Der starke Rückgang der ChatGPT-Verweise, der nach dem GPT-6-Rollout am 7. und 8. Oktober 2026 gemessen wurde, lässt sich am ehesten als Störung der Zuordnung verstehen – nicht als Beleg dafür, dass entsprechend viele Besucherinnen und Besucher ausgeblieben sind. Berichten zufolge fehlte bei vielen Links die Kennzeichnung utm_source=chatgpt.com; zugleich wurde beim Öffnen der Links die Referrer-Information unterdrückt. Ohne eines dieser beiden Signale konnten Analyse-Tools Besuche unter „Direct“ statt unter ChatGPT verbuchen. Die Daten sprechen für eine erhebliche Verschiebung zwischen Kanälen, belegen aber nicht, dass die Gesamtzahl der Besuche unverändert blieb.
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Warum ChatGPT-Klicks als Direktzugriffe auftauchten
Ein UTM-Parameter ist ein Zusatz in der Link-Adresse, mit dem sich etwa eine Kampagne oder die Quelle eines Besuchs kennzeichnen lässt. Wenn ChatGPT-Links utm_source=chatgpt.com enthielten, konnten Analyse-Tools wie Google Analytics 4 (GA4) einen Besuch ChatGPT zuordnen – auch dann, wenn der Browser keinen Referrer übermittelte.
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Nach dem GPT-6-Rollout fehlten Berichten zufolge gleich zwei Signale: Viele Links trugen die UTM-Kennung nicht mehr, und sie wurden mit noreferrer geöffnet. Diese Einstellung unterdrückt die Referrer-Information. Ohne UTM-Kennung und Referrer ließ sich die Herkunft eines Besuchs nicht zuverlässig erkennen; in der Analyse konnte er deshalb als Direktzugriff erscheinen.
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Die Einstellungen haben unterschiedliche Funktionen: noreferrer unterdrückt die Referrer-Information, noopener betrifft den Zugriff auf das neu geöffnete Fenster. Die fehlende UTM-Kennung war davon ein separates Problem.
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Was die ausgewerteten Daten zeigen
Adobe: weniger zugeordnete ChatGPT-Besuche, mehr Direktzugriffe
Cedric Huesler von Adobe verglich den Zeitraum vom 9. bis 13. Oktober mit der Vorwoche. Auf rund 500 Seiten, auf denen ChatGPT zuvor einen nennenswerten Anteil der Besuche ausgemacht hatte, stellte er täglich etwa 31.000 weniger ChatGPT zugeordnete Besuche und rund 26.000 zusätzliche Direktzugriffe fest. Die gegenläufigen Werte passen zu einer Verschiebung bei der Zuordnung. Sie gleichen sich aber nicht eins zu eins aus und beweisen nicht, dass sämtliche fehlenden ChatGPT-Besuche als Direktzugriffe verbucht wurden.
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Graphite: Rückgänge fielen je nach Website unterschiedlich aus
Graphite-CEO Ethan Smith berichtete für die von ihm beobachteten Websites von Rückgängen der ChatGPT zugeordneten GA4-Sitzungen zwischen 22 und 57 Prozent. Zudem wurde über einen Rückgang von ungefähr 45 Prozent bei Websites mit nennenswertem Traffic über KI-Assistenten berichtet. Diese Schätzungen beruhen auf einer anderen Auswahl von Websites und lassen sich nicht als allgemeine Veränderung sämtlicher ChatGPT-Verweise verstehen.
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Profound: Anteil markierter Links sank und erholte sich wieder
Profound untersuchte, welcher Anteil der gesammelten Antworten mit zitierten Links mindestens einen markierten Quellenlink enthielt. Vor dem Rückgang lag dieser Anteil laut Bericht bei etwa 99 Prozent. Am 8. Oktober um 18 Uhr UTC waren es rund 98,5 Prozent, am 14. Oktober etwa 67 Prozent – noch vor einem stärkeren Rückgang am selben Abend. Am Morgen des 16. Oktober lag der Wert wieder bei ungefähr 99 Prozent.
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Diese Messung bezieht sich auf markierte Links in den von Profound gesammelten Antworten, nicht auf Website-Besuche oder sämtliche ChatGPT-Links. Sie zeigt eine Veränderung bei der Kennzeichnung, belegt für sich genommen aber nicht, dass Intelligent UI dafür verantwortlich war.
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Was der gemeldete Fix aussagt – und was nicht
Huesler sagte, OpenAI habe ihm am 14. Oktober bestätigt, dass die fehlende Kennzeichnung auf einen bekannten Fehler zurückging. Seinen Angaben zufolge begann der Fix gegen 2 Uhr PT am 15. Oktober auszurollen. Bis 9 Uhr PT hätten markierte Klicks über Tausende Domains hinweg ungefähr 95 bis 100 Prozent des Werts zur gleichen Stunde der Vorwoche erreicht. Das ist ein Vergleich des Volumens markierter Klicks – keine Aussage darüber, dass 95 bis 100 Prozent aller Links markiert waren.
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Die vorliegenden Berichte geben OpenAIs Bestätigung über Huesler wieder. Eine öffentliche Stellungnahme von OpenAI oder ein Eintrag in den Versionshinweisen, der das Tracking-Problem erklärt, liegt darin nicht vor. In OpenAIs Versionshinweisen vom 7. Oktober geht es um GPT-6 und Intelligent UI, nicht um die Zuordnung von Verweisen.
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Die Erholung könnte sich zudem je nach Oberfläche oder Linkposition unterschieden haben. Der SEO-Berater Glenn Gabe berichtete, Kennzeichnungen zunächst im Bereich „More“ des Quellenfelds gesehen zu haben, nicht aber im Antworttext oder bei den Hauptquellen. Später schrieb er, dass er an diesem Morgen keine Kennzeichnungen mehr sehe. Das ist eine zeit- und oberflächenspezifische Beobachtung und kein Beleg dafür, dass alle Nutzenden dasselbe Verhalten erlebten.
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So sollten Sie die Daten aus dem Oktober einordnen
- Den Zeitraum vom 8. bis 15. Oktober als Zuordnungsstörung markieren. Behandeln Sie den gemeldeten Rückgang bei ChatGPT-Verweisen nicht wie einen unverfälschten Leistungstrend.
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- ChatGPT- und Direktzugriffe gemeinsam betrachten. Vergleichen Sie dieselben Einstiegsseiten und möglichst vergleichbare Wochentage. Gehen Sie aber nicht davon aus, dass jeder zusätzliche Direktzugriff von ChatGPT kam: Hueslers Werte gleichen sich nicht eins zu eins aus.
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- Die UTM-Kennzeichnung weiter prüfen. Huesler zufolge kamen auch nach dem Fix die meisten ChatGPT-Klicks weiterhin ohne Referrer an. Die UTM-Kennung blieb damit ein wichtiges Signal für die Zuordnung.
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- Nicht erwarten, dass der Fix ältere Daten repariert. Wiederhergestellte Kennzeichnungen verbessern die Zuordnung künftiger Klicks. Bei früheren Besuchen lässt sich eine fehlende Herkunftsinformation dadurch nicht nachträglich ergänzen.
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Das Fazit fällt daher vorsichtig aus: Der im Oktober gemessene Rückgang der ChatGPT-Verweise passt stark zu einer fehlerhaften Zuordnung. Die verfügbaren Belege zeigen jedoch nicht, dass das tatsächliche Besucheraufkommen vollständig unbeeinträchtigt blieb. Behandeln Sie den Zeitraum als Tracking-Anomalie und berücksichtigen Sie diese Einschränkung beim Vergleich von Kanälen.