Vertreter beider Seiten betonen jedoch, dass selbst bei einer Einigung über das Memorandum die schwierigsten Fragen erst in späteren Gesprächen geklärt würden.
Der größte ungelöste Konflikt betrifft Irans Vorrat an hochangereichertem Uran – Material, das bei weiterer Anreicherung potenziell für den Bau von Atomwaffen genutzt werden könnte.
Einige Berichte aus den USA und aus regionalen Quellen sagen, der Rahmenentwurf enthalte eine Verpflichtung Irans, diesen Vorrat aufzugeben; Details über die Umsetzung sollen jedoch erst später verhandelt werden.
Iranische Quellen widersprechen dieser Darstellung teilweise. Laut Berichten mit Verweis auf iranische Offizielle habe Teheran keiner Übergabe des Materials zugestimmt, und die Nuklearfrage sei möglicherweise gar nicht Teil des ersten Memorandums.
Wegen dieser widersprüchlichen Aussagen gehen viele Analysten davon aus, dass der Status des Uranvorrats noch vollständig Gegenstand der Verhandlungen ist.
Mehrere Optionen werden diskutiert, um das Proliferationsrisiko zu verringern und gleichzeitig beiden Seiten politischen Spielraum zu lassen.
Eine Möglichkeit wäre, das hochangereicherte Uran in ein Drittland zu überführen, wo es unter internationaler Kontrolle gelagert oder verarbeitet würde. Eine andere Option wäre, das Material im Iran zu verdünnen, sodass der Anreicherungsgrad deutlich sinkt und nicht mehr waffenfähig ist.
Bislang wurde jedoch keine dieser Varianten offiziell als Teil des Rahmenabkommens bestätigt.
Zusätzliche Komplexität bringt die Innenpolitik Irans.
Berichten zufolge hat Irans Oberster Führer angeordnet, dass das nahezu waffenfähige Uran nicht ins Ausland gebracht werden darf. Diese Position gilt innerhalb des politischen Establishments als klare rote Linie.
Einige iranische Offizielle argumentieren, ein Export des Materials könnte das Land im Falle zukünftigen militärischen Drucks verwundbarer machen.
Diese Haltung steht im direkten Gegensatz zu Forderungen aus Washington – und erklärt, warum die Uranfrage als schwierigster Punkt der Gespräche gilt.
Neben dem Atomprogramm enthält der diskutierte Rahmen offenbar auch geopolitische und wirtschaftliche Punkte.
Berichten zufolge gehören dazu:
Diese Punkte würden den wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Teil des Rahmenabkommens bilden, während die nuklearen Details später ausgehandelt werden sollen.
Nach aktuellen Berichten würde das Memorandum eine neue Phase von Gesprächen einleiten – etwa 30 bis 60 Tage intensiver Verhandlungen, um ein umfassenderes Atomabkommen zu erreichen.
In dieser Phase sollen vor allem folgende Fragen geklärt werden:
Trotz Anzeichen von Fortschritten bleiben mehrere Kernpunkte offen:
Der derzeit diskutierte Text scheint daher vor allem ein Startpunkt für Verhandlungen zu sein – kein fertiger Deal. Ob daraus ein umfassendes Atomabkommen entsteht oder die Gespräche erneut festfahren, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden.