Dávila stieß auf A1, indem er 54 öffentliche JWST/NIRCam-Aufnahmen durchsuchte und dabei 1.591 Kandidatenobjekte einzeln begutachtete .
A1 fiel durch drei auffällige Merkmale auf :
Die isophotale Ausdehnung von A1 beträgt rund 5,1 Bogensekunden; es liegt 50,9 Bogensekunden vom Röntgenzentrum des Haufens entfernt. Ein schwächerer zweiter Kandidat, A2, wurde ebenfalls notiert und wird noch untersucht .
Die Bestimmung der Rotverschiebung von A1 erwies sich als die zentrale Schwierigkeit der Studie. Die Standard-JWST-Katalogphotometrie (aper_total_abmag) ist für punktförmige Quellen ausgelegt und lieferte für diesen ausgedehnten Bogen ungültige Ergebnisse. Die feste Messblende erfasste nur wenige Prozent des gesamten Lichtflusses und gab aufgrund ihrer wellenlängenabhängigen Größe eine fälschliche Rötung von etwa 1,4 Größenklassen vor – was eine extrem hohe Rotverschiebung vorgetäuscht hätte [arXiv].
Dávila verwendete stattdessen eine Photometrie für ausgedehnte Quellen – isophotale Flüsse, feste angepasste Blenden und Wachstumskurven – und kombinierte diese mit archivierten HST/RELICS-Zwangphotometrie über sieben Wellenlängenbereiche hinweg [arXiv].
Ein entscheidendes Indiz lieferte der klare Nachweis im HST/ACS-F435W-Band. Dieser schließt eine sehr hohe Rotverschiebung aus, da diese einen vollständigen Ausfall durch die Lyman-Grenze in diesem Band erfordern würde [arXiv].
Das daraus abgeleitete photometrische Ergebnis ist eine Rotverschiebung von z ~ 1,4 (mit einem plausiblen Bereich von 1,2–1,7). Die Galaxie existierte demnach, als das Universum etwa 4–5 Milliarden Jahre alt war – nicht mehr in der Urzeit, aber dennoch in ferner Vergangenheit [arXiv].
Bei A1 handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine einfach gelinste Galaxie bei z ~ 1,4, die sich in der Nähe der tangentialen kritischen Kurve im Einzelbildbereich des öffentlichen Zitrin-LTM-Gauss-Linsenmodells befindet. Eine vollständige Ray-Tracing-Karte sagt keine Gegenbilder für z < 2 voraus, was mit dem Fehlen einer sichtbaren Entsprechung übereinstimmt. Eine Quelle bei z = 4,4 müsste dagegen ein Gegenbild der Helligkeit ~22,7 aufweisen – ein solches wird jedoch nicht beobachtet [arXiv].
Die Arbeit zeigt, dass systematische Archivdurchmusterungen – die Kombination von JWST-Daten mit vorhandenen Katalogen – noch Objekte zutage fördern können, die den ursprünglichen Beobachtungsteams entgangen sind. Gleichzeitig dient sie als warnendes Beispiel: Die Standard-Katalogphotometrie kann bei räumlich ausgedehnten oder durch Gravitationslinseneffekte verzerrten Quellen zu massiv irreführenden Ergebnissen führen [arXiv].
Die Studie ist auf arXiv veröffentlicht (arXiv:2607.12129, v2 überarbeitet am 7. August 2026) und befindet sich derzeit im Peer-Review-Verfahren für die offizielle Veröffentlichung in den Publications of the Astronomical Society of Japan (PASJ) [arXiv]. Das GO-5293-Team hat per E-Mail bestätigt, dass niemand zuvor dieses Objekt untersucht hatte, und erkennt Dávila damit als Entdecker an .
Für eine vollständige Bestätigung und die genaue Bestimmung der Rotverschiebung sind spektroskopische Nachbeobachtungen sowie ein speziell angepasstes Linsenmodell ausdrücklich erforderlich [arXiv].