Diese sogenannte Earn‑out‑Struktur erlaubt es Anglo American, weiterhin von hohen Kohlepreisen zu profitieren, während der Käufer Dhilmar zunächst weniger Kapital einsetzen muss.
Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und wird im ersten Quartal 2027 erwartet.
Der Verkauf umfasst Anglo Americans Stahlkohle‑Portfolio in Australien, das hauptsächlich im Bowen Basin im Bundesstaat Queensland liegt – einer der wichtigsten Regionen weltweit für metallurgische Kohle, die in Hochöfen zur Stahlproduktion eingesetzt wird.
Zu den Anlagen gehört unter anderem die Untertagemine Moranbah North, die nach einem Brand im Jahr 2025 vorübergehend stillgelegt worden war.
Diese Betriebe gehörten über viele Jahre zu Anglo Americans zentralem Engagement im australischen Kohlesektor und lieferten hochwertige Kohle für die globale Stahlindustrie.
Der Verkauf ist Teil einer langfristigen Strategie, das Unternehmen schlanker aufzustellen und stärker auf wachstumsstarke Rohstoffe auszurichten.
Mit dem Ausstieg aus der Stahlkohle verfolgt Anglo mehrere Ziele:
Kupfer gilt als Schlüsselrohstoff für Stromnetze, Elektromobilität und erneuerbare Energien – alles Bereiche, deren Nachfrage in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich stark wächst.
Branchenberichte verknüpfen die Portfoliobereinigung zudem mit Anglo Americans strategischer Positionierung rund um eine geplante Fusion mit dem kanadischen Bergbaukonzern Teck Resources, die die Kupferproduktion deutlich ausweiten könnte.
Der Verkauf an Dhilmar ersetzt eine frühere Vereinbarung mit Peabody Energy, die 2024 einen Wert von rund 3,8 Milliarden US‑Dollar hatte.
Die Transaktion scheiterte jedoch, nachdem es in der Moranbah‑North‑Mine zu einem Brand gekommen war. Peabody argumentierte, dies stelle eine sogenannte "Material Adverse Change"‑Klausel dar – also eine wesentliche negative Veränderung –, und zog sich vom Kauf zurück.
Anglo American widersprach dieser Auslegung und leitete ein Schiedsverfahren ein. Gleichzeitig begann das Unternehmen, einen neuen Käufer für das Kohleportfolio zu suchen – was schließlich zur Vereinbarung mit Dhilmar führte.
Das Unternehmen hat angekündigt, den Großteil der Einnahmen aus dem Verkauf zur Reduzierung seiner Nettoverschuldung zu nutzen.
Eine stärkere Bilanz verschafft Anglo American mehr Spielraum für:
Der Deal steht stellvertretend für mehrere strukturelle Trends im Rohstoffsektor:
Fokus statt Diversifikation: Große Bergbaukonzerne konzentrieren sich zunehmend auf weniger Rohstoffe, bei denen sie langfristig steigende Nachfrage sehen.
Metalle der Energiewende rücken in den Mittelpunkt: Rohstoffe wie Kupfer werden für Stromnetze, Batterien und erneuerbare Energien immer wichtiger.
Kohle wandert zu spezialisierten Betreibern: Wenn große diversifizierte Konzerne aussteigen, übernehmen häufig kleinere oder spezialisierte Betreiber diese Vermögenswerte.
Für Anglo American markiert der Verkauf an Dhilmar daher mehr als nur eine einzelne Transaktion – er ist der Schlusspunkt eines mehrjährigen Rückzugs aus der Kohle und Teil einer strategischen Neuausrichtung auf Rohstoffe, die vom globalen Umbau der Energie- und Industriesysteme profitieren sollen.
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