Die Weltzeit bekommt eine neue Regel: Ab dem 20. Mai 2027 soll die koordinierte Weltzeit (UTC) ohne Schaltsekunden weiterlaufen. Zugleich darf sie sich um bis zu 3.600 Sekunden – also eine Stunde – von der Zeit entfernen, die sich aus der Erdrotation ergibt.
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Was wurde beschlossen – und ab wann?
Auf ihrer Tagung im Oktober 2026 in Versailles hat die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM), das internationale Gremium für Maßeinheiten und Messstandards, die Umstellung auf eine kontinuierliche UTC beschlossen. Berichten zufolge stimmten Vertreterinnen und Vertreter aus 69 Ländern darüber ab; eine vollständige Aufschlüsselung des Abstimmungsergebnisses liegt im hier verfügbaren Material nicht vor.
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Damit wird der bisherige Zeitplan vorgezogen: 2022 war noch vereinbart worden, Schaltsekunden spätestens bis 2035 abzuschaffen. Bis die neue Regel am 20. Mai 2027 greift, bleibt das bisherige Verfahren bestehen.
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Die letzte Schaltsekunde wurde am 31. Dezember 2016 eingefügt.
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Warum darf die Weltzeit von der Erdrotation abweichen?
Atomuhren messen Zeit sehr gleichmäßig. Die Erdrotation dagegen verläuft nicht vollkommen regelmäßig. UT1 ist die Zeitskala, die sich an dieser Rotation orientiert. Seit 1972 wurden Schaltsekunden eingesetzt, um UTC und UT1 eng beieinanderzuhalten. Künftig ist diese enge Übereinstimmung nicht mehr vorgeschrieben.
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Der größere Spielraum soll verhindern, dass die offizielle Zeit immer wieder um einzelne Sekunden angepasst werden muss. Ein möglicher Auslöser für die Debatte war die Aussicht auf eine negative Schaltsekunde: Dabei würde eine Sekunde abgezogen statt hinzugefügt. Eine solche Anpassung gab es bislang nicht; Berichte beschreiben sie als mögliche technische Herausforderung für Zeitsysteme.
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Kommt jetzt eine „Schaltstunde“?
Der Ausdruck „Schaltstunde“ bezeichnet den neuen Spielraum von einer Stunde, kann aber missverständlich klingen. Beschlossen wurde eine Obergrenze von 3.600 Sekunden für den Unterschied zwischen UTC und UT1 – kein Termin, an dem eine Stunde hinzugefügt oder abgezogen werden soll.
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Die Uhren springen also nicht 2027 plötzlich um eine Stunde. Vielmehr kann UTC künftig ohne Schaltsekunden weiterlaufen, während die Abweichung zur Erdrotationszeit innerhalb des neuen Rahmens wächst. Aus den verfügbaren Angaben geht nicht hervor, wann die Grenze erreicht werden könnte oder wie eine spätere Korrektur aussehen würde.
Weitere Themen rund um die Zeitmessung
Bei der Konferenz ging es nicht nur um Schaltsekunden. In der Liste der angenommenen BIPM-Resolutionen findet sich auch ein eigener Beschluss zu einer internationalen Referenzzeitskala für den Mond und ihrer Rückführbarkeit auf UTC. Das BIPM ist das Internationale Büro für Maß und Gewicht.
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Der Präsident des zuständigen Beratenden Komitees für Zeit und Frequenz wies außerdem darauf hin, dass optische Frequenzstandards die besten Umsetzungen der heutigen Sekundendefinition übertroffen haben. Zugleich seien noch nicht alle Kriterien für eine künftige Neudefinition erfüllt. Diese Arbeit gehört zur Weiterentwicklung von Zeitstandards, ist aber kein Korrekturverfahren für die Abschaffung der Schaltsekunde.
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Die praktische Änderung ist klar: Ab dem 20. Mai 2027 erhält UTC keine Schaltsekunden mehr; die zulässige Abweichung von der Erdrotation wächst auf bis zu eine Stunde. „Schaltstunde“ ist dabei eine Bezeichnung für den größeren Spielraum – keine angekündigte einstündige Zeitkorrektur.
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