Für das Halbfinale qualifizierte sich Zverev mit einem 7:6 (3), 6:1, 6:3 über den 19-jährigen spanischen Qualifikanten Rafael Jodar auf dem Court Philippe-Chatrier . Das Ergebnis spiegelt die Dramaturgie nur bedingt wider: Im ersten Satz lag Zverev bereits mit 2:5 zurück, kämpfte sich aber in den Tiebreak und verlor danach nur noch vier weitere Spiele
.
Mit diesem Erfolg steht Zverev zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren im Roland-Garros-Halbfinale – eine Konstanz, die ihn nun zu einem der erfahrensten Spieler im restlichen Feld macht .
Das Herren-Tableau wurde auf selten gesehene Weise dezimiert. Die Schockwelle begann bereits vor dem Turnier, als der zweifache Titelverteidiger Carlos Alcaraz verletzt absagen musste . In der zweiten Runde brach dann Weltranglistenerster Jannik Sinner – als haushoher Favorit mit einer Serie von 30 Siegen angereist – in einem Fünf-Satz-Krimi gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo ein
. Es war das erste Mal seit Andre Agassi im Jahr 2000, dass eine topgesetzte Nummer 1 so früh bei einem Grand Slam ausschied
.
Nur einen Tag später verspielte Novak Djokovic, 24-facher Major-Champion, eine 2:0-Satzführung und unterlag dem brasilianischen Teenager Joao Fonseca in einem fast fünfstündigen Thriller . Durch diese beiden Niederlagen in Folge stand erstmals seit 1968 kein ehemaliger Grand-Slam-Sieger im Achtelfinale eines Majors
.
Das Turnier wurde völlig neu gezeichnet: Sofort galt das Herreneinzel als sicherer Produzent eines erstmaligen Grand-Slam-Champions . Auf den Wettmärkten schob sich Zverev unmittelbar auf die Position des Topfavoriten mit einer Quote von +120
, und mehrere internationale Medien erklärten den Deutschen zum Mann, den es zu schlagen gilt
.
Vor dem Halbfinale und dem für den 7. Juni angesetzten Finale sprechen mehrere Gründe für Zverev:
Für einen Spieler, der drei Grand-Slam-Finals verloren hat, war die Chance noch nie so konkret. Er ist der bestplatzierte Verbliebene, der Wettfavorit und der erfahrenste Akteur in einem Feld voller Neulinge auf dieser Turnierstufe. Ob er am Ende die Coupe des Mousquetaires in den Pariser Himmel streckt, wird sich zeigen – für ihn bleibt das Goldmedaillon jedoch unverrückbar.
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