Drei Entwicklungen sind für diesen Schub besonders wichtig.
Apple soll sein erstes faltbares iPhone im September 2026 gemeinsam mit den iPhone-18-Pro-Modellen vorstellen. In Berichten wird das Gerät meist als iPhone Ultra oder iPhone Fold bezeichnet. Eine offizielle Bestätigung von Apple gibt es bisher nicht .
Erwartet wird ein buchähnliches Design: Das Smartphone lässt sich horizontal aufklappen und soll im Inneren ein etwa 7,7 Zoll großes Display bieten. Außerdem ist von einer nahezu unsichtbaren Falte die Rede . Beim Preis wird mit einem Einstieg von mehr als 2.000 US-Dollar gerechnet. Je nach Speicherausstattung reichen die Schätzungen von etwa 1.999 US-Dollar für 256 GB bis zu rund 2.900 US-Dollar für 1 TB .
Der Preis wäre hoch – für den Markt könnte Apples Einstieg trotzdem ein Wendepunkt sein. Counterpoint Research erwartet, dass Apple bereits im ersten Jahr rund 25 Prozent des weltweiten Foldable-Marktes erobern könnte. Samsungs Anteil würde demnach von etwa 40 auf rund 32 Prozent sinken . Eine andere Schätzung sieht Apple bei ungefähr 28 Prozent, hinter Samsung mit rund 31 Prozent und vor Huawei mit etwa 23 Prozent .
Allerdings ist der Zeitplan nicht sicher. Lieferkettenberichte halten eine Auslieferung im September für möglich . Analyst Ming-Chi Kuo rechnet dagegen damit, dass Apple das Gerät zwar im September zeigt, Vorbestellungen aber wegen begrenzter Produktionskapazitäten erst im vierten Quartal startet. Für das dritte Quartal werden lediglich 0,5 bis 1 Million ausgelieferte Geräte erwartet .
Auch Samsung liefert ein starkes Signal. Die Modelle Galaxy Z Fold 8, Galaxy Z Fold 8 Ultra und Galaxy Z Flip 8 kamen in Südkorea innerhalb eines siebentägigen Vorbestellzeitraums zusammen auf 1,44 Millionen Geräte. Damit übertrafen sie den bisherigen Galaxy-Rekord des Galaxy Note 10 von 1,38 Millionen Vorbestellungen aus dem Jahr 2019 . Samsung hat die Zahl offiziell bestätigt .
Auf das Galaxy Z Fold 8 entfielen rund 70 Prozent der Vorbestellungen. Während des Zeitraums wurden rechnerisch etwa 140 Geräte pro Minute bestellt .
Der Rekord beweist zwar nicht, dass faltbare Smartphones bereits überall zum Massenprodukt geworden sind. Er zeigt aber, dass die Nachfrage nach hochwertigen Geräten mit großem, aufklappbarem Display deutlich über die ursprüngliche Technikbegeisterten-Nische hinausgeht. Für Samsung bleibt das Foldable-Geschäft damit ein wichtiger Wachstumstreiber – zugleich steigt der Druck durch Apple sowie durch Huawei, Honor und andere chinesische Hersteller .
Mehrere Prognosen sehen das vierte Quartal 2026 als stärksten Verkaufszeitraum des Jahres für faltbare Smartphones . Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen dürfte dann die erste vollständige Verkaufswelle des iPhone Ultra anlaufen, zum anderen sorgt das Weihnachtsgeschäft traditionell für zusätzliche Nachfrage nach Premium-Smartphones.
Sollte Apples Gerät tatsächlich erst Ende September oder im Oktober in den Handel kommen, würde ein großer Teil seines Absatzes im vierten Quartal verbucht. Dadurch erhält dieses einzelne Quartal ein besonders hohes Gewicht für das angestrebte Jahreswachstum von rund 20 Prozent . Neben Apple könnten dann auch Samsungs Galaxy-Z-Modelle und neue Geräte chinesischer Hersteller um die Aufmerksamkeit der Käufer konkurrieren.
Faltbare Geräte profitieren von der anhaltenden Verschiebung hin zu höherpreisigen Smartphones. IDC bezeichnet Foldables in seiner Prognose als eine der wenigen eindeutig positiven Entwicklungen im Mobilfunkmarkt . Hersteller können hier weiterhin Premiumpreise verlangen und gleichzeitig ihre Stückzahlen steigern – eine seltene Kombination in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld.
Eine wichtige Rolle spielen zudem chinesische Marken. Huawei, Honor und weitere chinesische Hersteller treiben sowohl die Stückzahlen als auch die technische Entwicklung voran. Für den chinesischen Heimatmarkt werden 2026 bei faltbaren Smartphones 12 bis 13 Millionen Auslieferungen erwartet, ein Plus von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr . In einzelnen Quartalsrankings lag Huawei weltweit bereits vor Samsung .
Auch die Bauform verändert sich: Große, buchähnliche Foldables gewinnen an Bedeutung. Eine Prognose sieht ihren Anteil an den weltweiten Auslieferungen 2026 bei 65 Prozent, gegenüber 35 Prozent im Jahr 2020 .
Der positive Ausblick ist nicht ohne Fragezeichen. Apple hat weder den Namen noch den Preis oder den Starttermin seines Falt-iPhones bestätigt. Die bisherigen Angaben beruhen auf Lieferketteninformationen, Leaks und Analystenprognosen . Zudem gehen die Schätzungen deutlich auseinander: IDC und Counterpoint erwarten etwa 20 bis 21 Prozent Wachstum, während SAG von mehr als 30 Prozent ausgeht .
Auch kurzfristig läuft der Markt nicht durchgehend rund. Im zweiten Quartal 2026 gingen die weltweiten Auslieferungen faltbarer Smartphones laut SAG um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,4 Millionen Geräte zurück . Das zeigt, dass die Kategorie trotz ihrer langfristigen Chancen empfindlich auf schwächere Nachfrage und hohe Preise reagiert.
Die Richtung ist dennoch klar: 2026 könnte das Jahr werden, in dem faltbare Smartphones endgültig vom Technik-Experiment zum ernsthaften Premium-Segment aufsteigen. Ob daraus tatsächlich ein breiter Durchbruch wird, dürfte sich vor allem im Weihnachtsgeschäft zeigen.