Change.org-Petitionen. Die Hauptpetition „Don't Kill the Disc“ sammelte innerhalb von vier Tagen 117.000 Unterschriften , überschritt am sechsten Tag 172.000 und erreichte in etwas mehr als einer Woche 250.000 . Eine separate Petition eines Videospielladens aus Winnipeg (Kanada) übertraf 330.000 Unterschriften . Mindestens zwei weitere Petitionen sind parallel aktiv .
Die „No Disc, No Buy“-Kampagne. Der Hashtag #NoDiscNoBuy überschwemmte Sonys Social-Media-Kanäle – wochenlang wurde jeder größere PlayStation-Beitrag mit dem Slogan „geratiod“ . David Hayter, die Stimme von Solid Snake aus Metal Gear Solid, schloss sich dem Boykott an und postete ein Foto seiner physischen Spielesammlung mit dem Titel . Sony durchbrach die Negativspirale erst, als es die Ports von Call of Duty: Black Ops bewarb, die echte Begeisterung auslösten . Als finanzielles Druckmittel begannen Nutzer zudem, ihre PlayStation Plus-Abonnements zu kündigen .
#PSBlackout-Protest (23.–30. August 2026). Eine Graswurzelbewegung, koordiniert vom Account „Does it play?“, ruft PlayStation-Besitzer auf, sich eine Woche lang komplett auszuloggen, die Konsole auszuschalten und kein Geld auszugeben . Die Organisatoren bezeichnen ihn als Antwort nicht nur auf die Disc-Entscheidung, sondern auf fünf Jahre angestaute Unzufriedenheit über Preise, Abo-Änderungen und Digital-Only-Politik . Analysten halten es für unwahrscheinlich, dass ein einwöchiger Boykott Sony zum Umdenken bewegt .
Reaktionen aus der Branche und von Persönlichkeiten:
Der 7,2-Milliarden-Dollar-Gebrauchtmarkt. Analysten (Dataintelo, zitiert von CNBC) beziffern den globalen Markt für gebrauchte Spiele im Jahr 2025 auf 7,2 Milliarden Dollar . Sonys Disc-Aus könnte dieses Segment massiv schrumpfen lassen oder gar zerstören, da digitale Spiele nicht weiterverkauft oder gehandelt werden können . Wedbush-Analyst Michael Pachter wies darauf hin, dass historisch gesehen ein Drittel aller Spiele weiterverkauft wurde und dass das Inzahlungnahme-Guthaben den Kauf neuer Spiele finanzierte – dieser Kreislauf bricht mit der rein digitalen Distribution . Händlern wie CeX droht langfristig das Aus, falls Xbox und Nintendo nachziehen .
Digitales Eigentum. Die Disc-Abschaffung nimmt Verbrauchern die Möglichkeit, ein Spiel zu kaufen, zu verkaufen, zu verleihen oder zu verschenken – die „Erschöpfungsgrundsatz“-Regelung (First-Sale-Doctrine) gilt für eine Lizenz nicht. SKG argumentiert, dass Sony auf ein „walled garden“-Modell zusteuert, bei dem Publisher und Plattformbetreiber den gesamten Zugriff kontrollieren und Spiele jederzeit ohne Rechtsbehelf entfernt werden können . Dies verschärft die Debatte um digitales Eigentum und die Erhaltung von Spielen.
Verbraucherschutz in der EU. Stop Killing Games hatte zuvor über eine Million verifizierte Unterschriften für eine Europäische Bürgerinitiative gesammelt, die darauf abzielt, Regulierungsbehörden zu zwingen, sich mit geplanter Obsoleszenz und dem Entzug digitaler Käufe zu befassen . Sonys Disc-Entscheidung verleiht diesem Vorhaben neue Dringlichkeit – die Bewegung hat nun einen prominenten Fall, auf den sie bei Lobbyarbeit bei EU-Gesetzgebern verweisen kann. Der zeitliche Zusammenhang (die Ankündigung erfolgte nur Tage nach der discless-Ankündigung von GTA VI) wird von Kritikern als bewusst abgestimmt angesehen .