Zu den prominenten Stimmen zählen unter anderem Novak Djokovic, Jannik Sinner, Aryna Sabalenka und Coco Gauff, die ihre „tiefe Enttäuschung“ über die aktuelle Situation geäußert haben. Neben der Höhe des Preisgeldes sprechen sie auch strukturelle Themen an, etwa Spielervertretung, Gesundheitsabsicherung und Rentenmodelle im Profisport.
Einige Spieler erwägen koordinierte Maßnahmen, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Dazu gehört laut Berichten etwa, Medientermine während des Turniers bewusst zu verkürzen oder einzuschränken.
Die Organisatoren haben für 2026 zwar eine Erhöhung des Preisgeldtopfs angekündigt. Insgesamt werden rund 61,7 Millionen Euro ausgeschüttet – etwa 10 % mehr als im Vorjahr.
Für viele Spieler reicht diese Erhöhung jedoch nicht aus. Ihr Hauptargument: Entscheidend sei nicht nur die absolute Summe, sondern der prozentuale Anteil der Einnahmen, der an die Spieler geht. Ziel sei es, die Beteiligung näher an die rund 22 % zu bringen, die nach Ansicht der Athleten bei anderen großen Tennisturnieren üblich sind.
Damit berührt der Konflikt eine grundsätzliche Frage im Profisport: Wie werden die Einnahmen großer Events zwischen Veranstaltern, Verbänden und Athleten verteilt?
Parallel zur finanziellen Debatte setzt Roland Garros 2026 auch auf Innovation.
Zum ersten Mal dürfen Spieler während des Turniers zugelassene vernetzte Geräte verwenden, um biometrische Daten zu erfassen. Dazu zählen Messwerte zur körperlichen Belastung, Leistung und Regeneration.
Das Pilotprojekt gilt für alle 24 Wettbewerbe des Turniers mit insgesamt 899 angesetzten Matches. Ziel ist es, Athleten und Teams genauere Einblicke in Trainings‑ und Erholungsprozesse während der intensiven zwei Turnierwochen zu geben.
Ähnliche Programme sollen laut Turnierinformationen später auch bei Wimbledon und den US Open eingesetzt werden.
Roland Garros gehört zu den größten Veranstaltungen im internationalen Tennis. Neben den Einzel‑ und Doppelwettbewerben umfasst das Event zahlreiche weitere Konkurrenzen und zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an.
Ein häufig genannter Referenzwert ist der Besucherrekord von 613.586 Zuschauern im Jahr 2022 über die gesamte Turnierdauer hinweg.
Zum Auftakt der Ausgabe 2026 liegt der Fokus der Berichterstattung deshalb weniger auf einzelnen Matches als auf den strukturellen Themen rund um das Turnier – insbesondere der Diskussion über die Einnahmenverteilung im Tennissport.
Mit fortschreitendem Turnier werden zwar sportliche Highlights wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Doch der Konflikt um Preisgeld und Umsatzanteile könnte sich als eine der prägenden Geschichten der French Open 2026 erweisen.