Amazon erweitert sein KI-Angebot Bedrock um Modelle chinesischer Anbieter. Bei der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse am 29. Oktober nannte der Konzern Kimi K3 von Moonshot AI und GLM 5.3 von Z.ai als neue Ergänzungen – neben Modellen von OpenAI, Anthropic und SpaceXAI.
36 Kimi K3 war laut Berichten bereits im September bei Bedrock verfügbar; GLM 5.3 folgte Anfang Oktober.
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Die Erweiterung passt zu einer größeren strategischen Wette von Amazon-Chef Andy Jassy: Unternehmen sollen sich nicht auf einen einzelnen KI-Anbieter festlegen müssen, sondern Modelle je nach Aufgabe auswählen und austauschen können.
Jassys Prognose: mehrere Modelle für die meisten Aufgaben
Jassy sagte, in den kommenden zwei bis drei Jahren könnten sechs bis acht Modelle ungefähr gleich leistungsfähig sein – oder zumindest gut genug für mehr als 95 Prozent der Arbeitslasten. Viele Kunden dürften mehrere Modelle einsetzen, teilweise sogar innerhalb derselben generativen KI-Anwendung.
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Das ist eine Prognose für die Zukunft, keine Aussage darüber, dass diese Modelle heute bereits diesen Anteil der Aufgaben bewältigen. Für Unternehmen könnte die praktische Folge sein, Modelle zu vergleichen und den Anbieter zu wechseln, wenn sich Leistung, Kosten oder Eignung verändern. Amazon positioniert Bedrock als Plattform, die den Zugriff auf verschiedene Modelle erleichtern soll, ohne Kunden an einen einzigen Anbieter zu binden.
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Jassy sagte außerdem, Bedrock könne langfristig eine ähnliche Größe wie Amazons Cloud-Dienst EC2 erreichen. Er verknüpfte diese Aussicht mit der Nachfrage nach mehreren Modellen und dem Wunsch, eine Abhängigkeit von einem einzelnen Modellanbieter zu vermeiden.
35 Das ist ein Zukunftsziel, kein Vergleich der heutigen Umsätze oder Größenordnungen.
Was „Open Weight“ bedeutet – und was nicht
Kimi K3 und GLM 5.3 werden als Open-Weight-Modelle bezeichnet. Dabei sind die Modellgewichte zugänglich; der Begriff belegt für sich genommen aber nicht, dass sämtliche Teile der Entwicklung, Lizenzierung oder Bereitstellung offen sind.
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Amazon führt Modelle aus unterschiedlichen Weltregionen auf derselben Plattform. Gleichzeitig berichtete Jassy von einer starken Nachfrage im Westen nach weiteren Open-Source-Modellen aus westlicher Entwicklung.
18 Beides muss kein Widerspruch sein: Bedrock kann Kunden heute Zugang zu gefragten Modellen bieten, während Jassy zugleich für mehr westliche Alternativen wirbt. Die vorliegenden Berichte belegen allerdings keine konkretere Position Jassys dazu, chinesische Modelle auszuschließen.
Datenschutz und Nutzung als Verkaufsargumente
Jassy sagte, Eingaben und Ausgaben bei Bedrock würden weder mit den Modellanbietern geteilt noch zum Training von Basismodellen verwendet.
11 Das ist Amazons Zusicherung zum Umgang mit Kundendaten. Es bedeutet nicht, dass alle über Bedrock verfügbaren Modelle dieselben Fähigkeiten oder Nutzungsbedingungen haben.
Amazon zufolge gaben Fortune-500-Unternehmen im Jahresvergleich fast siebenmal so viel für Bedrock aus; das gesamte Token-Volumen der Plattform stieg demnach um fast das Siebzehnfache.
9 Die Zahlen zeigen eine deutlich gestiegene Nutzung, sagen aber nicht aus, welche Modelle besonders gefragt waren oder wie sich das künftig auf den Umsatz auswirkt.
Das Quartal im Überblick
Amazon meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 201,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis stieg um 61 Prozent auf 28,1 Milliarden US-Dollar.
8 Zugleich verfehlte das Unternehmen laut MarketBeat die Analystenerwartungen beim Gewinn je Aktie.
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Vor diesem Hintergrund stellt Amazon die wachsende Modellauswahl, die Datenschutz-Zusicherung und die steigende Nutzung als Bausteine seines KI-Geschäfts heraus. Jassys Kernargument: Wenn Unternehmen künftig mit mehreren Modellen arbeiten wollen, könnte eine Plattform, die ihnen die Wahl lässt, an Bedeutung gewinnen.