Statt sämtliche Berechnungen in entfernten Cloud‑Rechenzentren auszuführen, laufen diese Agenten direkt auf leistungsstarken Workstations am Arbeitsplatz. Teams können so KI‑Systeme näher an ihren Daten und Tools entwickeln.
Laut Dell ist die Plattform dafür ausgelegt, große KI‑Modelle von etwa 30 Milliarden bis zu rund einer Billion Parametern auf entsprechender Workstation‑Hardware zu betreiben.
Typische Einsatzmöglichkeiten sind etwa:
Dell entwickelt das System in enger Zusammenarbeit mit NVIDIA und integriert mehrere zentrale Komponenten aus deren KI‑Software‑Stack.
NVIDIA NemoClaw bildet eine Sicherheits‑ und Betriebsplattform für autonome Agenten. Damit können Unternehmen Agenten lokal ausführen, während sensible Daten vollständig im eigenen Umfeld bleiben.
Zusätzlich nutzt Dell NVIDIA OpenShell als Laufzeitumgebung. Diese sandboxartige Runtime erlaubt es, KI‑Agenten zu entwickeln, zu testen und zu betreiben. Dieselbe Umgebung kann später auch auf größere Server‑Systeme erweitert werden.
Der Vorteil: Unternehmen können mit lokaler Entwicklung beginnen und die gleichen Workloads später ohne grundlegende Änderungen vom Arbeitsplatzrechner ins Rechenzentrum skalieren.
Ein zentrales Argument der neuen Plattform ist, KI näher an den eigenen Daten zu betreiben.
Wenn KI‑Agenten direkt auf On‑Premises‑Systemen laufen, müssen sensible Unternehmensdaten nicht in externe Cloud‑Dienste übertragen werden. Das reduziert potenzielle Risiken und kann helfen, Compliance‑ und Regulierungsvorgaben einzuhalten.
Lokale Inferenz kann Wartezeiten reduzieren, die bei Cloud‑Anfragen entstehen. Gerade bei interaktiven Anwendungen oder automatisierten Workflows kann das zu spürbar schnelleren Abläufen führen.
Cloud‑KI verursacht oft variable Kosten je nach Nutzung. Lokale Infrastruktur ermöglicht Unternehmen dagegen mehr Kontrolle über ihre Betriebskosten.
Dell positioniert Deskside Agentic AI vor allem für Unternehmens‑Teams und Arbeitsgruppen, die KI direkt in ihre tägliche Arbeit integrieren wollen.
Beispiele für Zielgruppen sind:
Das Konzept: zunächst lokal experimentieren und entwickeln – und erfolgreiche Lösungen anschließend in größerem Maßstab ausrollen.
Ein Kernprinzip der Dell AI Factory‑Architektur ist die nahtlose Skalierung.
Durch die gemeinsame OpenShell‑Runtime können dieselben Agent‑Workloads von Workstations auf Dell PowerEdge‑Server im Rechenzentrum migriert werden, während Sicherheits‑ und Richtlinienmechanismen konsistent bleiben.
Damit sollen Unternehmen KI‑Projekte leichter von Prototypen zu produktiven Systemen weiterentwickeln können.
Die Vorstellung von Deskside Agentic AI war Teil einer größeren Reihe von Infrastruktur‑Updates rund um die Dell‑NVIDIA‑Partnerschaft.
Zu den wichtigsten Ankündigungen gehörten:
Ausbau der Dell AI Factory with NVIDIA
Dell stellte neue Infrastruktur‑ und Ökosystem‑Integrationen vor, um den Einsatz von Unternehmens‑KI zu beschleunigen. Laut Dell nutzen bereits mehr als 5.000 Kunden diese Plattform.
Updates für die Dell AI Data Platform
Neue Funktionen sollen Unternehmen helfen, ihre Daten besser für KI‑Workloads vorzubereiten und zu orchestrieren, darunter Verbesserungen im AIDP Data Engine und neue Orchestrierungs‑Technologien.
Erweiterung des Partner‑Ökosystems
Dell vertiefte zudem Kooperationen innerhalb seines KI‑Ökosystems – darunter mit NVIDIA und weiteren Technologiepartnern im Bereich Unternehmens‑KI.
Dell stellte Deskside Agentic AI offiziell auf der Dell Technologies World 2026 (18.–21. Mai 2026) in Las Vegas vor.
Zum Zeitpunkt der Ankündigung wurden keine konkreten Termine für die allgemeine Verfügbarkeit oder Preise veröffentlicht.
Die Ankündigung zeigt einen breiteren Wandel im Enterprise‑KI‑Markt. Statt einzelner generativer KI‑Tools setzen Unternehmen zunehmend auf agentische Systeme, die komplexe Aufgaben eigenständig ausführen können.
Dell positioniert sich dabei als Anbieter der Infrastruktur für diese neue Generation von KI‑Workflows – vom Arbeitsplatz, an dem Entscheidungen entstehen, bis zum Rechenzentrum, in dem sie skaliert werden.
Sollte sich dieser Ansatz durchsetzen, könnten lokale KI‑Workstations künftig eine zentrale Rolle im Entwicklungs‑ und Produktionsprozess autonomer Unternehmens‑Agenten spielen.
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