Ubuntu 26.10 „Stonking Stingray“ ist am 15. Oktober 2026 erschienen. Die neue Version bringt GNOME 51, einen Kernel aus der Linux-7.3-Reihe, die optionale lokale Spracherkennung Myna und den Abschluss der Umstellung auf Rust-basierte Coreutils. Der Support läuft neun Monate und endet im Juli 2027: Ubuntu 26.10 ist damit eine Zwischenversion, keine LTS-Ausgabe.
2
7
32
35
GNOME 51, Linux 7.3 und Coreutils in Rust
Auf dem Desktop kommt GNOME 51 zum Einsatz. Unter der Oberfläche arbeitet ein Kernel aus der Linux-7.3-Reihe. Phoronix bezeichnete den Kernel zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als nahezu fertig. Die Versionsnummer sollte daher nicht so verstanden werden, als sei die finale Upstream-Version von Linux 7.3 bereits erschienen gewesen.
35
Auch die Umstellung der Standardwerkzeuge für grundlegende Systemaufgaben ist abgeschlossen: Ubuntu nutzt dafür nun vollständig die Rust-basierte Implementierung uutils coreutils. Canonical und Phoronix melden diesen Meilenstein.
32
35
Myna: Diktieren, ohne Audio an einen Cloud-Dienst zu senden
Myna ist eine optionale Vorschau für Sprache-zu-Text auf Ubuntu Desktop. Nutzerinnen und Nutzer können damit in die gerade aktive Anwendung diktieren; die Transkription läuft lokal auf dem Gerät. Laut Canonicals Release-Hinweisen wird das Audio dafür nicht an einen Netzwerkdienst gesendet.
2
7
Canonical beschreibt die Integration in Version 26.10 als ersten Meilenstein seiner weiter gefassten Desktop-Pläne. In einzelnen Berichten wird außerdem ein möglicher Standardstatus für Myna mit Ubuntu 28.04 LTS erwähnt. Das ist eine Perspektive für eine künftige Version – in Ubuntu 26.10 muss die Funktion ausdrücklich aktiviert werden.
8
42
Sicherheitsänderungen und Systempflege
Zu den Sicherheitsneuerungen zählt Canonical eine für Post-Quanten-Kryptografie vorbereitete Paketsignierung. Außerdem wurde die Unterstützung für TPM-gestützte vollständige Laufwerksverschlüsselung erweitert.
16
35 Canonicals Sicherheitsübersicht nennt auch Verbesserungen bei der Unternehmensanmeldung, darunter Microsoft MFA und Konten, die über Identitätsanbieter verwaltet werden.
18
Diese Änderungen ergänzen die Umstellung auf Rust-Coreutils, machen Ubuntu 26.10 aber nicht zu einer Langzeitversion. Die Wartungsupdates für die Zwischenversion enden im Juli 2027.
7
32
Zehn offizielle Varianten aufgeführt
Release-Berichte nennen zehn offizielle Ubuntu-Varianten für den 26.10-Zyklus: Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, Edubuntu, Ubuntu Studio, Ubuntu Budgie, Ubuntu Cinnamon, Ubuntu MATE, Ubuntu Unity und Ubuntu Kylin. Aus den verfügbaren Angaben geht jedoch nicht hervor, dass die fertigen Installationsabbilder aller Varianten exakt gleichzeitig mit Ubuntu Desktop erschienen sind.
36
Für den Release wird außerdem ein Installationsabbild für AMD64v3 gemeldet.
4
12
Ein positives Urteil – aber kein allgemeiner Leistungstest
Ein ZDNET-Rezensent, der Ubuntu nach eigenen Angaben seit mehr als zwei Jahrzehnten nutzt, bezeichnete Version 26.10 als besonders gelungen und hob Myna, die Feinarbeit am System und die Geschwindigkeit hervor. Das ist eine positive persönliche Einschätzung, kein kontrollierter Benchmark: Sie belegt weder, dass jeder Rechner schneller läuft, noch dass Ubuntu 26.10 in jeder Konfiguration Ubuntu 26.04 übertrifft.
33
Für wen lohnt sich das Upgrade?
Stonking Stingray ist interessant für alle, die GNOME 51, den neueren Kernel oder Funktionen wie die lokale Diktierfunktion ausprobieren möchten – und bereit sind, innerhalb des Supportzeitraums erneut zu aktualisieren. Wer vor allem möglichst lange Wartungsupdates ohne häufige Versionswechsel sucht, sollte die Begrenzung auf neun Monate bei der Wahl der Ubuntu-Version berücksichtigen.
7