Auch der zeitliche Rahmen wurde erweitert. Aus drei Tagen und sechs Wettbewerbseinheiten bei der Premiere wurden fünf Tage und neun Einheiten.
Nach Angaben der Organisatoren nehmen Teams aus 16 Ländern auf sechs Kontinenten teil. Als Beispiele werden die USA, Deutschland und Japan – allesamt etablierte Robotikstandorte – sowie China und Brasilien genannt. Brasilien bündelt dafür fünf RoboCup-Teams in einer nationalen Auswahl.
Die verfügbaren Berichte enthalten jedoch keine vollständige offizielle Liste aller 16 Länder. Die genannten Staaten sind daher Beispiele und nicht zwangsläufig das komplette Teilnehmerfeld.
China dürfte den größten Teil der Konkurrenz stellen. Ein Bericht nennt 641 chinesische Teams mit 1.975 Robotern aus 157 Unternehmen sowie 200 Universitäten und Forschungseinrichtungen. Allgemein reicht die heimische Beteiligung von Robotikunternehmen bis zu Hochschul- und Forschungsteams.
Am klarsten fällt das Wachstum bei den Teams aus: Mit 666 Anmeldungen liegt die Zahl 138 Prozent über den 280 Teams der ersten Veranstaltung.
Insgesamt sind 2.056 Roboter registriert. Organisatoren und mehrere Medien charakterisieren dies als ungefähr viermal so viel wie bei der Premiere. Ein anderer Bericht spricht dagegen von einer abweichenden Entwicklung. Die belastbare Schlussfolgerung lautet deshalb: Die Zahl der teilnehmenden Roboter ist stark gestiegen, ein einheitlicher exakter Multiplikator lässt sich aus den vorliegenden Berichten aber nicht ableiten.
Auch das Wettkampfprogramm ist gewachsen. Frühere Ankündigungen sprachen von mehr als 30 Disziplinen; das abschließend veröffentlichte Programm umfasst nun 51 Wettbewerbe und 1.301 Sitzungen.
Neu hinzugekommen sind Weitsprung, Gewichtheben, Tauziehen und Tischtennis. Die Disziplinen sollen nicht nur zeigen, ob ein Roboter laufen kann. Sie prüfen unter anderem Gleichgewicht, Kraftdosierung, Koordination, mechanische Stabilität und die Leistungsfähigkeit zentraler Bauteile.
Daneben stehen Fußball, Kampfwettbewerbe, Tanz und Leichtathletik auf dem Programm. Die Spiele sind damit zugleich Schaufenster und wiederholbarer Härtetest für die Entwicklung: Jeder zusätzliche Zentimeter beim Sprung oder jedes weitere Kilogramm beim Heben kann auf Verbesserungen bei Motoren, Getrieben, Gelenken, Steuerung und Fertigung zurückgehen.
Besonders interessant sind die szenariobasierten Wettbewerbe. Die Roboter müssen dort nicht nur sportliche Leistungen erbringen, sondern Aufgaben in Umgebungen bewältigen, die an den späteren Einsatz im Arbeits- und Dienstleistungsbereich erinnern. Simuliert werden unter anderem:
Zu den Aufgaben gehören industrielle Montage, Haushaltsarbeiten, Notfallreaktionen und das Sortieren von Büchern. Eine Prüfung für geschickte Roboterhände umfasst laut einem Bericht unter anderem Werkzeugmontage, das Abwiegen von Pulver, Stapeln von Bausteinen, Einschlagen von Nägeln, Öffnen von Flaschen, Auspacken, das Aufheben von Gegenständen mit einer Pinzette und das Verbinden von Kabeln.
Genau hier liegt eine der schwierigsten Hürden der Robotik: Ein System muss nicht nur einen Gegenstand erkennen, sondern ihn in einer unvorhersehbaren, von Menschen geprägten Umgebung zuverlässig greifen und verwenden. Die Veranstalter sprechen deshalb von besonders feinen Fähigkeiten auf der „letzten Meile“ und von einem höheren Grad an autonomem Handeln.
Die Organisatoren verstehen den Wettbewerb als Testfeld für verkörperte Intelligenz und praktische Anwendungen. Strengere Regeln, mehr autonome Disziplinen und präzisere Manipulationsaufgaben sollen dabei helfen, Fortschritte aus Labor und Wettkampf in industrielle Systeme und konkrete Aufträge aus der Arbeitswelt zu überführen.
Das ist allerdings eine Zielsetzung der Veranstalter und noch kein Beleg dafür, dass humanoide Roboter bereits flächendeckend kommerziell eingesetzt werden. Ein Roboter kann eine klar definierte Wettbewerbsaufgabe bewältigen, ohne damit automatisch für zuverlässige und wirtschaftliche Arbeit in gewöhnlichen Fabriken, Haushalten oder Dienstleistungsumgebungen bereit zu sein.
Das wichtigste Signal der Veranstaltung liegt daher nicht in einem einzelnen Rennen oder Duell. Entscheidend ist die Kombination aus mehr Teilnehmern, anspruchsvolleren körperlichen Prüfungen und praxisnahen Szenarien. Sie zeigt, wie Robotikwettbewerbe zunehmend nicht nur Bewegung messen, sondern auch die Frage stellen: Können Maschinen nützliche Aufgaben unter realistischeren Bedingungen mit immer weniger menschlicher Unterstützung erledigen?