Die Europareise des vietnamesischen Parteigeneralsekretärs und Staatspräsidenten To Lam steht im Zeichen von Diplomatie und Wirtschaft – und wird zugleich von Menschenrechtsfragen begleitet. To Lam reiste am 19. Oktober 2026 aus Hanoi ab. Seine Frau Ngo Phuong Ly und eine hochrangige Delegation begleiten ihn. Das sechstägige Programm umfasst einen Staatsbesuch in Dänemark sowie offizielle Besuche bei der Europäischen Union und in Belgien.
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Nur einen Tag zuvor hatte Vietnam ein Freihandelsabkommen mit den vier Mitgliedern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) unterzeichnet. Zugleich fordert Human Rights Watch europäische Spitzenpolitiker auf, bei den Gesprächen konkrete Fortschritte bei den Menschenrechten einzufordern.
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Stationen und Ziele der Reise
Der Besuch in Dänemark sowie die Termine bei der EU und in Belgien finden vom 19. bis zum 24. Oktober statt. Die Einladungen kamen von Dänemarks König Frederik X. und Königin Mary, dem Präsidenten des Europäischen Rates António Costa sowie dem belgischen Premierminister Bart De Wever.
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Ein ehemaliger vietnamesischer Botschafter bezeichnete den Dänemark-Besuch als ersten Besuch eines vietnamesischen Partei- und Staatschefs seit der Etablierung einer umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen beiden Ländern. Vietnamesische Berichte stellen den Ausbau der Beziehungen und mögliche Kooperationen in Handel, Investitionen, grünem Wachstum und nachhaltiger Entwicklung in den Mittelpunkt.
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Was das EFTA-Abkommen bedeutet – und was nicht
Vietnam unterzeichnete das Freihandelsabkommen am 18. Oktober in Hanoi mit den vier EFTA-Staaten Norwegen, der Schweiz, Island und Liechtenstein. EFTA ist eine eigene Staatengruppe und nicht mit der Europäischen Union gleichzusetzen. Die Unterzeichnung erfolgte einen Tag vor To Lams Abreise.
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Die Verhandlungen begannen 2012 und kamen 2018 ins Stocken; laut einem weiteren Bericht wurden sie 2025 wieder aufgenommen.
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28 Sobald das Abkommen in Kraft tritt, sollen die EFTA-Staaten Einfuhrzölle auf vietnamesische Industrieprodukte und Meeresfrüchte abschaffen. Für norwegische Exporte nach Vietnam sollen innerhalb von sieben Jahren nach Inkrafttreten mehr als 98 Prozent zollfrei werden.
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Diese Angaben beschreiben vereinbarte Regelungen und Erwartungen – nicht bereits geltende Zollsenkungen. Auch belegen die vorliegenden Berichte nicht, dass der EFTA-Pakt Teil des offiziellen Programms von To Lams Besuchen bei der EU, in Dänemark oder in Belgien ist. Er gehört zum weiteren wirtschaftlichen Kontext der europäischen Beziehungen Vietnams, bleibt aber ein separates Abkommen mit eigenem Umsetzungsverfahren.
Menschenrechte als Thema für Europas Gesprächspartner
Human Rights Watch (HRW) fordert Dänemark, Belgien und die EU auf, To Lam während der Besuche zu konkreten Verbesserungen bei Vietnams Menschenrechtsbilanz zu drängen. Die Organisation richtete vor der Reise Schreiben an dänische und EU-Spitzenpolitiker und äußerte darin Bedenken zu Repression und Arbeitsrechten.
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In den Briefen argumentiert HRW, anhaltende Menschenrechtsverletzungen verstießen gegen internationale Verpflichtungen Vietnams und Zusagen in Abkommen mit der EU. Das sind die Vorwürfe und Forderungen der Organisation. Die verfügbaren Berichte reichen nicht aus, um die in der Ausgangsfrage genannten konkreten Zahlen zu Gefangenen, Festnahmen und Verurteilungen zu verifizieren.
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Damit treffen während der Reise zwei Anliegen aufeinander: Vietnam und seine europäischen Partner wollen ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen; HRW verlangt zugleich, dass Menschenrechtsfragen Teil dieser Gespräche werden. Das EFTA-Abkommen unterstreicht Vietnams wirtschaftliches Engagement in Europa, ist aber von den Besuchen bei der EU und den einzelnen Ländern zu unterscheiden.
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