Die Spekulationen haben eine handfeste vertragliche Grundlage. Verstappens Vertrag bei Red Bull läuft offiziell bis Ende 2028, beinhaltet aber eine leistungsabhängige Ausstiegsklausel . Mehrere Quellen, darunter ESPN und Sky Sports F1, berichten, dass die Klausel für die Saison 2026 greift: Verstappen kann gehen, wenn er zur Sommerpause nicht unter den ersten zwei der Fahrerwertung liegt .
Nach dem Großen Preis von Ungarn – dem letzten Rennen vor der Sommerpause 2026 – liegt Verstappen mit 109 Punkten auf dem sechsten Platz, während WM-Leader Kimi Antonelli (Mercedes) auf satte 219 Zähler kommt . Mit nur einem Saisonsieg und ohne Pole-Position in den letzten Rennen bleibt der Niederländer damit weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück . Die Klausel gilt damit als aktiviert; Verstappen hat Berichten zufolge bis Oktober Zeit, seine Entscheidung zu treffen .
Fittipaldi nannte ausdrücklich einen Wechsel zu McLaren als den Auslöser für das größte Durchmischen des Fahrerfelds . McLaren gilt vielen als das logische Ziel für Verstappen, zumal dieser sich selbst weigert, sich über 2026 hinaus an Red Bull zu binden . Um ihn zu halten, soll Red Bull ein neues Angebot mit einer deutlichen Gehaltserhöhung und der Streichung aller Ausstiegsklauseln vorgelegt haben .
Doch die Meinungen im Fahrerlager sind geteilt. Der frühere Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya vertritt die gegenteilige Ansicht: Er glaubt, dass Verstappen keinerlei Absicht habe, Red Bull zu verlassen .
Laut der deutschen BILD hat Red Bull mit einem Vertragsangebot reagiert, das Verstappen bis 2029 an das Team binden und alle Ausstiegsklauseln streichen soll – im Tausch gegen eine deutliche Gehaltserhöhung . Das Signal ist eindeutig: Die Teamleitung will ihren Starfahrer unbedingt halten, auch wenn die Rennperformance im Vergleich zu Mercedes und McLaren nachgelassen hat.
Verstappen hat bereits klargemacht, dass er kein eigenes F1-Team gründen wird und stattdessen ein späterer Wechsel in den Langstreckensport für ihn denkbar ist. Das schränkt seine Optionen für 2027 im Wesentlichen auf zwei ein: den Verbleib bei Red Bull oder den Wechsel zu einem etablierten Spitzenteam – wie etwa McLaren. Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete er ausweichend, es werde „viel über meine Zukunft geschrieben“, und vermied eine klare Bestätigung .
Die Lage im Team selbst trägt zur Unsicherheit bei. Isack Hadjar, der zur Saison 2026 von Racing Bulls zu Red Bull befördert wurde, beschreibt diesen Schritt als „Kulturschock“. Im Podcast Talking Bull sagte er: „Das ist definitiv ein Kulturschock. Man kommt von einem italienischen Familien-Team und wechselt zu einem britischen Rennstall. Das ist schon ein großer Unterschied“ . Obwohl Hadjar betont, dass ihm die Jahre im Nachwuchsprogramm den Aufstieg erleichtert haben, unterstreicht seine Aussage die interne Dynamik und die veränderte Arbeitsumgebung bei Red Bull – genau in dem Moment, in dem Verstappen seine Zukunft abwägt .
Sollte Verstappen gehen, wäre mit folgender Kettenreaktion zu rechnen:
Fittipaldis Kernaussage bleibt also bestehen: Ein Verstappen-Abgang würde eine Kettenreaktion auslösen, die das gesamte Fahrerfeld durcheinanderwirbelt, wobei McLaren als das wahrscheinlichste Ziel genannt wird .