Robin Li stellte die Kennzahl bewusst als Gegenstück zu Daily Active Users (DAU) dar, die in der mobilen Internet‑Ära als wichtigste Erfolgsmetrik galt. Während DAU zeigt, wie viele Menschen eine App öffnen, soll DAA erfassen, wie viele KI‑Agenten tatsächlich Arbeit erledigen.
Nach Lis Argumentation misst etwa die Anzahl generierter Tokens hauptsächlich Kosten – nicht den Nutzen. DAA dagegen soll den tatsächlichen Wert widerspiegeln, den KI‑Systeme in realen Anwendungen schaffen.
Einige Berichte über die Konferenz erwähnen zudem eine Prognose, nach der weltweit eines Tages mehr als 10 Milliarden täglich aktive Agenten existieren könnten. Diese Zahl taucht jedoch überwiegend in Sekundärberichten auf und gilt eher als langfristige Vision als als offizielles Ziel.
Auf der Konferenz stellte Baidu mehrere neue oder aktualisierte Agent‑Produkte vor, die unterschiedliche Aufgabenbereiche abdecken.
Statt nur Fragen zu beantworten, ist er darauf ausgelegt, mehrstufige Aufgaben zu koordinieren und eigenständig auszuführen – ähnlich einem digitalen Mitarbeiter.
Mit Miaoda präsentierte Baidu einen Agenten, der speziell für Softwareentwicklung und App‑Erstellung konzipiert ist.
Das System wird sowohl als App‑Version als auch für Unternehmen angeboten. Berichten zufolge kann der Agent während Entwicklungsprozessen einen großen Teil seines Codes selbst generieren.
In einigen englischsprachigen Quellen taucht der Name MeDo auf; ob es sich dabei um eine Übersetzung oder eine alternative Produktbezeichnung handelt, ist in den verfügbaren Informationen nicht eindeutig geklärt.
Ein weiteres Highlight war Baidu Yijing, eine Plattform zur Erstellung realistischer digitaler Avatare.
Diese sogenannten „Digital Humans“ können Präsentationen halten oder mit Nutzern kommunizieren. Laut Berichten unterstützt die Plattform mehrere Sprachen mit synchroner Lippenbewegung, sodass die Avatare natürlicher wirken.
Mit Famou Agent 2.0 stellte Baidu außerdem eine aktualisierte Version seines selbstentwickelnden Agent‑Systems vor.
Der Agent ist für komplexe Analyse‑ und Entscheidungsaufgaben gedacht und soll sich durch iterative Lernprozesse kontinuierlich verbessern. In Benchmarks wie MLE‑Bench erreichte das System laut Berichten starke Ergebnisse bei schwierigen Agent‑Evaluierungen.
Baidu betonte, dass leistungsfähige Agenten nur mit einer passenden technischen Infrastruktur funktionieren. Deshalb präsentierte das Unternehmen einen vollständigen Technologie‑Stack.
Das Modell bildet die Grundlage für viele der neuen Agent‑Anwendungen und soll insbesondere effizienter trainiert werden können und geringere Betriebskosten verursachen.
Zusätzlich positioniert Baidu seine AI Cloud als Plattform für die Entwicklung und den Betrieb großer Agent‑Systeme.
Die Cloud‑Umgebung kombiniert Modellzugriff, Entwicklungs‑Tools und Infrastruktur, sodass Unternehmen eigene Agent‑basierte Anwendungen aufbauen können.
Diese Architektur soll es ermöglichen, Agenten in großem Maßstab zu betreiben und direkt in Software‑ und Unternehmensprozesse zu integrieren.
Der Kern von Baidus Botschaft bei Create 2026: Der Wettbewerb in der KI verschiebt sich von Modellqualität zu Ausführungsfähigkeit.
Robin Li formulierte es so: Entscheidend sei künftig nicht mehr, was ein KI‑System weiß – sondern ob es Aufgaben tatsächlich erledigen kann.
Agenten kombinieren Sprachmodelle mit Werkzeugen, Speicher und Automatisierung. Dadurch können sie mehrstufige Aufgaben übernehmen, Entscheidungen treffen und Ergebnisse liefern.
Mit den Ankündigungen von Create 2026 positioniert sich Baidu als vollständige KI‑Plattform für agentenbasierte Anwendungen.
Statt sich ausschließlich über Modell‑Benchmarks zu definieren, setzt das Unternehmen darauf, dass die nächste Welle der KI‑Nutzung von autonomen Systemen kommt – in Apps, Unternehmen und digitalen Dienstleistungen.
Sollte sich diese Vision durchsetzen, könnte der Erfolg von KI künftig weniger daran gemessen werden, wie viele Menschen mit KI sprechen – sondern wie viele Agenten täglich für sie arbeiten.
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