Amazon-Chef Andy Jassy hat Prime Video als großes, eigenständig profitables Geschäft bezeichnet: Der Streamingdienst komme auf eine Umsatz-Run-Rate von „mehreren zehn Milliarden US-Dollar“. Die Aussage fiel am 29. Oktober 2026 während Amazons Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Sie liefert eine Größenordnung, aber keine konkrete Umsatz-, Gewinn- oder Margenzahl.
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Was an der Aussage neu ist
Jassy hatte bereits im Mai erklärt, Prime Video sei profitabel. Die neue Information ist die Umsatz-Run-Rate – also ein auf ein Jahr hochgerechnetes Tempo, nicht der tatsächlich erzielte Umsatz eines abgeschlossenen Geschäfts- oder Quartalsjahres.
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Mit „eigenständig profitabel“ beschreibt Amazon die Wirtschaftlichkeit des Dienstes. Wie hoch der Gewinn ausfällt und wie das Unternehmen gemeinsame Kosten verrechnet, geht daraus nicht hervor. Amazon veröffentlicht keine separate Gewinnzahl für Prime Video. Auch das ausgewiesene Abo-Geschäft umfasst mehr als den Streamingdienst: Dazu zählen unter anderem Prime-Mitgliedschaften sowie digitale Video- und weitere Angebote.
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Serien, Filme und Sport als Hinweise auf die Entwicklung
Jassy verwies auf Serien wie The Boys, Fallout und Reacher sowie auf Filme und Live-Sport.
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24 Berichte hoben außerdem den Kinoerfolg von Project Hail Mary hervor. Die vierte Staffel von Reacher soll in den ersten 28 Tagen 66 Millionen Zuschauer erreicht haben.
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Diese Beispiele zeigen, auf welche Inhalte Amazon verweist, wenn es von der Dynamik bei Prime Video spricht. Sie verraten jedoch nicht, welchen Umsatz oder Gewinn einzelne Titel eingebracht haben. Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, welche Rendite Amazon mit der vier Jahre zuvor abgeschlossenen Übernahme des Filmstudios MGM für 8,5 Milliarden US-Dollar erzielt hat.
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Warum Amazons gute Zahlen die Anleger nicht beruhigten
Amazons drittes Quartal brachte ein gemischtes Bild: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 201,9 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis lag bei 28,1 Milliarden US-Dollar, die operative Marge erreichte mit 13,9 Prozent einen Unternehmensrekord. Der Cloudbereich AWS steigerte seinen Umsatz um 39,3 Prozent auf 46 Milliarden US-Dollar.
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Trotzdem blieben Umsatz und Gewinn je Aktie hinter den Erwartungen zurück: Amazon meldete einen Gewinn je Aktie von 1,89 US-Dollar; die von Yahoo Finance berichteten Analystenschätzungen lagen bei 1,96 US-Dollar. Für das vierte Quartal stellte Amazon einen Umsatz von 240 bis 247 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Berichte brachten den schwächeren Ausblick mit einem Kursrückgang von rund 6 Prozent im nachbörslichen Handel in Verbindung.
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Hinzu kamen Fragen zu Investitionen und Liquidität. Über die vergangenen zwölf Monate verzeichnete Amazon einen negativen Free Cashflow von 42,4 Milliarden US-Dollar. Für 2026 hält das Unternehmen an geplanten Investitionen von rund 220 Milliarden US-Dollar fest. Das Management erwartet für 2027 „deutlich höhere“ Ausgaben; der größte Teil der Investitionen in Sachanlagen soll 2026 in AWS fließen.
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Der entscheidende Unterschied: Jassy zeichnet Prime Video als großes und eigenständig profitables Geschäft. Wie viel es tatsächlich zum Ergebnis beiträgt, bleibt mangels genauer Zahlen unklar. Bei Amazons Quartalszahlen standen dagegen die verfehlten Erwartungen, der Ausblick und der hohe Finanzierungsbedarf für geplante Investitionen im Mittelpunkt.
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