollserver eines Botnetzes abschaltet, erschwert den Kriminellen die Kommunikation mit infizierten Geräten. Die Maßnahme entfernt aber nicht automatisch Schadsoftware, die bereits in der Firmware steckt. Berichten zufolge blieb die XCPE-Hintertür auch nach dem Abschalten der Server auf den Geräten eingebettet.
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Das ist der entscheidende Unterschied: Die Aktion unterbrach die Fernsteuerung, doch die verfügbaren Quellen belegen nicht, dass die betroffenen Geräte dadurch wieder vertrauenswürdig wurden oder dass es ein verifiziertes Verfahren zur Entfernung der Hintertür gibt. Die Abschaltung sollte daher nicht als Bestätigung verstanden werden, dass eine infizierte Box bereinigt ist.
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