Thorntons Vorhaben sieht vor, Barricks Nevada-Aktivitäten (einschließlich der Minen Goldstrike und Cortez), die Fourmile-Lagerstätte sowie weitere nordamerikanische und karibische Assets in eine neue, separat notierte Gesellschaft zu überführen. Der Deal wird auf rund 42 Milliarden Dollar taxiert .
Großinvestoren wie VanEck, Mackenzie Financial und Franklin Equity Group haben sich gegen den Plan ausgesprochen. Sie argumentieren, dass die Transaktion den Anteil der Altaktionäre an den profitabelsten Minen des Unternehmens verwässert und Wert effektiv auf neue IPO-Investoren überträgt. Ein Investor fordert inzwischen öffentlich Thorntons Rücktritt. Thornton hat den Vorsitz seit 2014 inne .
Das Spin-Off hing maßgeblich von der Beilegung eines Rechtsstreits mit Newmont über das Nevada-Gold-Mines-Joint-Venture ab. Newmont hatte Anfang 2026 ein formelles Streitbeilegungsverfahren eingeleitet und behauptet, der Spin-Off verstoße gegen die Partnerschaftsbedingungen . Am 10. August gab Barrick eine Einigung über 1,95 Milliarden Dollar mit Newmont bekannt, die den Rechtsstreit beilegt und den Weg für den IPO freimacht. Barrick rechnet mit dem Abschluss des Börsengangs bis Ende 2026 .
Bereits Anfang 2026 war das Spin-Off durch eine ungenannte Teck-Royalty-Verpflichtung und den Newmont-Prozess verzögert worden . Hinzu kommt, dass Barrick die niedrigste jährliche Goldproduktion seit 25 Jahren verzeichnet. Der IPO ist daher ein riskantes Manöver, um die Bewertung des Konzerns neu zu justieren .
Am 10. August legte Barrick seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Die Headline-Zahlen enttäuschten die Wall Street:
| Kennzahl | Tatsächlich | Konsens / Vorjahr | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 5,29 Mrd. USD | 5,67 Mrd. USD (Konsens) | Verfehlt |
| Adjusted EPS | 0,82 USD | 0,94 USD (Konsens) | Verfehlt |
| Nettogewinn | 1,22 Mrd. USD | +50 % zum Vorjahr | Starkes Wachstum |
| Goldproduktion | 796.000 Unzen | 730.000–770.000 Unzen (Guidance) | 3 % über Guidance |
| Adj. EBITDA | ~2,5 Mrd. USD | +51 % zum Vorjahr | Starkes Wachstum |
Die Goldproduktion von 796.000 Unzen lag 11 % über dem ersten Quartal und übertraf die eigene Prognose. Die Kupferproduktion betrug 56.000 Tonnen. Der Nettogewinn stieg um 50 % auf 1,22 Milliarden Dollar, das adjustierte EBITDA erreichte 2,5 Milliarden Dollar (Marge: 59 %) .
Trotz der soliden operativen Entwicklung – der verfehlte Gewinn und Umsatz – sorgte zusammen mit der zeitgleichen Ankündigung der kostspieligen Newmont-Einigung für einen Kursrutsch. Barrick-Aktien gaben am Vormittag des 10. August um rund 6,34 % auf 40,91 Dollar nach .
Chairman Thornton treibt ein hochriskantes und tief umstrittenes Vorhaben voran. Die Einigung mit Newmont hat zwar ein zentrales Hindernis aus dem Weg geräumt, doch der Widerstand der Großaktionäre bleibt massiv. Sie sehen in dem Spin-Off eine schleichende Entwertung ihrer Anteile. Barricks starke operative Leistung im zweiten Quartal wurde von den enttäuschenden Bilanzzahlen überlagert – ein frischer Katalysator für den Kursverfall, der Thornton in einer Phase trifft, in der er dringend auf das Vertrauen der Aktionäre angewiesen ist. Ob der IPO tatsächlich kommt, hängt davon ab, ob Thornton seine größten Investoren zurückgewinnen kann – oder ob die Forderungen nach seinem Rücktritt lauter werden.