Amazon-Chef Andy Jassy sieht externe KI-Shopping-Agenten derzeit nicht als ernsthafte Bedrohung für das Werbegeschäft des Konzerns. Auf dem Quartalsgespräch sagte er, nur wenige Kunden kauften bislang in größerem Umfang über solche Dienste ein. Das Einkaufserlebnis sei „noch nicht besonders gut und auch nicht bequemer, als direkt bei einem Händler einzukaufen“.
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Die Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Amazons Werbeumsatz hinter den Erwartungen zurückblieb: Im dritten Quartal nahm das Unternehmen damit 19,6 Milliarden US-Dollar ein. Analysten hatten mit 20,82 Milliarden gerechnet. Die verfügbaren Quellen zeigen jedoch nicht, dass externe Shopping-Agenten die Abweichung verursacht haben.
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Werbeumsatz unter Prognose – aber kein belegter Agenten-Effekt
Jassy begründete seine Gelassenheit mit der bislang geringen Nutzung externer Einkaufsassistenten und deren aus seiner Sicht wenig überzeugendem Komfort. Eine separate, ausführliche Einschätzung zur Genauigkeit solcher Agenten ist in den vorliegenden Berichten nicht dokumentiert.
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Beim Wachstum des Werbegeschäfts nennen die Quellen unterschiedliche Werte: Das Transkript des Analystengesprächs weist ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus, ein anderer Bericht nennt 11 Prozent. Die verfügbaren Angaben klären die Abweichung nicht auf.
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Amazon führte das langsamere Wachstum unter anderem auf Verschiebungen im Kalender zurück: Der Prime Day fand in den meisten Ländern im zweiten statt im dritten Quartal statt. Auch der Zeitpunkt der NBA-Spiele auf Prime Video spielte nach Unternehmensangaben eine Rolle. Das ordnet die Quartalsentwicklung ein, belegt aber nicht, dass diese Faktoren allein die verfehlte Werbeprognose erklären.
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Umsatz und Alexa-Shopping-Zahlen
Amazon setzte im dritten Quartal insgesamt 201,9 Milliarden US-Dollar um – 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 180,2 Milliarden. Damit lag der Nettoumsatz knapp unter der Analystenschätzung von 202,31 Milliarden US-Dollar.
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Zum hauseigenen Einkaufsassistenten Alexa for Shopping meldete Amazon mehr als 400 Millionen Nutzerinnen und Nutzer innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Die Zahl der Kundeninteraktionen sei im Jahresvergleich um 570 Prozent gestiegen.
15 US-Kunden, die Alexa for Shopping verwenden, gäben pro Bestellung zudem 50 Prozent mehr aus als diejenigen, die den Dienst nicht nutzen.
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Diese Zahlen beziehen sich auf Amazons eigenen Einkaufsassistenten. Die vorliegenden Quellen beschreiben nicht ausreichend, welche Funktionen der neu eingeführte Amazon Ads Agent Werbetreibenden konkret bietet. Ein belastbarer Vergleich mit externen Shopping-Agenten ist daher nicht möglich.
Warum Amazon Meta Muse blockierte
Amazon begann am 20. September, Meta Muse vom Einkauf auf seiner Handelsplattform auszuschließen. Dem Bericht von Bloomberg zufolge ging der Schritt voraus, dass Meta Amazons Bitte ablehnte, den Händler aus dem Angebot des Agenten zu entfernen.
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Amazon erklärte, Meta habe das Unternehmen nicht darüber informiert, dass Muse auf den Shop zugreifen würde. Außerdem habe sich der Agent beim Besuch der Website nicht als automatisiertes System zu erkennen gegeben.
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Der Konzern äußerte auch den Verdacht, Muse erfasse und speichere Zugangsdaten von Kunden. Das ist Amazons Vorwurf und kein unabhängig bestätigter Befund in den verfügbaren Berichten. Meta erklärte seinerseits, Muse könne weder Passwörter noch Zahlungsdaten der Nutzer einsehen.
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Wer über Muse auf Amazon zugreifen wollte, bekam den Hinweis: „Der fortgesetzte Zugriff durch einen nicht autorisierten KI-Agenten verstößt gegen die Nutzungsbedingungen von Amazon, denen unsere Kunden zugestimmt haben.“
38 Amazon vertritt die Position, dass Drittanbieter-Agenten offen auftreten und die Entscheidung eines Dienstanbieters respektieren sollten, ob dieser ihre Nutzung zulässt.
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Was sich aus dem Streit ableiten lässt – und was nicht
Die Quellen zeigen, dass Amazon Muse den Zugang verwehrte und sich dabei auf Transparenz, Erkennbarkeit und Sicherheitsbedenken berief. Sie reichen jedoch nicht aus, um die konkreten Angebote oder Positionen von Shopify, Walmart und Best Buy verlässlich miteinander zu vergleichen.
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Der engere Befund aus dem Quartalsgespräch ist klarer: Jassy sagte, externe Shopping-Agenten seien wegen ihrer geringen Nutzung und des aus seiner Sicht wenig bequemen Einkaufserlebnisses noch keine nennenswerte Gefahr für Amazon Ads. Dass diese Dienste die verfehlte Werbeumsatzprognose verursacht hätten, belegen die verfügbaren Quellen nicht.
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