Trotzdem bedeutet „Waffenruhe zuerst“ nicht automatisch: Kein Treffen, bevor alles bereits geregelt ist. Kiew hat direkte Gespräche auf höchster Ebene teils auch als Mittel verstanden, um eine Feuerpause überhaupt zu erreichen oder festzuschreiben.
Nach Putins Vorschlag von Gesprächen in der Türkei sagte Selenskyj, er werde dort sein und Putin persönlich erwarten, während er weiter auf eine Waffenruhe hoffe . Berichte aus dieser Phase hielten zugleich fest, es sei nicht völlig klar, ob Selenskyj seine Anwesenheit strikt davon abhängig machte, dass die Waffenruhe schon vorher beginnt
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Später wurde Selenskyj mit der Aussage wiedergegeben, die Ukraine sei bereit, sich auch ohne die zuvor diskutierten Vorbedingungen einer Waffenruhe oder Sicherheitsgarantien an den Verhandlungstisch zu setzen . Zuletzt sagte er, die Ukraine sei seit Langem zu Treffen bereit; entscheidend sei nun, ein konkretes Dialogformat zu finden, den Krieg zu beenden und Sicherheit zuverlässig zu garantieren
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Die sauberste Lesart lautet daher: Die Ukraine will die Waffenruhe zuerst – sie könnte aber ein Treffen akzeptieren, wenn genau dieses Format die Kämpfe realistisch stoppen kann.
Eine zweite rote Linie ist der Charakter der Verhandlungen. Kiew will nicht in Gespräche gehen, deren Ausgang durch russische Forderungen bereits vorgezeichnet ist. Im Juni 2025 wies Selenskyj einen russischen Vorschlag für eine Waffenruhe als „Ultimatum“ zurück und forderte erneut direkte Gespräche mit Putin, um die Blockade zu durchbrechen .
Der Unterschied ist wichtig: Die Ukraine zeigt Bereitschaft zu Gesprächen. Sie will aber nicht akzeptieren, dass Moskaus Maximalforderungen von vornherein als Verhandlungsrahmen gelten.
Für einen Gipfel auf Präsidentenebene betont Kiew außerdem: Wenn es wirklich um die großen Entscheidungen geht, reicht nicht irgendeine russische Delegation. Im Zusammenhang mit den Türkei-Gesprächen wurde berichtet, Selenskyj bestehe auf einem persönlichen Treffen mit Putin und wolle sich nicht auf Gespräche mit rangniedrigeren russischen Vertretern beschränken .
Ein zentraler Grund sind Territorialfragen. Selenskyj hat gesagt, territoriale Vereinbarungen seien ohne direkten Kontakt mit Putin nicht möglich. Zugleich erklärte er, die Ukraine sei offen für Formate mit Russland und den USA; Europa solle zu einem bestimmten Zeitpunkt ebenfalls präsent sein, weil Sicherheitsgarantien mit der EU und der „Koalition der Willigen“ verbunden seien .
Für Kiew darf ein Treffen nicht nur eine kurze Kampfpause produzieren. Es soll in ein Format führen, das den Krieg beenden und die Ukraine danach schützen kann. Selenskyj beschrieb die Aufgabe zuletzt so: Es müsse ein konkreter Dialograhmen gefunden werden; der Krieg müsse enden; Sicherheit müsse zuverlässig garantiert werden .
Deshalb hängt für die Ukraine viel an der Zusammensetzung und Architektur möglicher Gespräche: Wer sitzt am Tisch? Welche Themen werden tatsächlich verhandelt? Und welche Partner können Sicherheitsgarantien mittragen? Selenskyj hat in diesem Zusammenhang ausdrücklich Formate mit Russland und den USA sowie eine spätere europäische Beteiligung angesprochen .
Vor direkten, substantiellen Gesprächen zwischen Selenskyj und Putin bevorzugt die Ukraine vor allem:
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