Der Gründer und Verwaltungsratschef von Netmarble, Bang Jun-hyuk, will seinen Einfluss beim südkoreanischen Spielekonzern deutlich ausbauen. Dafür übernimmt er 13,41 Prozent der Netmarble-Aktien von Han River Investment, einer mit Tencent verbundenen Gesellschaft. Der Kaufpreis liegt bei rund 374 Milliarden Won beziehungsweise 270 Millionen US-Dollar.
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Netmarble zufolge verändert der Deal die Eigentümerstruktur, nicht aber die geschäftliche Zusammenarbeit mit Tencent.
Die wichtigsten Konditionen
Bang soll 11.153.420 Stammaktien zu einem Preis von 33.538 Won je Aktie erwerben. Geplant ist ein Blockhandel außerhalb des regulären Börsenhandels; die Abwicklung soll am 21. September 2026 erfolgen. Berichte bezeichnen den ausgehandelten Preis als Abschlag gegenüber dem damaligen Marktwert.
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Wichtig für die Finanzierungsfrage: Die Zahlung geht an Han River Investment, den verkaufenden Aktionär. Netmarble gibt bei dieser Transaktion keine neuen Aktien aus und erhält deshalb selbst keinen Anteil am Kaufpreis.
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Bang wird mit Abstand größter Aktionär
Nach dem Abschluss würde Bangs Beteiligung von 24,93 auf 38,34 Prozent steigen. Der Anteil von Han River Investment würde von etwa 18,1 auf 4,69 Prozent sinken.
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Damit wächst der Abstand zwischen den beiden Aktionären von 6,82 auf 33,65 Prozentpunkte. Die Eigentümerstruktur wird dadurch deutlich stärker vom Gründer geprägt, während die Tencent-nahe Beteiligung erheblich an Gewicht verliert.
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Der direkte Kauf soll zudem verhindern, dass ein großes Aktienpaket auf einmal an den Markt gelangt. Netmarble erklärte, Bangs Übernahme solle die Unsicherheit begrenzen, die ein umfangreicher Verkauf über den Markt auslösen könnte.
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Welche Gründe nennen die Beteiligten?
Netmarble stellt die Transaktion als Stärkung von Bangs Rolle als Gründer und größtem Aktionär dar. Sie soll nach Unternehmensangaben eine solidere Grundlage für eine „verantwortungsvolle Führung“ schaffen und zugleich mögliche Marktverwerfungen durch den Verkauf eines großen Aktienblocks abfedern.
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Han River Investment verfolgt dagegen ein finanzielles Ziel: Die Gesellschaft will durch den teilweisen Verkauf ihrer Beteiligung investierte Mittel zurückgewinnen.
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Diese Begründungen erklären den unmittelbaren Zweck des Deals. Sie belegen jedoch nicht automatisch einen umfassenden Rückzug Tencents aus den geschäftlichen Aktivitäten rund um Netmarble.
Finanzierung bleibt teilweise offen
Berichten zufolge soll Bang den Kauf voraussichtlich über einen kreditbesicherten Aktienkredit finanzieren. Öffentlich bekannt sind bislang jedoch weder die konkreten Sicherheiten noch die Zahl und Art der verpfändeten Aktien, der Kreditgeber, der Zinssatz, die Laufzeit oder weitere Vertragsbedingungen.
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Deshalb lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen, wie hoch die Verschuldung ausfällt und welche Risiken mit einer möglichen Aktienverpfändung verbunden sind.
Was bedeutet der Deal für Tencent?
Tencents indirekter Aktienbesitz an Netmarble wird durch die Transaktion deutlich kleiner. Nach Angaben von Netmarble soll der Eigentümerwechsel die geschäftliche Kooperation mit Tencent jedoch nicht beeinträchtigen.
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Die Zusammenarbeit geht auf das Jahr 2014 zurück. Damals investierte Tencent rund 500 Millionen US-Dollar beziehungsweise 530 Milliarden Won in CJ Games, den Vorgänger von Netmarble, und erwarb dabei einen Anteil von 28 Prozent. Die Investition sollte die Entwicklungskapazitäten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken.
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Damit ist zwischen zwei Ebenen zu unterscheiden: Tencents Rolle als Anteilseigner wird kleiner, während Netmarble an der bestehenden Geschäftsbeziehung festhält. Die bislang veröffentlichten Informationen sprechen daher für eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse, nicht für eine angekündigte Beendigung der Zusammenarbeit.
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Fazit
Bangs geplanter Kauf für 374 Milliarden Won würde seinen Netmarble-Anteil auf 38,34 Prozent erhöhen und Han River Investments Beteiligung auf 4,69 Prozent reduzieren. Das stärkt die Position des Gründers in der Unternehmensführung und nimmt zugleich einen großen Teil des möglichen Verkaufsdrucks aus dem Tencent-nahen Aktienpaket. Netmarble selbst erhält aus dem Aktionär-zu-Aktionär-Geschäft keine Verkaufserlöse.
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Der Deal ist allerdings nicht automatisch als Ende der Netmarble-Tencent-Beziehung zu verstehen. Netmarble hat ausdrücklich erklärt, dass die Veränderung der Eigentümerstruktur die Kooperation nicht beeinflussen werde. Die zentrale bestätigte Veränderung betrifft somit vor allem die Verteilung von Aktienbesitz und Einfluss auf die Unternehmensführung.
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