In Singapur müssen sich zwei frühere Unternehmensmanager wegen mutmaßlicher Vergehen rund um Treuhandgelder verantworten: Wong Koon Lup, ehemals Geschäftsführer und Vorsitzender der CW Group Holdings, und Kenneth Low Si Ren, früher geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Allied Technologies. Die Gelder lagen bei JLC Advisors, der ehemaligen Kanzlei des bereits verurteilten Anwalts Jeffrey Ong. Am 23. September 2026 wurden Wong 24 und Low fünf Anklagepunkte zur Last gelegt. Beide plädierten auf nicht schuldig und wurden gegen Kaution freigelassen.
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Was wird Wong Koon Lup vorgeworfen?
Zu den 24 Anklagepunkten gegen Wong gehören Vorwürfe des Vertrauensbruchs im Zusammenhang mit anwaltlich verwahrten Geldern und der Täuschung. Nach Angaben der singapurischen Polizei betreffen 13 Punkte eine mutmaßliche Absprache mit Ong zum Vertrauensbruch. Wong soll zwischen 2015 und 2018 an der Zweckentfremdung von mehr als 24 Millionen Singapur-Dollar (S$) aus einem Treuhandkonto der CW Group beteiligt gewesen sein. Auf solchen Konten werden Gelder für andere verwahrt.
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Weitere Vorwürfe betreffen die mutmaßliche Verschleierung fehlender Gelder: Wong soll an falschen Bestätigungen über Kontostände gegenüber Wirtschaftsprüfern beteiligt gewesen sein und Beschäftigte dazu angestiftet haben, die Jahresabschlüsse der CW Group für 2015 und 2016 zu fälschen. In früheren Anklagen gegen Ong war von rund 17,5 Millionen S$ die Rede, die 2015 und 2016 aus CW-Treuhandgeldern entnommen worden sein sollen – teils mutmaßlich gemeinsam mit Wong. Diese ältere Zahl darf nicht einfach zu den mehr als 24 Millionen S$ addiert werden: Die Vorwürfe betreffen zusammenhängende Gelder und Zeiträume.
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Welche Vorwürfe betreffen Kenneth Low?
Low werden vier Fälle mutmaßlichen Vertrauensbruchs im Zusammenhang mit anwaltlich verwahrten Geldern sowie ein Fall von Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Anklage steht im Zusammenhang mit Treuhandgeldern von Allied Technologies. Das Unternehmen hatte früher gemeldet, dass mehr als 33 Millionen S$ fehlten, die bei JLC Advisors verwahrt worden waren. Aus den vorliegenden Berichten geht jedoch nicht hervor, dass genau dieser Betrag Gegenstand von Lows fünf Anklagepunkten ist.
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Auch bei der Urkundenfälschung ist eine Unterscheidung wichtig: Der Vorwurf, auf einem Scheck die Unterschrift eines Partners von JLC Advisors gefälscht zu haben, richtete sich in einem früheren Verfahren gegen Ong. Wessen Unterschrift Lows neuer Anklagepunkt betrifft, ist aus den verfügbaren Angaben nicht ersichtlich.
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Wie hängt das Verfahren mit Ongs Verurteilung zusammen?
Jeffrey Ong wurde 2023 wegen Täuschung und Zweckentfremdung von Geldern, auf die er als Anwalt Zugriff hatte, zu 19 Jahren Haft verurteilt. Berichte beziffern die durch seine weiter gefassten Taten zweckentfremdeten oder durch Täuschung erlangten Gelder auf fast 76 Millionen S$. Das ist nicht die Summe, die Wong und Low in ihrem Verfahren zur Last gelegt wird. Ongs Verurteilung belegt auch nicht die Schuld der beiden früheren Manager.
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Wie geht es weiter?
Für Wong und Low waren vorbereitende Gerichtstermine am 27. Oktober 2026 angesetzt. Wongs Kaution beträgt 280.000 S$, Lows 300.000 S$. Im Fall einer Verurteilung wegen des als „criminal breach of trust as an attorney“ bezeichneten Delikts kommen lebenslange Haft oder bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe infrage. Welche Strafrahmen für jeden ihrer übrigen Anklagepunkte gelten, geht aus den verfügbaren Berichten nicht eindeutig hervor. Die Vorwürfe gegen beide Männer müssen vor Gericht geprüft werden.
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