Das ist allerdings keine Bestätigung für eine Disc. Hamaguchi spricht ausdrücklich von „irgendeiner Art“ physischer Edition – ein Unterschied, der für Sammler und Fans gebrauchter Spiele erheblich sein könnte.
Die Zeit für eine klassische PlayStation-Disc läuft ab. Sony kündigte am 1. Juli 2026 an, die Produktion physischer Discs für alle neuen PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen . Neue Titel sollen danach nur noch über den PlayStation Store oder bei Händlern in Form digitaler Codes erhältlich sein .
Final Fantasy VII Revelation erscheint damit ungefähr ein Jahr vor dem Stichtag und könnte technisch noch auf Disc veröffentlicht werden. Sicher ist das aber nicht: Die Entscheidung von Square Enix muss deutlich früher fallen, und der allgemeine Branchentrend spricht gegen eine umfangreiche physische Produktion . Auch Grand Theft Auto VI soll vollständig auf Discs verzichten .
Hinter dem Kurswechsel stehen nicht nur veränderte Kaufgewohnheiten, sondern auch ein klarer finanzieller Anreiz. Bei digitalen Verkäufen entfallen Herstellung, Versand und ein Teil der Kosten für den stationären Einzelhandel. Branchenberichte schätzen, dass Sony pro verkauftem digitalen Exemplar rund 54 Prozent mehr Umsatz erzielt als bei einer physischen Disc .
Diese höhere Marge ist ein wesentlicher Grund für den geplanten Produktionsstopp im Januar 2028 . Für Square Enix bedeutet das: Eine physische Version müsste nicht nur technisch umsetzbar sein, sondern sich auch in einem Markt lohnen, in dem der digitale Vertrieb für Plattformbetreiber deutlich attraktiver ist.
Hinzu kommen technische Hürden. Moderne Rollenspiele sind so umfangreich, dass die Speicherkapazität von Blu-ray-Discs zunehmend zum Problem wird. Hamaguchi verwies außerdem darauf, dass jede Plattform eigene „spezifische Regeln und Vorschriften“ für physische Formate habe .
Sollte eine vollständig spielbare Disc nicht machbar oder wirtschaftlich sinnvoll sein, nannte der Regisseur mehrere mögliche Kompromisse :
„Vielleicht gibt es eine Box mit einem Code darin, vielleicht Key Cards wie bei Nintendo oder eine Boot-Disc oder etwas in dieser Art“, sagte Hamaguchi. „Ich habe das Gefühl, dass es immer irgendeine Lösung geben wird – und ich hoffe, dass das auch so bleibt.“
Gegen eine rein digitale Veröffentlichung spricht die bisherige Nachfrage der Zielgruppe. Laut Christopher Dring von GamesIndustry.biz entfielen 48 Prozent der PlayStation-Verkäufe von Final Fantasy VII Rebirth auf physische Exemplare. Das war der höchste Anteil unter den untersuchten großen PS5-Spielen .
Auch in Japan zeigte sich die starke Bedeutung des stationären Verkaufs: Rebirth legte dort den zweitgrößten physischen PS5-Start überhaupt hin – nur Final Fantasy XVI verkaufte sich zum Launch auf Disc noch besser . In der ersten Verkaufswoche wurden in Japan 262.656 Exemplare im Einzelhandel abgesetzt .
Die Zahlen garantieren keine Disc für Revelation. Sie liefern Square Enix aber ein Argument dafür, dass sich ein Teil der FF7-Fangemeinde nicht ohne Weiteres mit einem reinen Download zufriedengeben dürfte.
Hamaguchis Plädoyer für physische Spiele ist vor allem kulturell begründet. Bei Fan-Festivals und Community-Veranstaltungen erlebt er, wie Fans Spielepackungen, Sammlerstücke und ihre Exemplare für Autogramme mitbringen .
„Persönlich finde ich es bei Veranstaltungen wie dem Fan Fest oder bei Community-Events zu den Spielen, an denen ich gearbeitet habe, wunderbar, wenn Menschen Dinge mitbringen und um Autogramme bitten. Ich finde, das ist eine großartige Kultur, und es wäre schade, sie zu verlieren. Ich möchte, dass sie erhalten bleibt.“
Eine digitale Bibliothek kann praktisch sein, ersetzt aber nicht automatisch die greifbaren Erinnerungsstücke rund um ein Spiel: eine Verpackung, ein signiertes Exemplar oder ein Gegenstand, den Fans bei Treffen miteinander teilen. Hamaguchi glaubt deshalb, dass es auch künftig „irgendeine physische oder verpackte Edition“ geben wird – selbst wenn diese nicht mehr zwingend eine klassische Disc enthält .
Die physische Zukunft von Final Fantasy VII Revelation ist tatsächlich noch offen. Hamaguchi setzt sich bei Square Enix für eine greifbare Veröffentlichung ein, muss dabei aber Sonys geplanten Produktionsstopp, die begrenzte Disc-Kapazität und die deutlich höheren Einnahmen digitaler Verkäufe berücksichtigen.
Eine vollständig spielbare Disc ist daher nicht garantiert. Wahrscheinlicher erscheint derzeit ein Kompromiss wie eine Box mit Download-Code oder eine Key-Card-Edition . Für Fans, die Rebirth bereits auf Disc gekauft haben und das Ende der Trilogie ebenfalls ins Regal stellen möchten, bleibt damit vorerst nur: auf die endgültige Ankündigung von Square Enix warten.