Wie schnell dieses Ökosystem wächst, zeigt eine interne Auswertung: Seit März 2026 haben ESET‑Technologien fast 800.000 unterschiedliche KI‑„Skills“ analysiert, davon etwa 25.000 als verdächtig eingestuft und mehr als 3.000 als eindeutig bösartig blockiert.
Das Investment konzentriert sich auf drei zentrale technologische Initiativen, mit denen ESET KI‑Systeme und ihre Nutzung in Unternehmen besser absichern will.
ESET will eigene KI‑Basismodelle speziell für die Cybersicherheit entwickeln. Diese sollen nicht mit allgemeinen Internetdaten trainiert werden, sondern mit Bedrohungsdaten, Telemetrie und Sicherheitsanalysen. Dadurch sollen Angriffe präziser erkannt und komplexe Angriffsmuster besser interpretiert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist eine mehrschichtige Sicherheitsarchitektur, die KI‑Interaktionen innerhalb von Unternehmensumgebungen überwacht und schützt.
Zu den geplanten Funktionen gehören unter anderem:
Ein Beispiel ist ESET Secure AI Relay. Diese Technologie fungiert als Vermittlungsschicht zwischen Nutzern, KI‑Agenten, Unternehmensanwendungen und KI‑Modellen, um die Kommunikation zu kontrollieren und zu prüfen.
Darüber hinaus sollen bestehende Technologien wie ESET LiveGrid, LiveCortex und LiveGuard erweitert werden. Sie analysieren große Mengen an Sicherheits‑Telemetrie, um ungewöhnliche Aktivitäten in KI‑gestützten IT‑Umgebungen zu erkennen.
Ein Teil der Investition fließt in ein KI‑gestütztes Security Operations Center (SOC) der nächsten Generation. Dieses soll riesige Datenmengen aus Sicherheitsereignissen analysieren und Analysten dabei helfen, schneller auf Cyberangriffe zu reagieren.
Durch die Kombination aus KI‑Modellen und Bedrohungsdaten will ESET Erkennung und Reaktionszeiten bei modernen Cyberangriffen deutlich verbessern.
Parallel zur Technologieentwicklung plant das Unternehmen eine dreijährige Personaloffensive. Die Forschungs‑ und Entwicklungsabteilung soll auf rund 1.000 Forscher und Ingenieure wachsen.
Um den globalen Ausbau zu unterstützen, eröffnet ESET außerdem drei neue Niederlassungen in Indien, Frankreich und den Niederlanden.
ESET stellt die Investition nicht nur als Produktstrategie dar, sondern auch als Teil einer größeren geopolitischen Debatte: der technologischen Souveränität Europas.
Nach Ansicht des Unternehmens sollte kritische Sicherheitsinfrastruktur – insbesondere KI‑gestützte Systeme – nicht vollständig von Modellen großer Technologieplattformen abhängig sein. Durch eigene KI‑Modelle und unabhängige Sicherheitsinfrastruktur will ESET dazu beitragen, dass Organisationen ihre Sicherheitslösungen transparent kontrollieren und unabhängig betreiben können.
Die Ankündigung zeigt einen breiteren Trend in der Branche. Während KI zunehmend in Unternehmensprozesse integriert wird, entstehen gleichzeitig neue Angriffsmöglichkeiten.
Automatisierung, autonome Agenten und die Integration externer Dienste steigern die Produktivität – öffnen aber auch neue Türen für Cyberangriffe. Sicherheitsanbieter arbeiten deshalb zunehmend daran, nicht nur Netzwerke und Endgeräte zu schützen, sondern auch die KI‑Systeme selbst.
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