Damit wurde insbesondere die Lieferkette für die Blade Battery 2.0 zum Engpass. Händler berichteten sogar, dass einige Showrooms noch keine Vorführfahrzeuge erhalten hatten, was ebenfalls zur Entscheidung beitrug, den offiziellen Marktstart zu verschieben.
BYD‑Chef Wang Chuanfu bestätigte, dass die Batteriekapazitäten derzeit angespannt sind, weil mehrere neue Modelle gleichzeitig in die Serienproduktion gehen. Mit zusätzlicher Kapazität soll sich die Lage jedoch im Laufe des Jahres entspannen.
Mit anderen Worten: Das Problem ist nicht mangelnde Nachfrage, sondern Produktionskapazität.
Der Great Tang ist als Flaggschiff‑SUV der BYD‑„Dynasty“-Reihe positioniert und richtet sich an Käufer großer, familienorientierter Elektro‑SUVs.
Mehrere Faktoren treiben die Nachfrage:
Großes Familien‑SUV
Das Modell bietet eine Drei‑Reihen‑Konfiguration mit viel Platz und zielt auf das Einstiegs‑Premiumsegment.
Aggressive Preisstrategie
In China soll der Einstiegspreis unter etwa 37.000 US‑Dollar liegen – deutlich günstiger als viele große Elektro‑SUVs weltweit.
Hohe Leistung
Die stärkste Version mit zwei Motoren soll rund 784 PS liefern und gehört damit zu den leistungsstärkeren Elektro‑SUVs ihrer Klasse.
Diese Kombination aus Größe, Leistung und vergleichsweise niedrigem Preis erklärt, warum die Bestellungen so schnell anstiegen.
Ein zentrales Verkaufsargument ist BYDs neue Lade‑ und Batterietechnologie.
Der Great Tang nutzt eine neue Generation der Blade Battery, kombiniert mit dem von BYD entwickelten „Flash Charging“-System. Unter idealen Bedingungen soll damit in etwa fünf Minuten genug Energie für eine spürbare Reichweitensteigerung geladen werden.
Das Ziel: Ladezeiten von Elektroautos möglichst nahe an den Zeitaufwand eines klassischen Tankvorgangs zu bringen.
Genau diese neue Batterieplattform verursacht jedoch aktuell den Engpass, weil ihre Produktionskapazität noch im Hochlauf ist.
Die Verzögerung fällt in eine Phase, in der BYD wirtschaftlich unter Druck steht.
Im ersten Quartal 2026 meldete der Konzern:
Hintergrund ist ein intensiver Preiswettbewerb auf dem chinesischen Elektroautomarkt sowie der schrittweise Wegfall einiger Förderprogramme.
Gerade deshalb ist der Great Tang für BYD strategisch wichtig: Ein Modell mit sehr hoher Nachfrage könnte die Verkaufsdynamik wieder stärken – vorausgesetzt, die Bestellungen lassen sich schnell in tatsächliche Auslieferungen umwandeln.
Normalerweise gelten Produktverschiebungen als Warnsignal. Beim Great Tang ist die Situation eher das Gegenteil: Die Nachfrage ist stärker als die Produktionskapazität.
Die zentrale Herausforderung für BYD lautet nun Umsetzung. Wenn die Batterieproduktion schnell genug skaliert, kann das Unternehmen seine enorme Bestellliste in steigende Auslieferungen im Laufe von 2026 umwandeln.
Der Fall zeigt zugleich ein grundlegendes Spannungsfeld der Elektroautoindustrie: Neue Batterietechnologien und ultraschnelles Laden erhöhen die Attraktivität von EVs – fordern aber gleichzeitig die Produktionsketten bis an ihre Grenzen heraus.
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