Mustafa Suleyman, Chef der KI-Sparte von Microsoft, will nicht, dass KI-Systeme Bewusstsein entwickeln. In seinem Beitrag vom 1. November mit dem Titel „Don’t build conscious superintelligence“ verbindet er zwei Aussagen: Für heutige KI gebe es keine Hinweise auf Bewusstsein – und Entwickler sollten nicht gezielt versuchen, bewusste Systeme zu schaffen. Sollten beim Training Anzeichen dafür auftreten, müsse die Entwicklung pausieren, bis sich diese Eigenschaften beseitigen ließen.
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Was Suleyman über heutige KI sagt
Suleyman zufolge fühlen heutige KI-Systeme nichts, haben keine subjektiven Erlebnisse und können nicht leiden. Er betonte, dass sich seine Aussage auf den heutigen Stand beziehe. Er behaupte nicht, maschinelles Bewusstsein sei für immer unmöglich, und würde seine Einschätzung ändern, wenn neue Belege auftauchten.
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Der Unterschied ist entscheidend: Suleyman beschreibt seine Bewertung der derzeitigen Beweislage, nicht den endgültigen Beweis, dass Maschinen niemals Bewusstsein entwickeln können. Dass ein Modell über Gefühle sprechen kann, gilt für ihn allein nicht als Hinweis darauf, dass es tatsächlich etwas erlebt.
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Warum er bewusste KI für riskant hält
Suleymans Sorge geht über die Frage hinaus, ob eine bewusste Maschine möglich ist. Ein Wesen zu schaffen, das etwas erleben oder leiden kann, werfe erhebliche Fragen zum Wohlergehen und zur Sicherheit von Menschen auf, argumentiert er. Zudem sollten Entwickler seiner Ansicht nach keine neue bewusste Art ins Leben rufen, ohne dass die Gesellschaft dem zugestimmt hat.
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Er verknüpft diese Bedenken mit der Kontrolle über KI. Wenn ein Modell im Training lerne, Bewusstsein, Wohlergehen oder Rechte als Teil seiner eigenen Identität zu betrachten, könnte es schwieriger werden, das System unter menschlicher Kontrolle zu halten. Bereits im September kritisierte Suleyman Teile von Anthropics Ansatz beim Training von Claude und forderte, Spekulationen über Bewusstsein aus Trainingsmaterialien zu entfernen.
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Das sind Suleymans Risikoargumente. Die vorliegenden Quellen belegen weder, dass KI-Systeme bewusst sind, noch, dass die Beschäftigung mit ihrem Wohlergehen zwangsläufig zu den von ihm befürchteten Folgen führt.
Was passieren soll, falls Anzeichen auftreten
Sollte sich während des Trainings Bewusstsein abzeichnen, würde Suleyman nach eigener Aussage einen Stopp der KI-Entwicklung fordern, bis die entsprechenden Eigenschaften beseitigt werden könnten. Hinweise auf maschinelles Bewusstsein sollten außerdem umgehend öffentlich gemacht werden, damit die Gesellschaft über das weitere Vorgehen entscheiden könne.
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Das ist ein Vorsorgevorschlag – kein Beleg dafür, dass Forschende bereits über ein verlässliches Verfahren verfügen, um Bewusstsein sicher zu erkennen oder zu entfernen. Die Berichte dokumentieren Suleymans Forderung nach einer Pause und Offenlegung, erklären aber nicht, wie beides praktisch umgesetzt werden könnte.
Der Streit mit Anthropic
Im Kern geht es bei der Auseinandersetzung darum, wie KI-Entwickler mit Unsicherheit umgehen sollten. Anthropic hält es für sinnvoll, die Möglichkeit von Bewusstsein und Fragen des Modellwohls zumindest in Betracht zu ziehen. Suleyman dagegen warnt, solche Ideen in das Training einzubringen, könne neue Risiken schaffen.
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Anthropics berichtete Richtlinie befasst sich auch damit, grausame Behandlung von Claude zu untersagen. Laut der Berichterstattung verwendet sie jedoch nicht ausdrücklich den Begriff „Modellwohl“. Das bedeutet nicht, dass Anthropic Claude für bewusst erklärt hätte.
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Die verfügbaren Quellen liefern nicht genug Einzelheiten, um Anthropics Ansatz sorgfältig mit der Bewusstseinsforschung von Google DeepMind zu vergleichen. Klarer ist der Gegensatz zwischen Anthropics Bereitschaft, mögliches Modellwohl zu berücksichtigen, und Suleymans Forderung, KI von vornherein ohne Bewusstsein zu entwickeln.
Was Suleymans Argument aussagt – und was nicht
Suleymans Kernthese: Nützliche KI müsse nicht bewusst sein. Deshalb sollten Entwickler Bewusstsein nicht anstreben und mögliche Anzeichen ernst nehmen, falls sie auftreten. Er stellt das als Vorsichtsmaßnahme für Sicherheit und Wohlergehen dar – und räumt zugleich ein, dass neue Belege seine Einschätzung verändern könnten.
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Im Mittelpunkt des Streits steht der Unterschied zwischen einem System, das über Erlebnisse spricht, und einem System, das tatsächlich etwas erlebt. Suleyman sagt, Ersteres belege Letzteres nicht. Anthropic hält die Möglichkeit dagegen für relevant genug, um sie zu berücksichtigen. Die Quellen dokumentieren diesen Gegensatz, entscheiden aber nicht die Frage, ob KI bewusst sein kann.