Das entspricht einem Geschwindigkeitsvorteil um den Faktor 4,5 bis 6 gegenüber einer typischen Tesla V4 Supercharger-Säule, die bei einigen Fahrzeugen mit etwa 325 kW ihren Höchstwert erreicht, für die meisten Autos auf der Straße aber eher bei 250 kW arbeitet .
1.500 kW sicher und zuverlässig zu erreichen, erfordert mehr als nur einen leistungsstarken Stecker. Das System von BYD vereint mehrere Schlüsseltechnologien:
Das Auslandsnetz von BYD startet praktisch bei null, was die Ausbauziele umso ambitionierter erscheinen lässt.
BYD signalisiert eine aggressive Preispolitik, um Fahrer zu gewinnen. Bono Ge, Länderchef von BYD UK, erklärte, das Netzwerk solle „deutlich unter den äquivalenten Benzinkosten“ laden und deutete an, dass es die Preise von Tesla Superchargern unterbieten könnte .
Während offizielle Preise pro Kilowattstunde noch nicht formell veröffentlicht sind, peilt das Unternehmen in Großbritannien Berichten zufolge rund 50 Pence pro kWh an . Zum Vergleich: Tesla Supercharger kosten in Großbritannien typischerweise zwischen £0,60 und £0,80 pro kWh. In Deutschland variieren die Supercharger-Preise, liegen für gelegentliche Nutzer aber oft bei etwa 0,55 bis 0,70 € pro kWh – ein Preisniveau, das BYD voraussichtlich ebenfalls unterbieten will.
Die unter dem Namen „BYD Flash Charging“ betriebenen Stationen verfügen über einen standardmäßigen CCS-Anschluss, sodass jedes Elektroauto technisch gesehen andocken kann . Der Zugriff auf die vollen 1.500 kW bleibt jedoch vorerst Fahrzeugen von BYD und Denza vorbehalten, die mit der neuen Blade Battery 2.0 und der 1.000V-Architektur ausgestattet sind, wie dem Denza Z9 GT, BYD Han L und BYD Tang L
. Andere E-Autos werden mit deutlich niedrigeren, hardwarebedingt begrenzten Geschwindigkeiten laden.
Der Vergleich der beiden Netze zeigt einen klassischen Kampf zwischen purer Geschwindigkeit und etablierter Größe mit breiter Kompatibilität.
Der Zeitvorsprung von BYD ist eklatant und könnte in der Zeit, die ein Supercharger für einen nennenswerten Ladungsschub benötigt, fast eine Vollladung ermöglichen. Zudem macht der integrierte Batteriespeicher das System netzfreundlicher als herkömmliche netzgebundene Supercharger. Teslas Netz verfügt jedoch über eine konkurrenzlose globale Reichweite und Kompatibilität mit nahezu jedem CCS-fähigen E-Auto, während BYDs Spitzenleistung vorerst exklusiv den neuesten eigenen Fahrzeugen vorbehalten bleibt .
Für deutsche E-Auto-Fahrer bedeutet diese Entwicklung: Die Tage der langen Kaffeepause am Schnelllader könnten gezählt sein – sofern der ambitionierte Ausbauplan des chinesischen Autobauers aufgeht. Der erste Standort in Deutschland ist bereits am Netz, und sollte BYD sein Tempo halten, könnte das Tankstellen-ähnliche Ladeerlebnis schon bald Realität auf deutschen Autobahnen und in Städten werden.
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