Die vorliegenden Quellen nennen keine weiteren zugelassenen Kombinationen oder zusätzlichen Patientengruppen.
Felzartamab ist ein humaner monoklonaler Antikörper gegen CD38. Bei CD38 handelt es sich um ein Oberflächenprotein, das auf Plasmazellen vorkommt – darunter auch auf den bösartigen Plasmazellen, die dem multiplen Myelom zugrunde liegen. Durch die Bindung an dieses Zielprotein soll der Wirkstoff CD38-tragende Zellen gezielt für die Behandlung markieren beziehungsweise angreifen.
Die verfügbaren Berichte bestätigen die Wirkstoffklasse und das CD38-Ziel, liefern in diesem Zusammenhang aber nicht genügend Details, um den vollständigen nachgeschalteten Mechanismus der Zellzerstörung oder die klinische Wirksamkeit im Vergleich zu anderen gegen CD38 gerichteten Therapien zu bewerten.
Die Bedeutung der NMPA-Entscheidung geht über den chinesischen Markt hinaus: Sie gilt als weltweit erste behördliche Zulassung von Felzartamab und nicht lediglich als erste Zulassung in China.
Zugleich beginnt damit in Großchina die Vorbereitung der kommerziellen Nutzung. TJ Biopharma hatte den Zulassungsantrag bei der NMPA eingereicht und verfügt nach eigenen Angaben über Produktionskapazitäten in einer GMP-Anlage in Hangzhou. GMP steht für „Good Manufacturing Practice“ und bezeichnet international anerkannte Standards für die Herstellung von Arzneimitteln.
Der Zulassung war eine Vereinbarung vom April 2026 vorausgegangen. Darin übernahm Biogen die exklusiven Rechte von TJ Biopharma für Großchina. Damit liegen die weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für Felzartamab bei Biogen.
Ursprünglich wurde das Produkt von MorphoSys AG entwickelt, heute MorphoSys GmbH unter dem Dach von Novartis, wie aus der gemeinsamen Mitteilung zur chinesischen Zulassung hervorgeht. TJ Biopharma besaß anschließend die exklusiven Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für Großchina, bevor diese an Biogen übergingen.
Die Rollen der beteiligten Unternehmen lassen sich damit wie folgt zusammenfassen:
Die öffentlich verfügbaren Angaben stützen eine konkrete Aufgabenteilung für Großchina: Biogen übernimmt die Vermarktung, während TJ Biopharma das Produkt für diesen kommerziellen Einsatz bereitstellt.
Eine vollständig ausgearbeitete weltweite Verteilung der Produktions- und Lieferverantwortung geht daraus jedoch nicht hervor. Einige Berichte beschreiben Biogen als künftig für die Herstellung in Großchina zuständig, während die spätere Zulassungsmitteilung TJ Biopharma als Lieferpartner für die kommerzielle Versorgung nennt.
Die vorsichtigste Schlussfolgerung lautet daher: TJ Biopharma hat nachweislich eine Rolle bei der Versorgung mit Felzartamab für die Vermarktung in Großchina. Die verfügbaren Quellen belegen aber nicht, dass TJ das Medikament weltweit herstellt oder liefert. Umgekehrt bedeuten Biogens weltweite Entwicklungs- und Vermarktungsrechte nicht automatisch, dass das Unternehmen jede künftige Arzneimittelcharge selbst physisch produzieren wird.
Mit der ersten weltweiten Zulassung darf Felzartamab als JINGFEI zusammen mit Lenalidomid und Dexamethason bei bereits behandelten Erwachsenen mit multiplem Myelom eingesetzt werden. Der Wirkstoff ist ein gegen CD38 gerichteter humaner monoklonaler Antikörper. Biogen kontrolliert inzwischen die weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte, während TJ Biopharma laut den veröffentlichten Angaben die kommerzielle Versorgung in Großchina übernimmt.